Buch 
6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
Entstehung
Seite
526
JPEG-Download
 

526 ' Schloß

Constructionen des Schlosses, bei denen eigenthümlich geformte Schlüssel angewendet werden,^oft nur durch einen besondern Kunstgriff in das Schlüsselloch eingeführt werden können, • ^haben keinen großen Werth, schon deshalb, weil sie nicht allgemein anwendbar sind, bn ® 1 , 1 ^ nll tVervielfältigung solcher Schlösser das Geheimniß, auf dem allein ihre Sicherheit beruht,werden würde, und dasselbe überdies leicht verrathen oder durch Versuche ausgemittelt ^ ^kann. Das einzige Princip, durch das bisjetzt eine genügende Sicherheit erlangt ist, ist ^ ^Combinationsschlöffer, bei denen eine Anzahl von Zuhaltungen nur dann die Oeffnung ^Schlosses gestattet, wenn sie in eine ganz bestimmte, für jede derselben verschiedene ,si-

werden. Da die Zahl der für jede Zuhaltun-g möglichen Stellungen, so oft mit sich semst ^plicirt, wie Zuhaltungen vorhanden sind, die Zahl der sämmtlichen möglichen Combina >■ .gibt, so ist die letztere fast beliebig groß und daher die Wahrscheinlichkeit, durch Versuchs ^einzig richtige darunter auszufinden, sehr gering zu machen. Es gibt CombinationssckMst ^oder ohne Schlüssel. Bei den letztern sind die wie Zuhaltungen wirkenden Bestandtheile^^außen sichtbar und werden mit der Hand in die richtige Stellung gebracht; sie sind nnt ^staben, Ziffern oder sonstigen Zeichen versehen, daher sie auch Buchstaben - oder Malschwsinannt werden. Das älteste derselben ist daZ gewöhnlich als Vorlegeschloß ausgeführte Ring! 'das schon im 16. Jahrhundert erfunden wurde. An demselben sind Ringe von der Gestmsie in Fig. 7 im Durchschnitt (A) und von der innern Fläche (B) dargestellt^ sind, auf emaufgeschoben, das in die Oeffnung t paßt, und in welches der Riegel eingesteckt wird, delst> ^Zahl der Ringe entsprechende Vorspränge durch einen Längsspalt im Rohre vorragen und ' n ^Ausschnitt s der Ringe passen. Wenn der Riegel eingesteckt ist, liegen seine Vorspränge wausgedrehten Raume yx der Ringe, und letztere lassen sich daher beliebig um denselben ^ , )twährend er nur dann zurückgezogen werden kann, wenn die Einschnitte s sämmtlichereine gerade Linie fallen. Die Ringe sind außen mit ®oder Zahlen bezeichnet, deren einer dem Einschnitte s e .«^1*Man sieht leicht, daß das Schloß nur dann mit Leichtigkeit zu eü ^ist, wenn man die Buchstaben der verschiedenen Ringe, w e ,,L ell &richtige Stellung bezeichnen, und ihre Reihenfolge kennt,die große Zahl der übrigen möglichen Combinationenfindigmachen der richtigen ziemlich hoffnungslos macht. ^z. B. vier Ringe mit je 25 Buchstaben angebracht, soZahl sämmtlicher möglichen Stellungen 390625 und bei siwl,gen 9,765625. Man sollte es daher auf den ersten Blickwahrscheinlicher halten, die richtige Stellung ausfindig zu machen, als in einer Lotterie da-3Los zu gewinnen, und daher ein solches Schloß als so gut wie völlig sicher betrachten. Alle« ^gesehen davon, daß es, wenn auch zu planmäßigem Durchprobiern sämmtlicher Stellungen j„der kleinern Zahl gegen 300 Arbeitsstunden erforderlich sein würden, doch möglich ist, e k eIt !L|Hileiner Lotterie durch Zufall eher die richtige zu treffen, und daß überdies bei einmaliger Dell ^in Gegenwart eines andern das Geheimniß und somit die Sicherheit für immer verlöregibt es einen von Crivelli entdeckten Kunstgriff, durch den die Oeffnung ziemlich bald zu err ^ist. Fast nie wird nämlich ein solches Schloß mit so absoluter Genauigkeit angefertigtdie Vorsprünge des Riegels alle Ringe vollkommen gleichmäßig treffen, und man wirb ^beim Anziehen des Riegels leicht denjenigen Ring ausfindig machen, an dem vorzugsweu ^Reibung stattfindet; indem man nun diesem Ringe sämmtliche mögliche Stellungenman, daß an der richtigen diese Reibung aufhört und der Riegel gleichzeitig eine, wenn au et ,kleine Bewegung macht; bei dem Ringe, an welchem dann zunächst die stärkste Reibungwiederholt man dasselbe Verfahren und so der Reihe nach bei allen übrigen. Bei fünf * El-init je 25 Buchstaben würde man also statt nahe an 10 Millionen nur 125 Stellungen S 1suchen habeü; doch gehört jedenfalls hierzu ein sehr feines Gefühl und eine gewisse tlebung^^pobenerwähnte Fehler, daß unabänderlich bei einer bestimmten Stellung der Ringe da» , ^i>»zu öffnen ist, ist in sehr zweckmäßiger Weise am Regnier'schen Ringschlosse vermieden.selben befinden sich die Zeichen nicht auf dem Ringe selbst, sondern auf einem diesenzweiten Reifen, der an der innern Seite an den den Zeichen entsprechenden Stellen ^ cl nhat, in deren einen ein am innern Ringe angebrachter Zahn eingreift. Man kann daher,man die Ringe abgenommen hat, die Stellung des innern Ringes zum äußern beliebig ver

und daher die richtige Combination wechseln, so oft man es für nöthig hält.

Combinationsschlösser mit Schlüssel gibt es in sehr verschiedener Art. Wir müssen

uns

hie-