Buch 
6 (1864) Sechster Band. Pacht–Stapelia
Entstehung
Seite
640
JPEG-Download
 

640

Selen ^

der mit dem Selbstmord umgeht, nur noch vermehrt, überhaupt auch eine Strafandrohung^Falle einer solchen Verzweiflung keine abschreckende Wirkung zu äußern vermag. t* 011Gesichtspunkten ist jedoch bei den Personen auszugehen, welche sich einer Beihülfe zu. Selbstmorde schuldig machen. Von solchen Personen ist wenigstens zu erwarten, daß fie « ^ sieund Treiben des Selbstmörders mit ruhiger Vernunft zu überschauen vermögen. E» a ^daher nur der Wunsch, den Selbstmörder aus der Welt geschasst zu sehen, verleiten, w teMitwirkung nicht zu versagen. ,

Selen. Das Selen ist ein nichtmetallisches Element, das in seinen chemischen ©g« n lgroße Aehnlichkeit mit dem Schwefel und dem Tellur besitzt. Der Aehniichkeit mit dem # ^verdankt es seinen Namen, indem es, wie jenes nach der Erde (lat. tellus), nach dem(griech. selene) benannt wurde. Es wurde von Berzelius und Guhr 1817 in dem) «der sich bei der Bereitung der Schwefelsäure zu Gripsholm absetzte, entdeckt. Später f a «tfes unter ähnlichen Verhältnissen auch an andern Orten, und noch immer ist der f°9 eSelenschlamm solcher Schwefelsäurefabriken, welche selenhaltige Schwefelkiese verarbeiten, n a ° gz. B. der der Okerhütte bei Goslar, eine der Hauptquellen für die Gewinnung desAußerdem findet es sich auch in Verbindung mit Blei, Silber, Kupfer, Quecksilber, $ ^jedoch sehr selten und immer nur in geringer Menge. Die genannten Selenmetalle §namentlich bei Tilkerode am Harze vor. Gediegenes Selen soll sich nach del Rio ber E ^v

in Mexico finden; in ziemlich bedeutender Menge ist es in dem Röststaube der mansfelder ^erze enthalten. Die zweckmäßigste Methode, um das Selen aus dem Selenschlamm z" 9 el ® 1

besteht darin, daß man denselben mit Salpeter und Soda glüht, die dadurch gebildeten Isosauren und selensauren Salze mit Wasser auszieht, durch Einkochen mit Salzsäure die Seele«! ^in selenige Säure umwandelt und aus dieser durch Einleiten von schwefliger Säure «« ^wärmen das Selen reducirt. Auf diese Weise abgeschieden bildet das Selen ein zinnobe«flockiges Pulver, das sich beim Erhitzen der Flüssigkeit noch unter 100° zusammenzieht und lwird. Wird es geschmolzen und rasch abgekühlt, so erstarrt es zu einer schwarzen,glasigen Masse von muscheligem Bruch von 4,28 specifischem Gewicht, die sich vor dem B ^Erhärten, welches nur langsam und erst unter 50° stattfindet, zu dünnen Fäden auszüö« ^welche dann mit rother Farbe durchscheinen. Dieses amorphe Selen hält sich bei 9 cl ®Temperatur unverändert; wird es aber auf 125'180° erwärmt, so geht es unter bede« ^Wärmeentwickelung in den krystallinischen Zustand über, wo es dann dunkelgrau erschm" 'specifisches Gewicht von 4,8 zeigt und einen weit höhern Schmelzpunkt besitzt, indem217°, ohne vorher weich zu werden, schmilzt. Bei ungefähr 700° siedet das Selen uneinen gelben Dampf. An der Luft erhitzt, verbrennt es mit blauer Flamme unter Ver * ^eines durchdringenden Geruchs nach faulem Rettich zu seleniger Säure. Dieser Geruch, ^ ^die Verbindungen des Selens in der Löthrohrflamme entwickeln, wobei zugleich ein i«

taktisch glänzender stahlgrauer Beschlag entsteht, dient als bestes Erkennungsmittel deß« ^seinen Erzen. Die selenige Säure bildet sich außer beim Verbrennen des Selens auch ^ ;At i«Oxydation durch Salpetersäure. Sie bildet farblose, sublimirbare Prismen und löst siw p\\,Wasser. Ihre Zusammensetzung ist SeO 2 , ein Aequivalent Selen und 2 Aequivalent ® aU mitDie Selensäure, 80entsteht beim Zusammenschmelzen von Selen oder Selenverbindun9 )tI itSalpeter, beim Erhitzen von seleniger Säure mit Bleisuperoxyd oder Mangansuper°kwässeriger Chromsäure und bei der Einwirkung von Chlor auf unlösliche selenigsaure flMaSie läßt sich nicht in wafferfreiem Zustande darstellen, da die concentrirteste wässerige 2««ein specifisches Gewicht von 2,6 hat und bei 280° siedet, bei noch weiterm Erhitzen n , a rA t«' {und selenige Säure zerfällt. Sie hat große Aehnlichkeit mit der Schwefelsäure, erhitzt ll^arytdiese beim Vermischen mit Wasier, zieht begierig Feuchtigkeit aus der Luft an und gibt ""eine auch in Säuren schwer lösliche Verbindung. Sie wird nicht, wie die selenige Säure?schweflige Säure oder Schwefelwasserstoff zersetzt. Beim Erhitzen mit Salzsäure wird stChlorentwickelung zu seleniger Säure reducirt. Mit Schwefel bildet das Selen echO«

Verbindungen, die in ihrer Zusammensetzung der selenigen und der Selensäure e« !

Beide können durch Zusammenschmelzen ihrer Bestandtheile erhalten werden, der Sele«! j»8e8 2 , auch durch Einleiten von Schwefelwasserstoffgas in eine Lösung von selenige« ^g^stilli^welchem Falle es einen feuerrothen Niederschlag bildet; es schmilzt etwas über 100° ununverändert, wobei es zu einer durchsichtigen pomeranzengelben Mäste erstarrt. Das8s8^, ist im geschmolzenen Zustande schwarz, im festen ziegelroth und nach dem voll!Erstarren undurchsichtig. Der Selenwasserstoff, II8s, entsteht durch Zersetzen eines Sei«