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Vollblütigkeit
j erleichterung fördert den Güterumlauf und die Gütererzeugung, daher muß der Staat für die An-> legung und Instandhaltung von Land- und Wasserstraßen alle Sorge aufwenden, ebenso fürdie Postverbindungen; zur Förderung des Umlaufs dient ein einfaches und geeignetesMünzsystem und eine Geldwährung, welche den nahen Beziehungen, in denen Maß undGeld zueinander stehen, entspricht und den Verkehr mit dem Auslande erleichtert. (Goldwährung; ist die Zukunft für alle Staaten und besteht bereits in England-- Portugal, Bremen und denVereinigten Staaten von Nordamerika.) Zuverlässige und rasche Rechtspflege befördern denCredit und wenden der Volkswirthschaft die nöthigen Kapitalien zu. Sparsamkeit im Staats-! Haushalt, Besteuerung nach dem Einkommen, Oeffentlichkeit der Finanzverwaltung sind unerlaß-| liehe Bedingungen! die Vergeudung mühsam erworbener Mittel durch die Unterhaltung der stehen-j den Heere und Entziehung so vieler tüchtiger Arbeitskraft durch lange Dienstzeit unter den Fahnenist eine Frage, die immer mehr zu einer brennenden wird und ihre Lösung in einer zeitgemäßenUmgestaltung der Wehrverfassung finden muß, sodaß die Sicherheit des Staats gewährleistet undden volkswirthschaftlichen Interessen des Landes Rechnung getragen wird. Von der Kenntnißund Würdigung der volkswirthschaftlichen Interessen hängt ungemein viel ab, es mag deshalbhier ein Ausspruch Röscheres Platz finden, welcher in seinen „Ansichten der Volkswirthschaft auss dem geschichtlichen Standpunkte", S. 4, sagt: „Die Bedeutung dieser Wissenschaft (der Volks-wirthschaftslehre) für unsere Gegenwart und Zukunft brauche ich nicht auseinanderzusetzen. Wennsie vormals nur als Bereicherungsmittel, dann wol im allgemeinen als ein Regierungsmittel ge-schätzt wurde, so ist man heutzutage wol darüber einig, daß die gedeihliche Entwickelung unsererganzen Cultur durch die richtige Ergründung und allgemeine Verbreitung nationakökonomischerWahrheit bedingt wird. Viele Pseudoprophelen haben sich nicht genug darüber wundern können,daß England inmitten des allgemeinen Erdbebens vom Jahre 1848 so völlig unversehrt ge-blieben: dasselbe England, welches doch in der Dichtigkeit seiner Bevölkerung, in der unermeß-lichen Größe und Complicirung seines Verkehrs, in der Riesenhaftigkeit seiner Städte vielleichtmehr sociale Zündstoffe besitzt als irgendein anderes Land, und dabei in der Ungebundenheitseines öffentlichen Lebens, sowie in der Geringfügigkeit seiner bureaukratischen und militärischenAnstalten so wenig Löschmittel. Dieses scheinbare Wunder hat nun zwar viele natürliche Er-klärungsgründe: einer der wichtigsten aber liegt ohne Zweifel darin, daß sich in England 4000Schulen befinden, wo die Anfangsgründe der Nationalökonomie gelehrt werden." Dem Schul-wesen in allen seinen Abstufungen hat der Staat einen hohen Grad von Aufmerksamkeit zuzuwen-den, denn von der Bildung des Menschen hängt seine ganze Existenz ab, auf diesem Gebiet mußnoch vieles geschehen, durch die Bildung wird der Wohlstand und dieser wieder durch jene gefördert.
Vollblütigkeit. Obgleich es keinem Zweifel unterworfen ist, daß verschiedene Menschen ver-schiedene Mengen von Blut besitzen, so existirt doch die Vollblütigkeit eigentlich mehr in der Ein-bildung als in der Wirklichkeit, denn der Laie verbindet mit dem Begriff der Vollblütigkeit gewöhn-lich auch die Meinung, daß der betreffende Mensch zu viel Blut habe, während es sehr fraglich! ist, ob dies jemals vorkommt. Heutzutage, wo ein großer Theil der Menschheit an sogenannterl Blutarmuth, d. h. nicht sowol an zu wenig als an zu schlechtem Blute leidet, können freilich die-jenigen, welche sich im Besitz eines normalen Blutes befinden, leicht für vollblütig gelten, sodaßdamit nichts Krankhaftes, sondern lediglich der eigentliche gesunde Zustand bezeichnet ist. Uebri-gens gelten sehr viele Personen für vollblütig, die eher das Gegentheil sind, und zwar lediglichdeshalb, weil sie ein stark geröthetes Gesicht haben und zu Blutwallungen nach dem Kopfe geneigtsind. Beide Symptome aber sind keineswegs ein sicheres Zeichen von Vollblütigkeit, sondernkommen bei blutarmen Personen vielleicht ebenso häufig vor. Die Röthung des Gesichts nämlichist keineswegs direct abhängig von der allgemeinen Menge des Bluts, sondern sie wird bedingterstlich von der Zartheit und Farbstoffarmuth der Haut, welche das Roth des Blutes leichtdurchschimmern läßt, daher denn Leute von zartem Teint, blonden oder rothen Haaren besondershäufig stark geröthete Wangen, Lippen u. s. w. haben. Sie wird ferner bedingt durch den Reich-thum und die Weite der Blutgefäße der Haut. Bei Leuten, welche häufigen Blutandrang nachdem Kopfe haben oder welche ihre Haut durch Aufenthalt im Freien oder in der Hitze häufigenReizungen aussetzen, pflegen sich allmählich die Blutgefäße auf die Dauer zu erweitern, dahersie nun mehr Blut fassen und der Gesichtshaut eine röthere Farbe geben. Aenderungen in derFüllung der Blutgefäße können auch ganz plötzlich durch den Einfluß der Gefäßnerven eintreten,j Unter dem Einfluß verschiedener Zustände der Gefäßnerven vermögen sich nämlich die kleinenArterien und Venen zu verengern und zu erweitern, sodaß dadurch bald der Zufluß des Blutserleichtert oder erschwert, bald der Abfluß beschleunigt oder gehemmt werden kann. Hierauf be-