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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Gechelröhre Gabler.

I

nehmlichen Knoten; bringen aber in dem Winkel, den sie mit der Ruthebilden, in der Regel keine Aftersprofsen hervor, wie man sie in den Ach-seln des Blattes bei den Augen antrifft.

Gabelröhre, ist eine bei Pumpwerken auf den Kröpf gesetzte Röhre,zwischen welcher und der Kropfeöhre sich ein Ventil befindet, welches beivielfachen Kunstwerken bis zur Vereinigung mit der Aussatzröhre gabelförmigzusammenläuft.

Gabelschwanz, s. Gabelweihe.

Gabelwerk , ist bei einer Windmühle die Einrichtung, wo derBeutel horizontal, nicht senkrecht, durch ein Sichtwcrk geschüttelt wird.

Gabelweihe,, Gabelschwanz, Milane. Es giebt deren 2 Ar-ten, nehmlich ») die rothe Gabelweihe (Milane, Königsweihe Faleomilvus), ein großer, aber leichter und seiger Raubvogel von 27 bis 31 A.Länge und 63 bis 67 I. Breite; erstere kommt von seinem langen, gabel-förmigen Schwänze, der allein 12 Z. mißt, und die letztere von seinen lan-gen Flügeln. Der Schnabel ist stark gekrümmt und Horngelb, an der Spitzedunkler-, die Wachshaut, wie die Hintere Hälfte des Schnabels und diehalbbesiedcrtcn Fänge sind gelb. Der kleine Kopf und die Kehle sind weiß,und braun und schwarz gestrichelt; das übrige Gefieder ist dunkelrostfarbcn,mit schwarzbraunen und gelblichen Wellen und Flecken. Der stark gabelför-mige Schwanz ist rostbraun und hat dunkle Binde. Dieser Raubvogel liebtdie Verberge und Feldhölzcr, zieht im November weg und kommt im Früh-jahre wieder. Er n mmt niedrig über dem Erdboden hingleitend, kleine Sau-gethiere, Vogel, Amphibien und Jnsecten weg, stiehlt das Hausgeflügel undraubt junge Hafen, wodurch er weit mehr Schaden anrichtet, als er dadurchNutzen bringt, daß er Mäuse und andere schädliche kleine Säugethiere ver-zehrt. Alle Morgen speit er, wie fast alle Naubvögel, die verschluckten Fe-dern und Haare aus, welches die Jäger das'Gewölle nennen. Er horstet-auf hohen Bäumen, legt 3 bis 4 weiße, gelb und braungefleckke Eier, undbrütet sie in 3 Wochen aus. L) Die schwarzb raune Gabelweihe(Faleo aler) ist etwas kleiner, und viel seltener als die rothe, hat eine kür-zere Schwanzgabel, eine viel dunklere, schwarzbraune oder dunkelbraune Haupt-farbe und einen stark schwärzlich gebändertcn Schwanz, frißt vorzüglich Am-phibien und Fische, wenn diese hoch gehen, und ähnelt im Uebrigen derrothen Gabelweihe. Das beste Mittel, die lästige Nachbarschaft der Ga-belweihe los zu werden, ist die sorgfältige Aufsuchung seines Horstes, welcherjederzeit auf einem der höchsten Bäume des von ihm bewohnten Waldes 51t.finden ist. Man todte dann das Weibchen, während es brütet, durcheinen wohlgezielten Schuß, und zernichte die Eier. Sonst wird er auf derMilanscheibe (f. d.) gefangen. Uebrigens fängt man diese Raubvogel auch'an Leimruthcn und im Spinnengarne ziemlich leicht, so wie in dem Falken-stoße oder Habichtskorbe, aber auch auf der Krähenhütte, da sie abgesagteFeinde des Uhus sind. Die schwarzbraune Gabelweihe fängt man auch aufeinem Tellereisen oder Schwanenhals, auf welchem ein Fisch so flach aufge-bunden ist, daß er etwas über der Oberfläche des Waffers hervorragt.

Gaöler, Gabelhirsch. Wenn das Gebörn eines Hirsches oderRehbocks gabelförmig gewachsen ist, also nur 2 Enden hat, so wird einsolcher Hirsch oder Rehbock Gabelhirsch oder Gabler oder Gabel bockgenannt. Bei den Rehböcken findet man dergleichen Gehörne öfter, bei denHirschen aber selten. Diese setzen nach dem Abwerfen der Spicse entweder