Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
3
JPEG-Download
 

e

t

i/

>,

>t

)-

>-

>d

ch

r-

e«

ct.

id

»e

r«

iU

n-

er

a*

i«

zu

ch

ic*lchn-1 »us$*'

Nf

in

>ck

tu

>el

Gaden Gckhrnng. Z

"°ch einmal, aber viel längere Spiese auf, oder sie bekommen geringe Ge«vorne von 6 Enden.

Gaöeit, in Schwaben, ein Viehstall, oder auch eine Alphütte, auch

Behältniß zur Milch, Milchgaden (Milchkeller, Milchkammer).

Gadolinerde und Gadolinit, s. Vtlererde.

Gähl, ist 1) ein in Marschländern mit Buschwerk bepflanzter, niedri-ger Grund, durch welchen ein Wasserlauf geht; 2) im Nassauischen der Dünger.

GährilUft, nennt man überhaupt jene freiwillige Veränderung oderEntmischung, welche organische Körper nach ihrem Ableben von selbst untergewissen Umstanden erleiden, und wobei sich ihre entfernten Bestandtheilem andern Verhältnissen dergestalt verbinden, daß dadurch ganz neue, früherMcht vorhanden gewesene Products entstehen. Man unterscheidet insgemein^ Hauptarten der Gähcung, die, nach der Verschiedenheit der durch sie ge-bilderen neuen Stoffe, die weinige oder geistige, die saure und diefstuie Gahrung genannt werden, und welche die verschiedenen Stufen derEntmischung in eben gedachter Aufeinanderfolge durchlaufen. Mit gleichemRechte läßt sich aber auch noch eine vierte annehmen, nehmlichdie Zuckergäh-rung (beim Keimen, so wie bei Einwirkung von Kleber auf Stärkemehl,Mie dies namentlich beim Malzen des Getreides stattfindet). Endlich dürftestch vielleicht auch selbst eine schleimige Gahrung annehmen lassen, inso-fern aufgelöster Zucker, welcher mit einer Abkochung von, zuvor mit kaltemWasser ausgewaschenen, Bierhefen oder Kleber versetzt wird, unter Entwicke-lung von Kohlensäure und Wasserstoffgas sich in eine schleimige Materieverwandelt. Die Brot gahrung ist theils eine Verbindung, theils eineAufeinanderfölge der Zuckergährung, geistigen und sauren Gährung. Soläßt man auch noch bei den verschiedenen Stufen der Entmischung nach derfaulen Gahrung die Verwesung oder Vcrmoderung als eine besonderefolgen. Manche Pflanzenstoffe, besonders die saftreichen, durchlaufen sämmt-liche Gährungsstufen; bei andern werden die erster» übersprungen, oder sindhoch nur sehr schwach angedeutet, und es treten nur die letzter» merklichhervor, wie dies , namentlich bei den trocknen Pflanzentheilen, welche denHumusgchalt der Dammerde erzeugen, der Fall ist, und die sogleich in fauleWährung und Verwesung übergehen. Als eine Art Zuckergährung kannMan auch das Verhalten der Obstfrüchte beim eigentlichen Reisen und beimNachreifen, wenn sie schon vom Stamme abgenommen sind, betrachten,selbst bei herben Früchten ist es der Fall, daß sie durch langes Liegen einenbilden, süßen Geschmack annehmen, und wenn man auch keine Erhöhungk ec Temperatur dabei bemerkt, so muß die sehr langsame Veränderung, wel-che bei einigen früher, bei andern später eintritt, in Berücksichtigung kom-men. Die Zersetzung der Bestandtheile und die daraus entstehende Zucker-vlldung, welche durch' die sogenannte Zuckergährung hervorgebracht wird,entsteht auch oft durch Einwirkung einer mäßigen Kälte auf solche Körper,welche Kohlenstoff, Wasserstoff und Sauerstoff, aus deren richtig zusam-mengetretenen Mengeverhaltnisse die Entstehung des Zuckers abzuleiten^ ist,Mthalten. So bekommen z. B. Kartoffeln durchs Gefrieren einen süßenGeschmack; dasselbe findet auch bei einigen Gemüsearten statt, worin derZuckergehalt durch den Frost vermehrt wird. Auch ein gelindes Kochen er-theilt mehrern Wurzeln und Früchten einen süßen Geschmack, den sie vorher">cht besaßen. Hieraus crgiebt sich, daß auch außer der Zuckergährung nocht>uf andere Weise die Erzeugung zuckerartiger Theile bewirkt wird, und es