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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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GamagraS Gamander.

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wobei, wenn die Auflösung in gehöriger Verdünnung und Ruhe sich bestn»bet, der Nüdcrschlag oft schöne baumförmige Gestalt annimmt; in andern8ällen bedeckt das niedergeschlagene Metall das niederschlagende als ein fei*wer Ueberzug, oder es fallt als ein feines Pulver, das erst unter dem Po»lirstahl Metallglanz erhalt, nieder. So werden Blei und Zinn durch Zink,Kupfer durch Eisen, Quecksilber und Silber durch Kupfer, Gold durch Ei-senvitriol, Spießglanz durch Eisen im metallischen Zustande niedergeschlagen.

GtNN6Hras, eine im südwestlichen Amerika wildwachsende Grasart,bie von dort in den nordamerikanischcn Freistaaten eingeführt worden ist.bieder einen damit gemachten Kulturvcriuch berichtet man, daß die Saatkör-ner des Gamagrases früh im März 6 Zoll von einander entfernt in dieErde gelegt werden, daß es in wenigen Tagen aufgelaufen sei und wie Ha»fet ausgesehen habe; daß ferner die 6 Zoll hohen Pflanzen in Reihen von2 Fuß Entfernung, und jede Pflanze der Reihe 18 Zoll von der andern,einen sandigen, schwachgödüngten von Unkraut völlig rein gehaltenen Bo-den verpflanzt worden. Im September hatte jede Pflanze ein solches Bundfeiner Blätter, daß der Boden durch Gräser von 3^ bis 4 Fuß Länge voll»bvnimen bedeckt war; das früh im September geschnittene Gras schmeckte.Wie junge Kornblätter, welches alle landwirtbschaftlichen Thiere gern fressen,besonders fressen Pferde und Rindvieh dieses wenig Feuchtigkeit haltende®ras sehr gern. Frühzeitig im nächsten Frühjahre rührte man den Bodendiefts Grases zwischen den Pflanzen auf. Die Wurzeln war'en, wie beimZuckerrohr, etwa 4 Zoll dick, gelangen aber bis zu einer Stärke von 6 ZollDurchmeffer. Im folgenden September erhielt der Boden wenig Kuhdün-ger, und am ersten Mai wär das Gras 4 Fuß hoch. Eine aus den Wur-zeln gerade in die Höhe sprossende Menge von Blattern gab die üppige Ve-getation zu erkennen. Man schnitt dieses Gras am ersten jeden MonatSvom ifftn Mai bis zum isten November, und jedesmal soll der Schnittj*z bis 4i Fuß Höhe gehabt, und einzelne Wurzeln 12 bis 13 i Pfund® C «S geliefert haben, das getrocknet 5 bis 5£ Pfund des wohlriechendsten,wegen geringer Feuchtigkeit dieses Grases schnell trocknenden Heues gegebenbaden soll. Dieses Gras erträgt lehr ungern große Dürre, dagegen sollendie Wurzeln, welche perpendiculär sehr tief in den Boden eindringen, auchb" der stärksten Kälte nicht erfrieren. Man giebt den Ertrag auf einendstglischcn Acker gedüngten, sonst magern Sandlandcs. von diesem Grase ineinem Sommer zu 200 000 bis 250,000 Pfund grünes Gras oder 75 bis. Tonnen (f. Tun) Heu von der nahrhaftesten Güte an, wovon die da-2?^ gefütterten Kühe viele Milch und viele Butter liefern. Man führt alsMerkwürdigkeit dieses Grases an, daß, da alle übrigen Gräser in der Fristdes Reifens zu wachsen aufhören, die Blätter des 6 bis 8 F. hohe SchüsseManien tragenden Gamagrases sich nicht verändern und sogleich nach demabgenommenen Samen in der SHitte des Juni geerntet werden können,^uf der Spitze der Schüsse reifen zugleich 2 Körner und fallen leicht aus.-beabsichtigt man daher, den Samen zu sammeln, so muß man täglich nach-sollcn' Um "icht zu verlieren, da die Vogel sehr begierig darauf, sein

Gamander (Doucrium). Diesen Namen führt das ganze Linnei»iche Geschlecht l'euci-ium, von welchen mehrere Arten früher als Heilmittelangewendet, jetzt jedoch als solche fast vergessen sind. Dahin gehört unterandern: a) Der edle Gamander, Gamanderlein, Frauenbiß (T. «ha-