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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Galmey Galvanismus.

dcS Sauerstoffs der Luft nach und nach ebenfalls in Gallussäure verwan-delt. Die Gallussäure ist eine der wichtigsten Mittel zur Erkennung vielerMetalle, zu welchem Zweck gewöhnlich die Galluslinctur (eine Tinctur vonGallapfeln, s. d.) angewandt wird. In technischer Beziehung wird die Gal-lussäure gleichfalls in Verbindung mit Gerbestoff zum Schwarzfärbcn undzur Bereikung der Tinte benutzt.

(Sühnet), Ainkspath, Zinkblüthe, ein Zinkerz, von weißer,grauer, gelber, ins Rothe und Braune gehender Farbe; mit weißlichemStrich und Glas- bis Perlmutterglanz-, ist durchscheinend bis undurchsichtig,und von muschligcm, splittcrigem, erdigem Bruch. Der weiße Galmey be-steht aus 65 Theil Zinkoxyd und aus 35 Kohlensäure. Die unreinem, ge-färbten Galmeysorten enthalten überdies Eisenoxyd, Thon- und Kieselerde;der Eisengehalt steigt oft bis auf 34 Procent. Er dient zur Messingbereitungund zu Gewinnung des metallischen Zinks, wird selten in der Medicin undnur äußerlich angewandt.

Galvanismus , nennt man diejenige Electricität (s. d.), welchedurch Berührung ungleichartiger Metalle erweckt wird. Bon zwei sich be-rührenden Metallen wirb immer das eine positiv, das andere negativ elec-trisch, und erhalten diese entgegengesetzten Electricitaten Gelegenheit, sichdurch einen, beide Metalle anderweit verbindenden, Leiter zu vereinigen, soströmen sie einander durch denselben entgegen, und bilden so den sogenanntengalvanischen oder eleotrischen Strom. Der stärkste Strom entstehtdurch Berührung von Zink mit Platin, demnächst mit Gold, dann mitSilber, dann mit Kupfer. Zinn und Blei wirken mit denselben Metallenebenso wie Zink, doch wohl nur halb so stark. Ucberhaupt aber tritt derGalvanismus, der allen Metallen zukommt, um so stärker hervor, je ent-gegengesetzter das Verhalten der beiden angewandten.Metalle gegen Sauer-stoff und. andere Agentien ist. Jener electrische Strom bringt nicht nurviele merkwürdige, zur belehrenden Unterhaltung dienende Wirkungen hervor,'sondern gewährt auch ein wichtiges Heilmittel. Zwei beliebig geformte, un-gleichartige Metalle, die durch unmittelbare Berührung oder durch ein Zwi-schenmetall einerseits, und durch einen feuchten Leiter anderseits mit einanderin Verbindung stehen, bilden eine sogenannte einfache galvanische Kette,wodurch schon merkwürdige Wirkungen hervorgebracht werden. Weit merk-würdigere werden jedoch durch die sogenannte Voltaische oder Galvani-sche Säule, was eine Verbindung mehrerer Plattenpaare ist, hervorgerufen,da die schwachen Electricitäten oder Ströme, welche jedes einzelne Paar her-vorbringt, sich hier zu einem starken Gesammtstrom summiren, welcher Men-schen und Thieren starke Erschütterungsschlage zu ertheilen, merkwürdige che-mische und magnetische Wirkungen hervorzurufen, Drahte und Metallblätterzu schmelzen und zu entzünden vermag u, s. w. Eine solche Säule wirdaus Kupfer- und Zinkplatten mit zwischengelegtcn feuchten Tuch- oderPappscheiben aufgebaut. Je großer die Anzahl der Plattenpaare ist, um sostärker ist die Electricität. Zur Ertheilung von galvanischen Schlägen istnöthig, 80 bis 100 Plattenpaare oder noch mehr über einander zu setzen;dagegen die andern physiologischen, so wie die chemischen Wirkungen schonmit 12 bis 20 Paaren sehr deutlich dargestellt werden können.' Von be-sonderer Wichtigkeit ist die galvanisch - chemische Erscheinung der Reductivnvieler Metalle aus ihren Auflösungen in Säuren, welche stattfindet, wennman ein anderes, leichter vxydwbares Metall damit in Berührung bringt.