Buch 
4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
Entstehung
Seite
37
JPEG-Download
 

Ganz mache» Garbe. Z7

Ruthen und Reisigholz, die auf den angegebenen Wegen ihre technische Au-LUtmachung erhalten. Diejenigen Hölzer, welche aber der Lange nach zer-schnitten werden, nennt man Schneidhölzer.

Ganz machen, l) Wenn man einen Walddistrict mit Jagdzeu-gen ganz umstellt. 2) Wenn man eine in Unordnung gekommene Treck-wehr oder Reihe von Treibleuten wieder in Ordnung stellt. Man ruft dannden Treibleuten und den dazwischen eingetheilten Jägern zu: ho! ha, ho!Wehr halt! und darauf: ho! ha, ho! mach ganz! Die TreibleuteMüssen auf diesen Ruf stehen bleiben, bis sie wieder in Ordnung gestelltsind, und auf den Zuruf: ho! ha, ho! geht zu! wieder vorrücken. Wodie Treibleute Dickichte zu durchgehen haben, kommen sie nicht selten ausder gehörigen Entfernung und Linie, weshalb man genöthigt ist, mehrmalsganz zu machen.

Ganzvögel, werden die größern Droffclarten, als: Wachholderdros-sein, Ziemer oder Schnarren u. s. w. genannt. Von diesen rechnet man4 Stück zu einem Spieß. Von den übrigen Drosselarten, als: Weindros-seln, Zippen u. s. w., die Halbvögel genannt werden, zahlt man 8 Stückiu einem Spieß.

Garbe, ist ein Gebund von Halmfrüchten, welche noch ihre voll-ständigen Körner enthalten, wohingegen die Gebunde der bereits ausge-droschenen Halmfrüchte Schütten genannt werden, und man diese Benen-nung, überhaupt auf Langstroh der Halmfrüchte anwendet, wahrend man dieGebunde von Krummstroh Strohbunde (Bunde) nennt. Die Garben sindvon sehr verschiedener Größe. Es kommt hierbei auf die Verhältnisse an,welche zweckmäßiger sind; vergl. Ernte. Sonst kommt es darauf an, obFrohnarbeiter die Verpflichtung zur Abfuhr oder zum Ausdrusch einer gewis-sen Anzahl Garben haben; in diesem Falle macht man sie möglichst groß.Sind jedoch keine Umstände vorhanden, welche eine besondere Größe derGarben bedingen, so sind Garben von mittlerer Größe die besten. Zu großeGarben erfordern bei der Ernte starke Leute zur Handhabung, zu kleine da-gegen verursachen einen zu großen Aufenthalt in der Arbeit und es sinddazu um so mehr Bänder nöthig. Je länger übrigens das Stroh der Halm-ssüchte ist, um so schwächer, und je kürzer es ist, um so stärker könnendie Garben sein. Zum Binden der Garten werden Strohbänder, Bändervon Schilf, von weidenen Ruthen, oder auch bei der Winterung von demfrisch gehauenen Getreide genommen. Im letztem Falle können nur kleineGebunde gemacht werden, und man erleidet, da ein großer Theil der Kör-ner der Aehren des Bandes verloren gehen, einen sehr bedeutenden Verlust,öunial wenn die Früchte überreif sind und die Erntewitterung sehr trockenist- Im Allgemeinen ist daher das Verfahren, in Bänder von Getreide zubinden, zu tadeln und wird nur bei Strohmangel als eine Ausnahme ge-wchtsertigt. Die Garben werden nach Mandeln 15 Gebund, Stiegen 20Gebund, und Schocken 60 Gebund gerechnet. In manchen Gegenden istes gebräuchlich, zur Mandel oder Stiege zuzugeben, was jedoch keineswegsanzurathen ist, wenn es nicht etwa zur fester» Aufstellung der Mandelnöthig wird. Beim Binden der Garben ist besonders darauf zu sehen,daß sie möglichst gixjch st^, ^nb das Band weder zu sehr nach den Stur-zelcnden, noch j U sthx an Aehrenspitzm kommt.

. Gtlrve (Aehiliea), ein Blumengewächs mit ziemlich zahlreicher undwert verbreiteter Gattung, die sich besonders durch ihren Blüthenstand in