Garten.
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Anlage von selbst auffinden lasten. Größere Garten theilt man zuvörderstdurch breite Hauptwege, auf welchen auch gefahren werden kann, in 4, 8,8 oder mehrere längliche quadratische Quartiere, je nach der Größe desGartens; die Quartiere selbst aber wieder durch schmälere Wege (Beetwege)in Beete. Rings um sämmtliche Quartiere läßt man wieder einen Weg,um bequem nach allen Seiten gelangen zu können. Die Breite der Haupt-wege richtet sich nach der Groß? der Quartiere, doch brauchen sie nie breiterals 6 F. zu sein. Um das Gedeihen des Unkrautes darauf zu verhüten,werden sie mit grobem Sande beschüttet. Zum leichtern Ablauf des Wasserslegt man sie gern nach der Mitte zu gewölbt an. Die Beetwege, welchebloß fußbreit zu sein brauchen, werden alte Jahre, so oft das Land umge-graben wird, wieder ganz neu und oft in andern Richtungen angelegt,während die Hauptwege beständig bleiben. Man hat Samenbeete, wor-auf der Same gesäet oder gelegt wird, und Pflanzbeete, auf welchendie im Samenbeete ausgegangenen Pstanzen ausgesetzt werden. Beide Gar-tenbeete können neben einander und in immerwährendem Wechsel liegen.Außerdem giebt es aber auch noch Beete, welche beständig ihre Richtungund Lage behalten, so die Rabatten, welche um die Quartiere, wenig-stens an den mittleren Hauplwegen, herumlaufen, oder die Einfassung derQuartiere bilden, ferner die Endbeete, welche noch außerhalb der Quar-tiere an den Wänden des Gartens, aber nur gegen Osten und Nordenangelegt werden und die Mistbeete (s. d.), zu denen man einen geschütztenOrt zu wählen hat, welcher den ganzen Tag die Sonne und vorzüglich einetrockne Lage hak, so daß man sicher ist, wenigstens 3 bis 4 F. tief keinWasser zu haben. Die Gartenbeete können beliebig nach der Längeoder der Quere der Quartiere angelegt werden. Sie sollen ebenso langsein und so breit, daß man von beiden Seiten zu allen Pflanzen bequemlangen kann. Die rechte Breite sind 4 F. Die Endbeete werden von2 bis 5 F. Breite angelegt, und sind deshalb sehr nützlich, weil hier die Pflan-zen in eine warme Lage zu stehen kommen. Doch benutzt man zweckmäßigerdiese Endbeete hauptsächlich bloß für den Spalierobstbau, in welchem Falleman sie nur 2 F. breit, ungefähr I F. erhöht macht, an den Mauern dasnöthige hölzerne, schwarz angestrichene Spalier anbringt, und hierauf Pfirsi-chen, Aprikosen, Nectarinen, Feigen und Birnen in gewissen Distanzenanpflanzt. Dazwischen kann man noch, bei hinreichender Höhe des Spaliers,hochrankende Weinstycke ziehen, welche oberhalb der Obstbäume das ganzeSpalier überziehen. An der vordern Seite des Endbeetes kann man nochdie große Ananaserdbeere in einer Reihe anpflanzen, nur muß man dieRanken fleißig abnehmen. Die Rabatten kann man mehr zur Zierdebestimmen, in welchem Falle man sie nur schmal, etwa 2 F. breit machtund mit Blumen (weißen Lilien, Rosen, Nelken u. s. w.) bepflanzt, oderauch zum Nutzen, indem man sie mit gewöhnlichem Gemüse oder mit Ar-tischocken bepflanzt, oder Spargel darauf anlegt, wo man sie 3 bis 4 F. breittuacht, auch wohl in weiten Distanzen Zwergobstbäume darauf bringt. Eslassen sich aber auch die Rabatten vorzugsweise zur Obstzucht benutzen, in-dem man in je g Ellen Abstand Pyramiden setzt und zwischen je 2 Pyra-miden einen Johannisbeer- oder Stachelbeerstrauch, eine Ostheimer Kirsche,eine kleine Mirabelle oder ein Kernobstbäumchen, welches auf Johannisapfeloder Quittenstamm veredelt ist und nicht über iz bis 2 Ellen hoch Werdendarf. Wird jedoch nach mehreren Jahren der Abstand von 6 Ellen für dievon». Sex. d. gcs. Land- u. Hausw. IV. 4