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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Gyps.

sieht weiß, röthlich, gelblich, bläulich ins Braune und Graue, mit weißemStrich und Glas- bis Perlmukterglanz; ist durchsichtig bis undurchsichtigund von unebenem bis spliltrigem Bruch. Er zerknistert vor dem Lcthrohreund schmilzt zuletzt an den Kanten zu weißem Schmelz, giebt mit Boratunter Ausbrau'en ein gelbliches Glas. Er löst sich in 460 Theilen Wasserund schmeckt erdig, fade. Man unterscheidet folgende Abänderungen:

Gypsspath (blättriger Gvps, Fraucneis, Marienglas, Selcnit), findetsich krystallisirt und derb von krystallinisch-blätirigem Gefüge, bisweilenstrahlig-blättrig (Stcahlgyps); ist durchsichtig mit doppelter Strahlenbrechungbis halbdurchsichtig. Er findet sich hauptsächlich im Flötzgebirge in Begleittung von dichtem Gvps und Steinsalz, bei Sulz am Neckar, SchwäbischeHall, Herrenbcrg im Würtembergischen, im badischen Oberlande, in Thü-ringen, Sachsen, Baiern, der Schweiz, bei Paris, in Italien, Spanien u. f. w>1») Fasergyps (Federgyps, Federweiß, Seidengpps), derb von faserigemGefüge, durchscheinend, Perlmutter- bis seidenglanzend; meist weiß, sei'tener grau und gelb. Er findet sich meist in schmalen Gangen undSchnüren im dichten und körnigen Gyps des Flötzgebirges, namentlich desKeupers, in Schwaben, Thüringen, Hannover; ausgezeichnet langfaserigund seidcnglänzend in der Nähe von Genf. e) Körniger Gvps (Ala^basier), derb, mehr oder weniger feinkörnig ins Schuppige; durchscheinend,mit unebenem, ins Splittrige gehenden Bruche, Perlmutterglanz.weiße, feinkörnige, derbe, dem dichten sich nähernde Gyps, von festemGefüge heißt Alabaster; der mit bituminösen Theilen verbundene, meistetwas dunkel gefärbte Gyps heißt Stinkgyps. Der gewöhnliche körnigsGyps findet sich überall mit dem vorigen im Ucbergangs- und Flötzgebirge!der Alabaster vorzugsweise im Toscanischen und in Oberitalien. <i) Erdige^Gpps (Gypserde, Mehlgyps) ist zcrreiblich, staubartig, aus lockern odckschwach verbundenen erdigen Theilen bestehend; weiß ins Röthliche undGraue; fühlt sich mager an und färbt etwas ab. Der feinschuppige, schus^weiße, locker angeflogene Gpps heißt auch Schaumgyps; er findet st^in der Nähe von Paris. Der erdige Gyps findet sich überall mitvorigen im Flötzgebirge. Der spathige und faserige Gvps waren frud^unter dem Namen Fraueneis in der Arzneikunde gebräuchlich. Derdüster dient zur Verfertigung kleiner Bildhauerarbeitcn, häuslicher Geräw^architectonischer Verzierungen u. dergl., und nimmt eine schöne Politur nn >ain meisten geschäht ist der rein weiße aus dem Toscanischen. WegenFeinheit des Korns und der Weichheit lasten sich daraus sehr feine &zierungen verfertigen. Der rohe Gpps dient gemahlen als DüngungMittel auf Wiesen, Hülsenfrüchte- und Kleeackecn (s. Dünger); " g,Hanf soll er nachtheilig sein. Wird der Gpps einer gelinden Hi^gesetzt, so verliert er sein Krystallwaster und heißt alsdann gcbrannGyps (s. Gypsbrennerei); in dieser Gestalt wird er zu StU°a^als Mörtel und Kitt und zum Tünchen gebraucht; zur Verfertigung

Gypsabgüssen und Statuen, so wie zum Tünchen bedarf es eines rund weißen Gypses. Beim Weißen der Wände darf dieses Gppöwew ^mti dünn aufgetragen werden, da es sich sonst leicht abblättert. ® Afil -überhaupt aber nicht so gut, als Kreide, und wird mit Del gelblich-Passer angerührt dient der gebrannte Gvps auch zur Verfertign 8 ^künstlichen Marmors und der gegostenen Fußböden (oder TerrasttN /welchem Behuf er gewöhnlich mit Mineralfarben und Lcimwafler S