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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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HafergraS.

entbehrlich wird, so wird doch, da der Hackfruchtbau eine bedeutende Aus-dehnung erhalten muß, nicht immer alles Land für den Hafer erhalten,worauf er bisher kultivirt worden, so wie auch eine Zugkuh, wenn solchein der Milchnutzung nicht ganz zurückschlagen soll, beträchtlich bester undkräftiger ernährt werden muß. Wo übrigens die Rindviehzucht noch zurück-steht, wie dies in vielen Gegenden Deutschlands der Fall ist, da dürfte eszweckmäßiger sein, die Ausdehnung des Hacksruchtbaues, anstatt zum Futterfür die Pferde, vorerst zu Gunsten des Rindviehes vorzunehmen. Uebrigensist die Kartoffelfütterung eigentlich nur für die Ackerpferde geeignet, da sieschnell laufenden Thieren als ein zu saftiges Futter meist nicht bekommt,und bei Frachtpferden nicht hinlänglich nachhält.

Hafergras (Avena). a) Hoher Wiesenhafer, französischesRapgras, s. Rapgras. b) Gelber Wiesenhafer, gelbes Hafer-gras, Goldhafer (Avena slavescens). Dieses ausdauernde Gewächsgehört mit zu unsern vorzüglichsten Wiefengräsern, und findet sich auftrocknen Wiesen, Triften und in Grasgärten häufig; es blüht im Juni,Juli und reift da und im August und später. Im lockern Boden treibtdie faserige Wurzel oft kriechende Ausläufer; die Halme werden bis 2 F-hoch, sind zart, gestreift, in einem und dem andern Gelenke gebogen oderaufrecht; die Rispe wird bis 6 Z. lang, ihre langem Aeste tragen 5 bis 8gelbgrüne, 2- bis llblüthige Aehcchen; der an beiden Enden stumpfe SaN>eist gelblich und wächst zuweilen auf dem Stocke aus. Gegen die Sonnegehalten, erscheint die blühende Rispe dieses Grases goldgelb, daher seinName Goldhafer. Ob er nun zwar gleich wegen Weichheit und Geschmackein dem Vieh angenehmes Futtergras ist, und zur Vcrbefferung des Heueswesentlich beiträgt, auch zweimal im Jahre gemäht werden kann, so dürstedoch sein Anbau für sich allein deshalb weniger zu empfehlen sei, da erals klein und zart nicht ergiebig genug ist. Der leichr zu erhaltende Lwniemit andern Gräsern, .z. B. mit Schwingelarten für Schafe, ausgesäet ver-bessert die Weiden. c) Wiesenhafer, rothes Hafecgras, wilderBerg Hafer (A. pratensis). Dieses ausdauernde Gewächs findet ma"auf trocknen Wiesen, Weiden und Hügeln, besonders wo der Boden kalk-haltig ist; blüht im Mai und Juni und reist im Juli und August.

Wurzel wuchert stark; die bis 3 F. hohen und hohem Halme sind bis r"^Hälfte ihrer Länge mit Blättern besetzt, deren Spitze hohl und purpu^farbig ist, die'Wurzelblätter haben auf beiden Seilen Härchen; die KiSkist traubenförmitz, und ihre 4- bis üblüthigcn Aehrchen sind dunkelvioügescheckt; der länglich nackte Same ist braun. Jung wird diese Grasact vo^allem Vieh, besonders aber den Schafen, gern gefressen; doch ist wegen igeringen Ertrags, der noch bedeutend unter dem Goldhafer steht, ihrnicht anzurathen. d) Kurzhaariger Wiesenhafer, haariges Hfergras (A. pubcscens), ein ausdauerndes Gewächs, findet sich S'*? 1 g,häufig auf trocknen Wiesen, Weiden, auf Anhöhen, in Gebüschen, L.garten und liebt einen sandigen Lehmboden, besonders aber kalkhaltige Stellblüht vom Mai bis Juli, reift im Juli und August. Er ist dem vorig ^ganz ähnlich, nur ist die Rispe voller,, ihre Aeste stehen unten zu 5quirlen, die Aehrchen sind 2- bis 3b!üthig, blaßviolet, bräunlich t!n&gescheckt. Er wird vom Viehe gern gefressen, ist aber übrigens nur ein rnmaßigeö Futtergras und bloß wegen seiner frühern Entwickelung annehzur Aussaat aber, sei e§ auf Wiesen oder Weiden, nicht zu empfehlen-