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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Haferwnvzel.

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<£aferUUtr$tfI, Bocksbart (Tragopogon porrisolium), (nicht zuverwechsln mit der Scorzonere, s. d., welche auch schwarze Haferwurzel ge-nannt wird), ist eine einheimische zweijährige Pflanze, welche im Juni bisÄugust blüht und im September reift. Man trifft sie in waldigen Ge-bender, auf Wiesen,Hügeln wild, baut sie aber wegen ihrer eßbar, n Wur-zeln auch in Gärten an. Die lange, spindelförmige, außen schwärzliche,innen weißgelbliche Wurzel enthalt einen süßlichen Milchsaft; der glatteStengel wird 3 F. hoch und höher; die glatten, straffen, linien-lanzett-förmigen Blätter umfassen den Stengel; die purpur- oder violetblaulichcnBlumen stehen auf oben verdickten Stielen, die Kelche sind länger als dieStrahlen der Blumenkrone; die der Lange nach gestreiften, rauhen SamenLehen in einen langen und dünnen Stiel aus, welcher eine federige Haar-fsone trägt. Man kann den Samen schon zeitig im Frühlinge, sobalddie Erde offen ist, dünn aussäen und unterbringen. Man wählt hierzus>n grucs, fruchtbares Land, welches das Jahr zuvor gedüngt und schonvn Herbste tief umgegraben ist. Läuft der Same zu dick auf, so zieht^an einige Pflanzen (bis auf eine Weite von 6 Z.) aus, pfrettet (s. d.)stlche einmal, jätet und überläßt sie dann ganz sich selbst. Im Spätherbsteb^äbt man die Wurzeln aus, reinigt sie von allen Erdtheilen, und hebt sieZocken, in Sand im Gewölbe oder Kellern eingeschlagen, auf (vergl. Ge-müse), wo sie sich bis in den April oder Mai gut halten und im Winter, !vie die Scorzoneren verbraucht werden. Viele lassen auch diese Wurzeln, en Winter über im Lande stehen und graben sie nach und nach aus;d°ch sind diese an Güte denen nicht gleich, die im Herbste ausgegraben wer-tn sind. Man hüte sich, bei der Aufbewahrung die Blätterbüschel abzu-'^Neiden, oder überhaupt eine Wunde zu verursachen, weil sonst der milch-Saft herausquillt und Fäulniß entsteht. Es halten sich aber über-^Upr diese Wurzeln nicht länger als ein Jahr; wenn sie im Frühlinge desfeilen Jahres ihre Samenstengel zu treiben, anfangen, so werden sie holzig"d verlieren auch ihren milchigen Saft. Um Samen zu ziehen, läßt'' n einige Pflanzen zum folgenden Jahre stehen, pflanzt sie im Frühlinge! ^a i F. roc { t uon einander und bindet sie nachher an Stäbe. Zur Zeit

! Samenreife muß man sorgfältig Acht haben, daß der Same nicht vom! >nbe fortgeweht wird. Man sammelt ihn daher in dem Maße, als er! z täglich ein, reibt die Wolle davon ab und bewahrt ihn auf; er bleibt^ahre keimfähig. Zum Verspeisen benutzt man sie ebenso wie die Scor-zu Salat und Gemüse; ihr Geschmack ist angenehm und nicht soih 'Up, wie bei der Zucherwurzel, leicht verdaulich und besonders kranken^ssonen zuträglich. Außerdem benutzt man sie auch wie Cichorien undk^°'z°neren, als Kaffeesurrogat; und von den im Lande stehen gebliebenenh " mjn die jungen Sprossen, wenn sie im Frühjähre etwa 4 bis 6 Z.^Angewachsen sind, wie Spargel oder Hopfenkeime benutzen. Die wil-t f jc 8e[ i>e Haferwurzel- (Dr. pratcnsej, ebenfalls zweijährig, blüht und^ "°ch etwas früher, als vorige, auf Wiesen, Triften. Der 2 F. hoheW;J el ist ästig und glatt; die gelben Blumen sitzen aul ebenfalls obendien £ Seelen, und ihre Kelche sind so lang, als die abgestutzten 5zäh- .

> rahlen der Blumenkrone. Bei heitrem Wetter öffnen sich dieton früh 3 Uhr und schließen sich Mittags. Man kann die Wur-^k^hs""3en Schößlinge und saftigen Stengel, wenn es im Frühjahre an®on * °denso gebrauchen, wie vorige; angebaut aber wird sie nicht,2cr. d. ges. j-and- und Hausw. IV. 27