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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hngclablcitcr.

geschwollenes Ansehen haben. Uebcrhaupt haben diese Wolken keinen sehrhohen Stand, und bilden sich gewöhnlich so plötzlich und unerwartet, daßnian oftmals kaum weiß, woher sie kamen. Sie nehmen dann wiederumeinen ebenso sonderbaren Gang; oftmals halten sie eine fast gerade Linie,die an den Seiten scharf abschneidet; zuweilen setzen sie in ihrem Zugeplötzlich ab, und verwüsten nur eine kurze Strecke, wogegen sie ein ander-mal wieder einen weilen Zug nehmen und einen ungeheuern Landstrich ver-heeren. Bei Annäherung des Hagels zeigt der Electrometer (s. d.) eine sehrhäufige Veränderung der Größe und Eigenschaft der Electricität, denn nichtselten sieht man unter diesen Umstanden, daß sie von der positiven zur ne-gativen übergeht, und umgekehrt wiederholt sich die'e Erscheinung in einerMinute 10- bis >2mal. Vor dem Herabfall des Hagels hört man oft einGeräusch. Ob sich gleich der Hagel in verschiedenen Formen zeigt, so hatman doch bemerkt, daß der Hagel von einerlei Regenguß durchgehendS auchvon einer und derselben Gestalt ist. Dem kleinen Hagel giebt man die Be-nennung Graupen (Graupeln), die weniger dicht sind, und deren Obec-fläche gleichsam mit Mehl überdeckt zu sein scheint. Sie sind eine Mittel-art zwischen Hagel und Schnee, und zeigen sich nur bei einem schmacMund vorübergehenden Gewitter. Bei jedem Hagelwetter nimmt man stet»

. eine doppelte Windstörung, die sich gegenseitig bekämpft, gewahr; je heftig^der -Gegenstoß ist, desto mehr Hagel fällt nieder. Die breiten Thäler cdetEbenen zwischen hohen Gebirgen sind Schloßenschauei» besonders ausgesetzt-In Gebirgen ist der Hagel stets kleiner, weil er früher niederschlägt, ehe ^sich vergrößern konnte. Wegen des specifischen leichten Gewichts, verglichen nhder Schwere des Wassers, fallen die Schloßen, ob sie gleich aus der Höhe nErcre tausend Fuß niederstürzen, langsam auf die Erde herab, ein UmstaU 'daß sterbet ihrer Größe, die sie oft haben, nicht noch weit mehr verheeren-Hagelableiter Um Felder gegen Hagel zu schützen, hatverschiedene Vorschläge gemacht. Einige Naturforscher haben zuvorgeschlagen, den Hagel auf einen bestimmten Ort zu leiten, wo seine 2B 1 *'keinen Schaden zchügen könnte. Da sie beobachtet, daß die Gewitter 8wohnlich den Höhenzügen, oder dem Laufe großer Flüsse und Ströme rund da sie mit der leitenden Eigenschaft der Metailspitzen bekannt traft-hofften sie bei Errichtung einer Reihe von Holzstangen mit Metallsp'tz^versehen (und zwar je mehr und je höher um so bester), von dem Orte ist >'wo sich die Hagelwolken bilden, dem Unwetter den Weg zu zeigenden Ort seiner Entladung vorzuzeichnen. Dadurch aber, daß man beab!tigt, durch aufgestellte Blitzableiter den Hagel zur Entladung aufstimmten Ort hinzuziehen, würde vielmehr das Gegentheil erfolgen, ^

gelbildüng dadurch zerstört und die benachbarten Gegenden verhagelt

Andere hatten die Vorstellung, die hagelschwangern Gewitter zufrüher loszubrechen, bevor sich ihre schrecklichen Bestandtheile in zu betn ^lichen Masten gesammelt hätten, und empfahlen, zur Erreichung ~ (rI-Zweckes, Bomben in die Luft zu schießen und Raketen steigen zu *

Der größte Theil hatte zur Absicht, die Bildung des Hagels gänzlich 5' c! ,dern, und dies sollte heftige Erschütterung der Lust durch Berpu^^stoder durch Glockengeläute geschehen, um dadurch die angehäuften r,

zu zertheilen. Andere haben vorgeschlagen, die kahlen, unbebauten ^wo sich nach langen Erfahrungen die meisten Ungewitler bildeten, jjfiocbeine und die andere Landschaft verwüsteten, wieder zu bepffanzen-