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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hagele, ssccuranz

Andere waren der Meinung, daß man die electrischen Wolken von der Erdestocken könnte, wenn man große Rauchwolken aufsteigen ließe, die man"ls eine nicht leitende Substanz betrachte. Endlich kam man auf den Ge-sinken, die in der Atmosphäre angehäufte Electricität den Wolken entziehenwollen, und zwar mittelst großer Feuer oder durch starke Ausdünstung,U>id in der neuesten Zeit durch Hagelfchirme von aufgerichteten Stangen.Diese Hagelfchirme sind eine Art sehr einfacher und wohlfeiler Gewiiterab-^iter. Anfangs waren sie nur aus einer Stange mit einem StrohseileUniwunden, welches die electrische Materie bilden sollte, zusammengesetzt.Da man aber allgemein Stroh als einen sehr schlechten Leiter der Electri-kstät erkannte, so fügte man nach und nach einen Bindfaden und endlich°>nen messingenen Draht hinzu,, den man über die Stange als Spitze hin-ausgehen ließ und unterhalb dieser Stange in den Erdboden einsenkte. Manöat in und auch außerhalb Frankreich ziemlich große und ausgebreitete Feld-marken mit Hagelschirmen versehen, indem man bisse- Stangen 150 bis200 Metres eine von der andern entfernt aufstellte. Man hat anfänglich^hanptet, daß die Hagelwolken überall um diese Oerter geschwebt und ihrenUmkreis verschont hatten. Indessen haben doch auch diese ihre Kraft nicht^wahrt, und es hat, trotz der aufgerichteten Hagelschirme, in die Weinbergebehagelt, ja sogar am 22 . Juli 1826 die mit Hagelschirmen auf das Voll-^Mmenste versehenen Weinberge des Eanton de Vaud ganz und gar verha-llt. Dagegen hat man von verschiedenen Gemeinden sowohl in Frankreich,"ls in Italien, die ihre Felder gegen Hagelschlag durch Ablcitungsstangen-Wchert hakten, Beispiele des Gelingens namentlich angezeigt, und derenaussagen vom Magistrat und andern öffentlichen Personen feierlich besta-tt. Oberitalicn oder die Lombardei ist dem Hagelschlage mehr, als vieleAndere Laudercien, ausgesetzt, weil die See- und Schweizeralpen die aus"m Miktelm^ere aufsteigenden Dünste anziehen, die sich in große Haufen-um tuest Höhenzüge^ aufsammeln und in Folge dieser Anziehung still-^hen, wodurch häufige Gewitter in der wärmern Jahreszeit erzeugt und^durch die Hagelbildung befördert werden kann. 14 Gemeinden aus demi?°lognesischen und andern Gegenden längs dem Po haben, nach gemcin-?lastijcher Berathung, einige hundert Tausend Morgen Land mit Hagelablei-I» beseht, und sollen seit mehreren Jahren von dieser Landplage durchaus be-Jjf't sein. Im Ganzen ist anzunehmen, daß die Hagelableiter ein sicheres^hutzniillA nicht gewähren, wenn man auch aus den rmgünstigen Fällen^ nicht geradezu auf eine gänzliche Wirkungslosigk.it derselben zu schließenZüchtigt ist, indem die noch immer ziemlich dunkel bleibende Hagelbilbungb Hagel) vielleicht manchmal mit einer überwiegenden, dann allerdings^ch keine Ableger zu besiegenden Starke wirken, möglicherweise auch ausy "vcherlei zusammenwirkenden Ursachen zusammengesetzt sein kann, von de-jJ 11 vielleicht bloß die eine oder die andere, in besondern Fallen gerade Vüe=als die übrigen in Betracht kommende, von Hagelableitern aufgehobenvermag. Es möchte aber auch meistens die Kostspieligkeit zu er-h^^ader Hagclableiter außer Verhältniß der Wahrscheinlichkeit des Schutz s,leisten sollen, stehen; daher wird es immer sicherer und minder kvst-/ seine Früchte bei einer zweckmäßig eingerichteten und sichern'belassecuranz (s. d.) gegen den Hagel zu versichern.

3eit ^ilgelasseenran;. Derartige Institute, welche erst in neuercrenlstanden sind, haben zum Zweck, den Landwirth gegen Verlust durch