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Hagelassecuranz,
unabwendbare, ihm sehr nachthcilige Wittcrungsunfälle insofern zu schützcn,als er sich durch seinen Beitritt zu solchen Anstalten den Ersatz jeden Scha-dens sichert, den er an seinen Feldfrüchtcn durch Hagelschlag erleidet. Werdem Jahre 1812 kannte man in Deutschland Versicherungsanstalten gegenVerluste durch Hagelschlag noch gar nicht. Der erste Verein zur Uebertra-gung erlittener Hagelschaden bildete sich 1811 in Anhalt-Käthen, und tratIm darauf folgenden Jahre mit einer Subscriptionssumme von 319,67aThalern ins Leben. Erst nach dem ersten Abschlüsse, der, wie die der nächstdarauf folgenden Jahre, sehr günstig war, erfolgte die herzogliche Eonsirina- ,tion des Grundgesetzes. 1815 hatte die Versicherungshauplsumme schon dieHöhe von 1 Million Thaler erreicht. Die im Jahre 1818 erschienene neueAusgabe des Grundgesetzes enthalt allerdings schon sehr wesentliche Verbesse-rungen von Seiten der damaligen Direction dieser Anstalt, indessen lag derKeim zur Auflösung dieses Instituts in dem beigehaltenen Gesetze, nach wel-chem es jedem überlassen blieb, die Früchte seiner Felder und den etwa cherwartenden Ernteertrag nach seinem Gutbesinden zu schätzen, welche Bestim-mung bald zu den verwerflichsten Speculationen in allen den Gegenden be-nutzt wurde, in welchen Hagelschlag ein nicht selten wiederkehrendes Ereignffist. 1821 waren schon über 5^ Mill. Thaler versichert und i^l- Proccm :erforderlich, um die Schaden zu decken; 1822 waren bei einer fast gleicht iVersicherungssumme 2^ Procent nöthig und 1823 mußten 5^ Prcccmausgeschrieben werden, um alle Vergütungen zu leisten. Schon nach deMAbschlüsse von 1822 trat mehr. als die Hälfte der zeiiherigen Mitglieder a»s-Der Abschluß von 1823 mußte aber unter solchen Umstanden der ganffUAnstalt verderblich werden; 5-^ Procent konnten viele Mitglieder nicht be-zahlen, andere wollten es nicht, und so wurde das ganze Geschäft lichU-dirt. — Die Mangel dieses Instituts hatten bereits 1820 ein ähnliches,Halberstadt begründetes Unternehmen veranlaßt, bei welchem von dc>Versicherungseingaben schon sehr specielle Nachweisungen verlangt wurden-Die versicherten Aecker mußten namentlich, und mit Bezeichnung der Grenz"'-Größe und Aussaat, so wie des zu hoffenden Ertrags angegeben sein , *•"; jdie Werkhsbestimmung konnte nur nach mittlern Marktpreisen geschehe ' !
1822 waren bei diesem Institute 1056 Mitglieder mit einer Summe v :3,258,955 Thaler versichert; die von der Anstalt im nehmlichen * c 1gewährende Entschädigungssumme betrug 30472 (23£ Gr. Proc-), und ^durchschnittliche Betrag der Prämie wahrend der kurzen Dauer des gestehedieser Anstalt ungefähr H Proc. Das Jahr 1823 erschütterte auchInstitut, welchem eine längere Dauer zu wünschen gewesen wäre.durch die Auflösung beider Institute entstandene Lücke wurde fürWirthe, namentlich für diejenigen, welche den Werth einer solchen ^ Ikennen gelernt hatten, sehr fühlbar, und es fällt in diese Periode !
gründung von zwei der ersten Institute dieser Art in Deutschland, j1822 bildete sich die Berliner Hagelassecuranz-Gesellschu>im folgenden Jahre die Gesellschaft zu gegenseitiger ^„d
den-Vergütung in Leipzig. Das Berliner Institut ist das crj teinzige Unternehmen in diesem Zweige des AffecuranziresenS, ci-
Actien begründet wurde und Prämien bestimmte. Wenn auch vonnen Seite diese Art der Begründung der neuen Anstalt für die ^"^siteNziemlich gewagt war, so erhielt sie doch von der andern den ung >
Beifall im Publicum, da man hier im Voraus wußte, was und