428
Hahnenfuß.
liebsten wirkende Art, und der scharfe Stoff ist in den Blättern und Dlu- |inen am heftigsten. Das frische Kraut verursacht beim Viel) vas sogenanntekalte Feuer und oft den Tod, weshalb man auf Ausrottung dieser Pflanzeauf Viehweiden und Wiesen Bedacht zu nehmen bat. Auch bei Menschenzeigen sich nach dem Genuffe alle die schauderhaften Erscheinungen der Ver-giftung , und besonders bekommt der Unglückliche krankhafte Verzückungenim Gesichte, dem Lächeln eines Verrückten ähnlich (sardonisches Lacheln)-e) Scharfer Hahnenfuß, Waldhähnlein, Brennkraut (ü. aeris) ( aus-dauernd, blüht im Mai und Juni in feuchten Wäldern, auf Wiesen, Triften.
Der bis 2 F. hohe Stengel ist unten haarig, nach oben kahl und äuigidie langgestielten Wurzelblättcr sind 3theilig, und die Theile wieder vielfäl-tig gespalten, den Stachelbeerblättern etwas ähnlich, die obersten sind uns**gespalten, lanzettförmig, schmal; die großen gelben Blumen stehen gleich'aMin Rispen; die Samen endigen sich in eine kleine umgebogene Spitze. DiesePflanze kommt der vorigen an Scharfe fast gleich, sie bewirkt alle die traurigenErscheinungen wie jene, nur in etwas geringerem Grade. Man schreibt ihr dasoft unerklmbare Viehsterben zu. Getrocknet und veredelt in Garten schadet erweniger, k) K no l l i g e c Ha I, n enfu ß, Rhbenranunkel (U. InilbosuH, aus-dauernd, blüht vom Mai bis Juli, auf Weiden, Wiesen, Aeckern, in Obfrgar-ten. Die fleischige Wurzel ist zwiebelartig m t Fasern; der weichhaarige Stengelwird fußhoch; die untersten Blätter sind 3theilig, die obersten BlärrcheNschmal, lanzettförmig; die großen gelben Blumen stehen am Ende einzelnauf langen Stielen. Wurzeln und Blätter dieser Pflanze haben eine atzend^ |Schärfe, die, wie man behauptet, noch heftiger wirke, als die desnunkels. g) Ackerhahnenfuß (U. arvcnsis), einjährig, blüht imund Juni, reift im Juli und August auf Aeckern, unter der Saat, besondergern unter dem Roggen, überall in ganz Europa.. Der runde, glatte, gade'ästige nach oben weichhaarige Stengel wird fußhoch und hoher; die Wurzeldla/tec stehen kreisförmig, die'am Stengel abwechseln; sie sind alle gestielt, n>espaltig und gelblichgrün; die gestielten ganz kleinen Blümchen sind lännesi^gelb, und ihr Kelch zottig. Dieser Hahnenfuß wird in seinen schadlm!^Wirkungen dem vorigen gleichgeachtet. Er hat in den Blattern und ~men und besonders in den Staubwegen viele Schärfe, erregt äußerlichsen, innerlich Darmschmcrzen, ja auch wohl Blutmilch bei Kühen. 10 ^Feig Warzenkraut, der Scharbock (11- licaria), ausdauernd,
März und April an schattigen, feuchten Orten, an Bächen, aufDie Wurzel besteht aus länglichen Knollchen mit langen Fasern dazwüch^.der etwa handlange, ästige, saftige Stengel ist niederliegend und nur an ,jSpitze aufgerichtet; die gestielten Blätter sind herzförmig, rundlich und ^einzelnen Einbiegungen; die gelben Blumen stehen auf langen ^^clcu ^Ende. Bon dies.r Ranunkel sind die Blätter fast ohne Schärfe;brauchte sie sonst statt des Löffelkrautes gegen den Schacbock, sodie Wurzel, die im frischen Zustande scharf und bitter ist, zum " u f naus F eigw arzen empfahl; daher obige Namen.— Als Arznciniitkeinnere Vergiftung mit diesen giftigen Hahncnsußarten, bevor ärztlicheerfolgt, dient lauwarmes Waffer und Oel in ziemlicher MengeDem Vieh ist besonders der grüne Samenbehältec von der frischen 'schädlich, und wird auf den Wiesen meist von ihnen vermieden-können diese Pflanzen aber ohne Nachtheil von dem Viehe gefresstn ^,chweil die flüchtige Scharfe durch das Trocknen verloren geht; doch I