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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hannover-

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»lit halbjährigen Schweine» an, bie, wenn sie b.imi in einem 1(Itci- vett0|Um Jahre geschlachtet werden, 20» bis 250 Pfo. schwer zu sein pflegen,^etzt man die Mast noch ein Jahr fort, so erreichen sie die Schwere von500, ja sogar von 600 bis 700 Pfunden. Im Bierlande, wo man 130 bisl5o Pfd. Butter von der Kuh rechnet, nimmt man an, daß auf 5 Kühe2 Schweine, jedes 250 Pfd. schwer, fett gemacht werden. Da der lüne-burger Bauer seinen Viehstapel meistens in der Aufzucht benutzt, so mußer häufig Butter und Käse zukaufen; ebenso geht es meistens dem calen-bergcr. Der Schafzucht hat man gegenwärtig fast in allen Provinzeneine höhere Aufmerksamkeit gewidmet; nur da, wo sie früher hinsichtlich derDkeoge die größte Ausdehnung halte, hat sie nicht selten, der Gemeinheits-theilung halber, unverhältnißmäßigc Beschränkung erfahren. Veredelte Scha-ftreicn trifft man hauptsächlich nur in den Gebirgsgegenden. Eigenthümlichist der hohen Geest die bekannte Heideschnucke, mit langer, aber haariger,8>vber, scharfer Wolle, deffen Hauptnahrung Heide ist und die 2mal gescho-ren werden. In einigen Gegenden bekommen sie nichts als Heide; und>venn sie in andern zwar zwischen durch auf Anger und Stoppelfelder kom-men, dürfen sie doch nicht den ganzen Tag darauf bleiben, sondern müssenOor Abend wieder auf die Heide gebracht werden, weil sie sich in saftigenKräutern, wenn man sie nickt mästen will, faul fressen solle». Nur dieträchtigen Schafe erhalten im Februar und März zur Stärkung wohl etwas^6uchwei;tn oder anderes Korn, und die Lämmer, wenn sie 6 Wochen altsind. i»ehl etwas Heu. Die Schafställe werden mit Heide und Heideplag-gen angefüllt, wozwischen man gern im Winter eine Lage Pferdemist bringt;die Einstreuung mit Stroh hält man diesen Schafen sogar nachtheilig. DieStälle müssen überdies sehr luftig gehalten werden; nächtliche Hürdung kannHeidcschnucke aber nicht vertragen. Auf den Hochmooren trifft manzuweilen eine Bastardart des rheinischen und Heideschafes. Wo der Weidenkaum mangelt, füttert man die Schafe im Stalle, größtenthcils mit grü-"fm Spergel. In den Marschen giebt es keine Schafheerden. In den^lbmarschen hat man das enderstädische, in Ostsriesland das Tcxel-sshaf. Ihre charakteristischen Kennzeichen sind: der kurze, wolllose Schwanz,kahlen Beine, der meistens etwas gebogene kahle Kopf, die unverhältniß-!?äßjg langen Ohren. Das Schaf bringt gewöhnlich 2 Lämmer, auch häu-hg 3, und mitunter auch wohl 4. In Ostfriesland unterscheidet manHochländer- und Texelschafe; letztere zeichnen sich von erster» durch niedrigere^ine, bis über die Stirne bewachsenen Kopf und mehr zottige Wolle aus.o» gleicher Größe ist ihr Körper tiefer, weshalb sie mehr Wolle tragenauch ein größeres Gewicht erreichen, als jene. Dennoch werden jenemeisten g, halten, weil sie milcherqicbigcr und bei aller ihrer Gefräßigkeit^Niroch genügsamer als die Texelschafe sind. Die Marschschafe werden über-Nur einmal, und zwar im Mai, geschoren. Die Wolle der Hochländer7, 8, auch wohl 9 Z. lang; die der Texelschafe wohl 12 Z. und darü-°' c . Kräuselung der Wolle findet man nirgends in den Marschen. Das-°oNe Vermischung mit fremdartigen Racen fortgepflanzte Hochländerschafj* 8t schön silberglänzende Wolle, 7, 8, ja 10 Pfd., auch wohl noch mehr,2 ? ungewaschenen Zustande, wie sie auch verkauft wird. Die Wolle deü»i^lschafes ist dem Beschmuzen mehr unterworfen; Krimpkraft besitzt diesegar nicht. Wenn sie auch zwar keinen Anspruch auf Feinheit ma-^' n kann, so ist si« doch nicht so haarig, wie sie vielfältig die Landschaft