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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hannover.

im Innern Deutschlands tragen. Tsuf Marschweide erreicht das 2 - bis3 jährige Marschschaf ein Gewicht von 80 bis 120 Pfd., auch wohl 150Pfd., und es ist ganz besonders fettreich, so wie seine Milchergiebigkeit eben-falls sehr ansehnlich ist. Die Milch ist sehr fett und giebt einen lieblichschmeckenden Käse, wozu sie von den kleinen Leuten vielfältig benutzt wird.Bei den größcrn Landbesitzern gehen die Schafe zwischen dem übrigen Vieheauf die Weide, und wo Pferde, Kühe und Jungvieh abgesonderte Koppelnhaben, werden sie bald hier-, bald dorthin getrieben, um sich das noch z»Nutze zu machen, was jenen nicht anständig ist. Nur auf Fettweiden dul-det man sie nicht. Um sie an dem Ueberspringen zu hindern, koppelt mansie zu zweien zusammen. 4 Marschschafe bedürfen so viel Nahrung, alseine mäßige Marschkuh. Auch im Winter läßt man sie bei offenem Wetterstets die Weide benutzen. Die Pferdezucht ist vorzüglich im Hoya-schen und in Ostfricsland national; zwar werden auch in den übrigen Ge-genden zum Theil viele Pferde zum Verkauf aufgezogen, jedoch geschiehtsolches noch mehr untergeordnet. In jenen genannten beiden Landestheilenhaben sich eigenthümliche Nacen gebildet. Die hoyasche Pferdezucht liefertzwar wegen des kleinern Raumes, auf dem sie eigenthümlich betrieben wird/nicht so viel zum Verkauf, wie Ostsriesland, aber in den einzelnen Wirth-schaften ist ihr Betrieb ausgedehnter und allgemeiner. Das hoyasche Pferdzeichnet sich durch breite Brust, wohlgeformtes, vermögendes Kreuz und sehtmuskulöse Oberschenkel vortheilhaft aus. Der am Widerrist fleischige mus-kulöse Hals, der ohne merkliche Biegung dem ausgezeichnet feinen, geraden/mit feinen Ohren gezierten Kopse zuläuft, vollendet das Bild einer gefälli-gen, dabei augenscheinlich kraftvollen Figur. Die Aufzucht der jungen Pferdekostet dem Landmanne nur wenig; die Fohlen werden bei der Wintcrruheder Stuten geboren; das nahrhafte Heu, welches man fast überall in reich-licher Masse füttern kann, macht wenig Körnerfutter nöthig. Wenn dieStuten zur Arbeit gehen, welche bei den wirthschastlichen Einrichtungeneine kurze Zeit anstrengend ist, so ist ihr nahrhaftes Futter auf den Wc"den bereitet, auf denen sie vom Mai an mit ihren Fohlen Tag und Na^bleiben. Die jungen Thiere werden im ersten Herbste zeitig von der We>dfgenommen, und im nächsten Frühjahre wieder zeitig dahin gebracht.Landleute bringen gemeiniglich die Pferde im 3ten Jahre in Gemeinschmihrer ältern Pferde, ohne Nachtheil für die jungen Thiere, zur Feldarbeitda diese nur auf ebenem Boden stattfindet. Das nationale Pferd Ostfrü^lands ist mit dem holländisch- friesländischen einerlei Act, welches besond^das eigenthümliche Gebäude des Hintertheils'ergiebt, vermöge dessen cs^"'in der Regel besser zum Fahren, als zum Reitgebrauche eignet. Dieschälcr sind seift« unter 5 F. 3 Z.; mehrere derselben haben die Höhe ^6 F. , auch wohl noch darüber. Die nationale Race findet manmehr; der Gebrauch von holsteiner Hengsten in der Vorzeit soll dasGemisch erzeugt haben. Man giebt die jährliche Ausfuhr Ostfrieslands fPferden zu 2000 bis 2500 Stück an, wogegen 800 bis 1000 Stück 9 t0 *'tentheils junge Thiere wieder eingebracht werden. Die schönen Pferde, {hier ebenfalls vom 3ten Jahre an zur Feldarbeit gebraucht werden, beh>'der Landmann selten länger als ins 4te Jahr. Auch in den Marsche"Weser, des Lüneburgischen an der Elbe wird die Pferdezucht in ei"Zei"Districten mit besonderer Vorliebe und auf sehr vortheilhafle Art betr^bcn, weil man sich größtentheils der Aufzucht guter Pferde befleißigt