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Hannovov.
geben. Man pflügt auch hier den Acker, welcher Kartoffeln tragen so»,sehr tief, legt sie nach der Schaufel oder Handhacke sehr dicht, und nur2 Z. tief; ohne zu hacken und zu häufeln, jätet man bloß das wenige Un-kraut mit leichter Mühe aus. Man bewahrt die Kartoffeln für den Winterin Gruben auf, worin man sie wohl so hoch schüttet, daß sie mehrere Fußüber die Oberfläche des Bodens hervorragen, und bedeckt dann die Haufenmit Stroh oder Plaggen, über welche man Torfboden schüttet. Sie hallensich auf diese Weise vortrefflich. In den Marschen wird der Kartoffelbanungcmein vernachlässigt. Zn vielen Gegenden bearbeitet man die Kartoffelngar nicht und pflanzr sie so dicht hinter dem Pfluge, als wenn sie gesäctwären. - Rüben werden auf den Hochmooren zwar sehr häufig in dieRoggenstoppel gcsäet, aber jedesmal düngt man dazu. Sie wachsen erstaun-lich üppig ins Kraut, bekommen aber niemals recht dicke Wurzeln; mansäet sie zu dick, ohne sie nachher durch Jäten oder Eggen zu verdünnen-Im Osnabrückischen laßt man diejenigen Rüben, welche man vor Winternicht mehr aus der Erde bringen kann, bis zum Frühjahre so lange stehen,daß sie in Blüthe schießen, wo man sie alsdann den Kühen giebt, die sehrviel Milch darnach liefern. — In diesen Gegenden baut man auch sf^häufig Mohren; unter Flachs gesäet, werden sie, sobald dieser das Feldverlassen hat, geeggt, gejätet und verhackt. Sie sind ein beliebtes Winter-futter für das Rindvieh. — Als eigenthümliches hannövcrsches Futterge-wächs, sowohl auf den schwersten wie auf den leichtesten Bodenarten, >nder sogenannte Strunkkohl, eine Art Braunkohl mit ganz markige^sehr langem Stengel, der zugleich auch als Speise sehr beliebt ist; ff' n *Blätter sind sehr kraus, sprossen reichlich, und bilden eine dicke Krone, welcheletzteren den Tischbedarf, der Strunk und übrige Abfall aber den Kühen ein vor-treffliches Futter liefern. Die Butter soll bei der Fütterung dieses Kohls vielfetter, als bei der des Weißkohls,sein, und die daraus gemachte Butter,sowohl hinsichtlich der Farbe als. des süßen Geschmacks und der Fettigk-ls'der Grasbuttcr nicht nachstehen. Der Same des Strunkkohls wird im J (I 'ligen Frühjahre,, wie der anderer Kohlarten, auf schattige Gartenbeetesäet; die Verpflanzung sängt gewöhnlich von der ersten Hälfte des Juni a"!und wird so lange (bis Ende August) fortgesetzt, als man Land hat, n>obses nicht schadet, wenn auch die Pflanzen auf den Samenbeeten sehr h^geworden sind. Den Kohlacker bereit.t man durch 3- bis 4maliges,möglich 9 bis 12 Z tiefes Pflügen und Eggen bestens vor. Der Kebgedeiht besser in großer alter Dungkraft, als in frischer starker DüngU"^In der Marsch wird er gemeiniglich in den Kohlgärten Jahr aus Zahk /^auf derselben Stelle gebaut. Die Pflanzung geschieht in 1^- bisEntfernung sowohl der Reihen als der Pflanzen von einander. 4 bisWochen nach der Pflanzung wird der Kohl behackt, welche Arbeit aber iwiederholen durch den starken Wuchs des Kohles überflüssig zu werden pfl^Dieser Kohl ist vorzüglich geeignet, durch seinen Anbau von einemdemselben Lande zwei Ernten in einem Jahre zu ziehen. Im Osnabsschen pflanzt man ihn nach Frühflachs, im Lingenschen in dieAuf d.n Hochmooren baut man sowohl den langen als den niedrigenncn und grünen Kohl, laßt aber nur den letzter» den Winter über ausLande, da ersterer leicht erfriert. Man düngt hier stark zu dem Kohls ^nimmt vorzugsweise den Mist dazu, welchen man bei der Einstreuung ^Sand gewonnen hat. Die Pflanzung erfolgt hier in einer Entfernung