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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hannover.

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OKI häufigsten. In den mehrsten Marschen ist der Rübsen so gut als un-bekannt; nur in Ostfriesland wird er noch hier und da im Kleinen gebaut.Sommerrübsen baut man, außer in der Grafschaft Hohenstein, auf denKioorigen Ländereien Ostfrieslands und der Grafschaft Bentheim. DieseFrucht gedeiht auf den Hochmooren, mögen ste auch noch sämmtlichen Moor-torf im Untergründe besitzen, wirklich sehr gut, sobald nur die Ackerkrumetief und gut durchdüngt ist. Auch an den Rändern der entwässerten Hoch-moore, wo der Boden" oft Gräser trägt, wird Sommerrübsen mit vielemErfolge gebaut; man pflügt die Narbe seicht um und verbrennt ste größten-theils in Haufen. Der Sommerrübsen liefert hier sehr wenig Körner, wenno>e Asche der verbrannten Rasen durch Eisen roth gefärbt ist. Dasselbe istOUch mit den Getreidefrüchten der Fall. Mohn wird besonders bei Göttin-nen gebaut. In manchen Moorkolonien pflanzt man auch etwas Tabak,ber bei reichlicher Mistdüngung ganz vorzüglich gcräth, auch wenn sich derMoortorf nur 6 J. unter der Oberflache befindet. Außerdem culcivirt man°iese Pflanze auch in andern Distrikten, und man rechnet im ganzen König-liche alljährlich 8- bis 900V Elr. Ertrag. Senf wird, nur von derMben Art, in Ostfciesland angebaut. Er verlangt einen sehr kraftvollen^oden, auf welchem er die Stelle der Wintergerste einnimmt. Nach Z bis-Pflugarten, wovon 2 im Herbste gegeben werden, erfolgt Anfangs Maibso Aussaat, so stark wie die des Rapses. Auch Canaricnsamcn wird inbiescr Provinz von einzelnen Wirthen erbaut, und in die Rheingegenden°N die Seidenfabriken abgesetzt; derselbe gewährt eine sehr ansehnliche Ein-!^hme. Die Weiden und Wiesen sind in den Provinzen Göttingen,^tubenhagen, Hildesheim und Calenberg unbedeutend; in den nördlichen?fvvinzen findet man letztere von beträchtlichem Umfange, aber von ver-gebener Güte; an erstem ist in der Regel Mangel, obwohl stellenweise,^sonders im Lüneburgischen, die großartigsten und ergiebigsten Wiesenplane^ch die Kunst hervorgerufen worden sind, so wie man in andern unfrucht-Jteit Gegenden durch Wässerung und Schaffung von Schwemmwiesen dem^'esenbaue einen großen Aufschwung gegeben hat; auch hat man den Boden£ Hochmoore, mittelst Düngung von Sand, Asche, Mist, Schlick undj, ^sbesamung in ergiebiges Weide- und Wiesenland umgewandelt. Wasl'" Gartenbau anbetrifft, so ist dieser nur in der Nahe Hannovers, woJ" schmackhafte Gemüse erzeugt werden; bei Emden, wo die Gärtner Wur»Dauern genannt werden, und in einigen Gegenden in der Nähe Hamburgsv 1 * nennenswerther Erheblichkeit. Um Hamburg gewährt nicht allein derf?>atz der eigentlichen Küchenbedürfniffe ansehnlichen Gewinn, sondern an-tuende Kleinigkeiten, als Blumen, Erd- und Himbeeren u. dgl. sind intz °en Massen leicht abzusetzen und bringen bedeutende Geldsummen ein.v Ute Rüben zieht das Amt Ollersberg, die besten Zwiebeln Bardowiek;^'vhc dos Amt Wustrow. Das Alle Land erzeugt jährlich et>M 21,000 Etr.wattig. Der Obstbau wird im Hannöverschen häufig gor sehrs Nach-ässigt. Nur in den Fürstenkhümern Grubenhagen und Bremen, be-stbcc ^ lten Lande ist ansehnliche Obstzucht; und nirgends ist der. beä Obstes mehr vernachlässigt. als in ganz Ostfriesland, wo manb, t ^lenweit kaum einen Obstbaum anlrifft. In dem Alken Lande ist011 uralt; hinter jedem Hause befindet sich, vornehmlich auf demBoden, ein Obstgarten, der bei den größer» Höfen mehrere Mor-8roß unt) yj f(c Leute ernähren sich lediglich von dessen Ertrage.°»v. Lxx, h. ges, Land- u. Hausw. IV. 31