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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Harniattan Harn.

Beim Forstwesen sind drei verschiedene Arten von Harken nöthig: g) D>cKohle rharke hat ein 16 Z. langes hölzernes Haupt, worin 5 Z. langeeiserne Zahne, 2\ Z. von einander entfernt, befestigt sind. Diese Hackedient zum Ausziehen der Kohlen aus dem Meiler. l>) Die Saatharke,ist nur 7 bis 8 Z. breit, um den Samen in den Rinnen und Platzendamit unter die Erde bringen zu können. Diese Harken haben gewöhn-lich hölzerne Balken, worin 3 Z. lange eiserne Spitzen oder Zahne, in derEntfernung von 1^ oder 14 Z., bef.stigt sind. Für die vorzüglichsten Saat-harken erklärt man aber folgende. Man laßt von einem Schmied cwInstrument machen, das einer 7 bis 8 Z. breiten Mistgabel vollkommenähnlich, aber mit 7 nicht zu' dicken Spitzen oder Zinken versehen ist, wo-von jede 5 Z. lang sein muß. Diese Zinken müssen l£ Z. Raum zwischensich haben, und 3 Z. von der Spitze rechtwinklig gebogen werden. E>nosolche Harke, die sehr leicht und dauerhaft ist, leistet deswegen mehr, aleine Harke mit hölzernem Haupte, weil Erde, kleine Steine, Wurzel"/Moos u. s. w. oben zwischen den gebogenen Zinken durchgehen, was va^hölzerne Haupt verhindert, i) Die Verwundungsharke, ist eben-falls ganz von Eisen, und gerade so gemacht, wie die so eben bejchriebeNSaatharke; nur ist sie 15 bis 16 Z. breit, die 4 Z. von der Spitze recht-winklig gebogenen Zinken sind 8 Z. lang, und stehen 3 Z. von einandeentfernt. Auch muß sie starker gemacht werden, als die Saatharke-Harken dieser Art laßt sich die Oberflache eines Schlages, sobald der San> ..abgefallen oder abgeflogen ist, sehr leicht verwunden, und bewirken, badaller Same zur Erde kommen und auskeimen kann. Diese Harke nun""das Laub, Moos und die Nadeln nicht weg, sondern bewirkt nur, daßb?Same durchfallen und zur Erve gelangen kann. Auch verursacht das Uberkratzen nur wenig Kosten, und man wird finden, daß auf einer so ' \

handelten Fläche weit mehr Pflanzen hervorkommen, als da, wo man b> 1ses Verfahren nicht in Anwendung gebracht hat. !

Harmattan, s. Winde. i

»Harn, Urin, ist eine aus dem Blute durch die Nieren cstgcsch' :

dene Feuchtigkeit, welche erst in der Harnblase gesammelt und dann l

schafft wich. Diese dünnflüssige Ausleerung der Thiere ist für den Lc" 1

w.irth von hoher Wichtigkeit, indem sie diejenigen thierischen Theile enty"^ ;

welche dem animalischen Dünger die größten Vorzüge geben. Es I

wesentlichen Elemente derjenigen Pflanzen, mit welchen die Thiere : 1

worden sind, in einem Zustande der Auflösung darin enthalten. Desho ^behaupten einige Ehemiker, müsse derselbe so frisch als möglichwerden, weil sonst die meisten der, in ihm enthaltenen, auflöslichcn , !

stanzen zerstört würden. Die Behandlung der Jauche oder Gülle in ^ !

dank, in der Schweiz und in einigen andern Ländern widerspricht I*dieser Behauptung, indem die Erfahrung gelehrt hat, daß die Jauche 1

am wirksamsten zur Düngung ist, wenn sie vorher gegohren hat. 1

fern Zustande ist sie geeignet, unmittelbar als Nahrung in die ;

überzugehen, wahrend sie frisch, ungegohren angewendet, zu viele deM r> ^r |

zenorgamsmus zu scharfe Theile enthalt, weiche auf die feinen The (PWurzelbildung nachthcilig wirken, außerdem aber durch die, im ,^ 11 «, /

folgende, Auflösung zu viele, einer allzu schnellen Auflösung untermTheile sich verflüchtigen, ohne der Vegetation zu Gute zu kommen- » ( ,jjbjesen, Grunde ist auch eine zweite Erfahrung zu erklären, nämlich