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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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486
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Harnfluß.

lich leicht; man halt den Patienten in einem warmen, gesunden Stalle,bedeckt Um mit einer wollenen Decke und sorgt durch häufiges Putzen fürdie Ausdünstung der Haut, so wie man auch für gutes, unverdorbenesFutter zu sorgen hat, weshalb man denn jedenfalls das bisherige mit ganzneuem wechselt. Das kranke Thier erhält höchstens täglich 3 bis 4 Eimervoll Wasser, wo in jedem Eimer voll ein Pulver aus: 2 Lth. Eisenvitriolund ebenso viel Alaun aufgelöst worden ist. Meistens gelingt es schonhierdurch die Krankheit nach 6 bis 8 Tagen zu beseitigen; sollte dieses jedochnickt der Fall sein, so wird von folgender Latwerge alle 2 bis 3 Stunde»1 bis 2 Spatel voll aof die Zunge gestrichen: Eampher 2 Lth., Alaun,.Eichenrinde, Hirschhornöl, von jedem 4 Lth., Angelicawurzel und Wasser'fenchel, von jedem 6 Lth., Wachhvlderöl I Lth-, Mehl und Wasser sovielals nöthig. Nach 1 - bis 3maligcr Anwendung dieser Portion pflegt dieKrankheit fast jedesmal gehoben zu sein. 2) Bei Schafen kommtbitfe Krankheit zu Zeiten bei ganzen Heerden vor, und äußert sich durchfolgende Zeichen. Das Thier urinirt alle Augenblicke einen Wasserhellen Urin,wobei sich gleichzeitig ein außerordentlicher Durst einfindet; es ist in derBauchgegend, so wie in der Lendengegend, besonders beim Druck in dieseGegend, eine große Empfindlichkeit vorhanden; dabei geht das Thierden Hinterfüßen weit aus einander, und magert, trotz der guten Freßlufl,bedeutend ab. Die Krankheit dauert gewöhnlich lange, oft Wochen u»dMonate, ehe sie tödtlich wird; zuletzt urinirt das Schaf nur mit großesSchmerzen, indem es sich mit den Hinterfüßen niederkauert, und oftBlut mit abgeht. Die Ursachen dieser Krankheit liegen in anhalte»^schlechtem, regnerischem Wetter, besonders aber in dem Genusse gewiss^Kräuter, als der Fichtensprossen, des jungen Eichenlaubes, der SchwalbetWurzel, Küchenschelle und Wiesenadonis. Da bei der Heilung zunäcballe veranlassenden Ursachen vermieden werden müssen, so hat man nanre>mlich große Aufmerksamkeit auf die Hütung zu verwenden, und man mnk'wenn sich irgend etwas Verdächtiges in dieser finden sollte, die Thiere^eine Zeitlang in dem Stalle halten, oder ihnen wenigstens vor dem Ä»'treiben des Morgens ein gutes Futter geben. Außerdem empfiehlt sich KEampher, welcher zu 20 bis 30 Gran, mit Eigelb abgerieben, tägüeinmal gegeben wird; oft reicht es auch schon hin, den kranken Selbst^,unter jeden Eimer voll Saufwasser 2 Lth. Alaun, oder auch 2 Lth.

Vitriol zu mischen. 3) Bei Hunden zeigt sich diese Krankheit d»'

dieselben Kennzeichen; der Urin geht ebenfalls unwillkürlich und ohne SclM,,zen, aber nicht regelmäßig, sondern in beständigen, schnell auf einander Jgenden Tropfen ab; der Hund hat stets Durst, Hitze im Kopfe, tro»^Nase, ist matt und traurig. Rührt das Uebel von Verletzung oderSchwächlichkeit her, so gebe man dem Hunde nährende Kost, ingrütze oder Graupengrütze bestehend, die in Fleischbrühe gekocht ist, n»r 1 t ,letztere nicht stark, sondern nur leicht sein, lasse ihn Molken und B» ^milch saufen oder überschlagcnes Wasser, worin man glühendes Eise" ((/gelöscht hat. Ferner: Wermuth, Ealmuswurzel, jedes 2 Unzen;

Alaun, armenianischen Bolus, jedes ^ Unze, fein pulverisirt und^lwnig zu einer Latwerge gemacht; hiervon dem Hunde täglich 3mal 4 t \tvoll gegeben, den man ihm jedesmal eine Stunde vor dem Futter ^

nem Spatel auf die Zunge streicht. Ist Erschlaffung des Blasen»die Veranlassung, welche durch zu häufige Befriedigung des Begatt»