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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Haselmißstrauch.

Löchern. Die Nußhäher, Eichhörnchen und Haselmäuse gehen den Hasel»nüssen sehr nach. Den jungen Trieben der Haselsträucher schadet im Sex«tember und Dekoder oft die Raupe der Haselmotte; mehr noch schadet aberim Frühjahre der Haselblattwickler, mit ziegelrothen Flügeln und rostfarbi-gen Binden, der die Blätter und jungen Triebe zusammenrollt. Der Aster-rüsselkäfer wickelt die Blätter in eine, auf beiden Seiten offene, Röhre zu-sammen. Als Forstgewächs kommt der Haselstrauch vornehmlich als Nie-derwald (s. d.) vor; vorzüglich gedeiht er aber an den Wiesen und Feldrän-dern oder kleinen Fcldbüschen, bedarf jedoch zu einem guten Wüchse durch-aus freien, unbeschatteten Stand. Sein Wuchs ist dann in den erstenbis 18 Jahren rasch, die Ausschläge kommen bei einem tiefen Abhiebe zahl-reich hervor, und der Haselstrauch gehört unter diesen Umstunden oft zu denvortheilhaftern Buschholzern. Er dauert etwa 40 Jahre und vergrößert sichwährend der Zeit nach den Abtrieben im Frühjahre von Hieb zu Hieb. Indessenvermindert sich doch im höhern Alter sein Ertrag sehr gegen andere Hölzer.In der Beschattung, z B. im Miilelwalde, wo Baumholz im Schlagholzesteht, ist er ein sehr unvortheilhaftes Holz, wächst schlecht und ist niemalsrecht geschlossen zu erhalten. Am vortheilhaftesten ist er da, wo man ihregeraden schlanken Triebe zu Reifstöcken und die etwas stäckern Stammen-den zu Korbspänen für die Korbflechter, welche sie auf eigenen Maschinenin bandförmige Ricmchen spalten und sodann die feinsten und weißesten Körb-chen daraus flechten, absetzen kann. Das stärkere Holz ist überhaupt schö»weiß, geschmeidig und weich, doch dabei harter und zäher, als das vo»Weiden, Linden und Pappeln, und läßt sich daher recht gut zu verschiede-nen kleinen Geräthschaften brauchen. Aus gesunden, reinen und derbe»Stücken werden die Reißkohlcn verfertigt. Aus den Wurzeln werden nied-liche Kleinigkeiten gedrechselt. Auch als Brennholz ist die Haselstaude gut-und ihre Kehlen gleichen beinahe den Buchen an Güte. In der erstengend leidet sie sehr durch das Verbeißen von Roth - und Dammwilde,wie vom zahmen Vieh. Sie bedarf mindestens einer 10 - bis !2jahrigoUSchonung, selbst wenn ihr Wuchs gut ist. Die Kätzchen oder SchäfchoU-welche übrigens von den Bienen besucht werden, sollen ein bewährtesbeugungsmittel wider die Fäule der Schafe sein. Man streut denselbenFrühjahre und Herbste etwas von den getrockneten Kätzchen unter dasoder Häckselfutter und fährt einige Wochen l- bis 2mal, oder bei anhaü^der Nässe auch noch öfter und länger, damit fort. Man kann auch dur^Auspressen der, mit dem Staube gesammelten und getrockneten,

Oel erhalten; 1 berl. Scheffel liefert 3 bis 4 P5d. I») Die Ba u

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haselnußstaude (6. srboioseens) laßt sich zu einem Baume vonsehnlicher Größe ziehen und es wäre Vortheilhaft, Alleen davon zu bilbsDie Frucht wächst in Büschen, ist rund, oben platt, unten etwas sp'^hat eine dicke, harte Schale und einen vollen festen, süßen, runden Kcr».c) Die byzantinische oder türkische Nuß (C. colurna), macht u»allen Haselnußstaudenarten die kleinste Staude, hat längliche, haarigeund eine kleine, runde, glatte Frucht. Die grüne Hülse hat starke .schnitte. d) Die amerikanische Ha se ln sta u de (t!. americ * 1 e) Die dunkclrothe Haselnußsta ude (6. alropurguroa)'f) Die schnabelfrüchtige Haselnußsta ude.. (6. i-oglraia). £) ic c s<1 ),ß Arten sind minder bekannt. B. Lambertsnuß (C. t.ubu f j^.'hat Kultur-und Fortpflanzungsacten mit der gemeinen Hasclnüßstaude fl c