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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hasclnußstranch.

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Hauptsorten sind: a) Die weiße LambertSnuß, ist die gewöhnlichste;sie erwächst zu starken, großen Büschen, in welchen man sie vortheilhasterals in Bäumen zieht. Sie pflanzt sich ebenso wie die rothe aus dem Sa-men und aus der Wurzel durch Ausläufer fort, welches bei den Zellernüssender Fall nicht ist, die man gewöhnlich nur auf Haselnußstauden veredelt inBäumen hat. Sie erwächst sehr langsam zu einem großen tragbaren Bu-sche, trägt aber dann sehr reichlich. Sie kann auf einem Winkel im Gar-ten und sogar auf die Nocdseite gesetzt werden, so daß man damit die Mit-kernachtseiten der Mauern und der Gebäude nutzbar bekleiden kann; paßtaber auch trefflich zu Lauben und schattengcbenden Gangen. I,) Die rotheLa mbertsnuß, Blutnuß, Ruhrnuß, unterscheidet sich von der vorigenweißen dadurch, daß ihre Blatter, Blattstiele, jungen Triebe und Kätzchenschon einige bräunliche Rothe haben. Als Blutnuß bezeichnet sie aber vor-nehmlich die schöne kwschrothe Farbe der seinen Haut, womit der Kern über-iogen ist. Die Schale ist sehr dünn, der Kern sehr zart, weit feiner undwohlschmeckender, als bei ^>er weißen. Ihr grünes Gehäus, welches diessiuß fest umschließt, geht mit einem spitzigen Schnabel weit über sie hin-aus; sie wächst nicht so schnell und nicht zu so starken Büschen, wie dieweiße, trägt auch nicht so reichlich wie diese; die Nuß reift Mitte August.^-Zeltern u ß (6. sät»'«), soll ihren Namen von dem Kloster Zell bei«Diürzburg haben, dessen Mönche sich vorzüglich mit der Nußzucht bcschäf-*'gt haben sollen. Es sind darunter die größer», ediern, runden Nüsse zuErstehen, welche die Hülse nicht ganz umschließt. Je besser der Boden undw wärmer die Lage, um so schöner werden die Nüsse. Sorten derselbenUnd: a ) Die gewöhnliche Zelle rnuß, wird groß und ist dick; die^ülse umschließt die Nuß nicht ganz, sie theilt sich auf beiden Seiten undwßt die Nuß bloß. Da man sie gewöhnlich zu Bäumen zieht, so muß sie"Urch Veredlung fortgepflanzt werden, indem man von ihr keine Büschewit Wurzeln und deshalb auch keine Ausläufer hat. Sie trägt reichlichmehrfach und wird etliche Wochen später reif, als die Hasel- und^ambectsnüsse. Der Kern ist groß, süß und von gutem Geschmacke; siedem Wurmstiche sehr unterworfen. Ihre Bäume werden stark.

) Die italienische Nuß, die große Zcllernuß, ist sehr groß, dick, glattoben abgerundet. Die grüne Hülse geht etwas über die Nuß hinaus,-»t. sie aber oben bloß; der Kern ist von trefflichem Geschmacke. e) Die?^ne Zellernuß, gleicht der gewöhnlichen, ist aber viel kleiner und gehört^"chr unter die Haselnüsse. d) Die lange Zellernuß, ist 1 ß. langt. fast ebenso dick, walzenförmig, oben etwas dicker als unten; die grüne1 reicht bis zur Mitte der Nuß. Der Kern ist voll, süß und von vor-"kllichem Geschmacke. c) Die dicke Zellernuß, ist kürzer und dickerr die vorige, oben abgerundet, der Kern ist voll und wohlschmeckend, undVorzug, daß er sich trocken am besten lange hält. () Die

§ot bellernuß ist nicht so groß als vorige und der gewöhnlichen in derItz^sthr ähnlich, schmeckt unter allen am süßestem g) Die G un s-

'-kig.

^che Zellernuß, 1^ Z. lang, H Z. dick, pyramidenförmig, bisweilensi'fer, grünes Gehäuse ist außerordentlich breit, fast 2 Z. lang mit^^"Einschnitten und flattrig; sie reift spät. Verschiedene Ar««rich ^ler Haselnüsse sind noch: a) Die romanische, römische,dgß darcelvnische, die große spanische eckige, die große, bunte, runde Zeller-y ^'wnnt, ist ein Handelsartikel geworden, und eine der vorzüglichstenö d. ges. Land« u. Haurw. IV. 33