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4 (1839) Vierter Band. Gab-Hyp / bearbeitet von einem Vereine von Landwirthen und Gelehrten, herausgegeben von F. Kirchhof
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Hebelnde Heber.

Hebelcrde, s. B a u m h e b e.

Heden, der Fasanen. Wenn bie jungen Fasanen schon mit Wei-zen gefüttert werden können, so sagt man: sie heben schon.

Hebenstreitie (Ilcbensimlia), Zierpflanze, mit einen, verschie-denartigen, unten gespaltenen Kelche und einer röhrigen Blumenkrone, diebloß eine unregelmäßig 4theil!ge Oberlippe hat, und deren Staubfaden demäußern Rande eingefügt sind. a) Die gezahnte Hebcnstreitie (II-dental«), einjährig und zweijährig, vom Cap; eine fußhohe Pflanze mitschmalen, gleichbrciten etwas gezahnten Blattern, und weißen, am Schlunderoth gezeichneten Blumen in Endähren, die des Morgens keinen, des Mit-tags einen widrigen, des Abends aber einen sehr angenehmen Geruch haben.Diese Pflanze liebt Dammerde, wird aus Samen im Mistbeete (auch imFreien) gezogen, und später ins Land verpflanzt. Im Winker verlangensie, im Zimmer aufbewahrt 2 bis 8 Gr. R. Warme. Ii) II. aurea, ein-jährig, ebenfalls vom Eap, 'blüht im Juni bis August, e) II. cordata,vom Cap; eine Staude mit weißlichem-Srcngel, herzförmigen, fleischigenBlättern; im Sommer weiße, am Schlunde der Blumenkrone rothe Blü-then, in ungestielten Endähren. Außer durch Samen kann man diesePflanze auch durch Absenker vermehren.

Heber, ist ein Instrument, welches dazu dienen kann, eine Flüssig-keit aus einem Gesäße abzuziehin, ohne es zu neigen, was namentlich dannnützlich ist, wenn die Flüssigkeit ohne Filtration von einem Bodensätze ab-gezogen werden soll. Der gewöhnliche einfache Heber besteht bloß aus einergebogenen gläsernen oder metallenen Röhre, von welcher ein Schenkel lan-ger als der andere ist. Bei seiner Anwendung taucht man den kürzernSchenkel in die Flüssigkeit so nahe als möglich an den Bodensatz ein, saugtsodann mit dem Munde-durch den längern Schenkel die Flüssigkeit herüber,setzt den Mund schnell ab, wo dann die Flüssigkeit auszulaugen fortfährt,so lange der kurze Schenkel des Hebers sie noch erreicht. Um das Aufsau-gen der Flüssigkeit zu umgehen, kann man auch so verfahren, daß manden Heber mit Flüssigkeit von derselben Art, als abgezogen werden soll,ganz anfüllt, beide Mündungen mit dem Finger zuhält, den kürzernSchenkel vorsichig in die Flüssigkeit taucht, und beide Mündungen dannöffnet. Es kommt hierbei überhaupt aber nur darauf an, daß der kürzereSchenkel in die Flüssigkeit tauche und der Heber durch irgend ein Mittelgefüllt werde, um dann einen fortdauernden Ausfluß zu bewirken. Damitder Bodensatz nicht so leicht aufgerührt werde, kann man die gewöhnlicheOeffnung des kürzern Schenkels verschließen, und dafür ebenfalls am Endedesselben eine seitliche Oeffnung anbringen. Die Geschwindigkeit des Aus-flusses durch einen Heber ist um so größer, je höher die Flüssigkeit im kür-zern Schenkel oder im Gefäße (in beiden steht sie immer gleich hoch) überdem Niveau der Flüssigkeit im längern Schenkel, d. i. über dessen untererMündung steht. Es verdient Bemerkung, daß man Wasser durch einenHeber nicht über eine Höhe, welche 32 F. übersteigt, Hinwegheben kann,sondern dies ist das Maximum, welches die Höhe der obern Biegung desHebers über das Niveau des Wassers haben darf. Ein Heber kannangegebencrmaßen erst dann seine Wirkung äußern, d. h. die Flüssigkeit ausdem Gefäße, worein sein kürzerer Schenkel getaucht ist, zum Auslaufenbringen, wenn er gefüllt ist. Da aber das Füllen des gewöhnlichen einfa-chen Hebers durch Ansaugen oder aus andere Art nicht sehr bequem zu ver-