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Hecken — Hedrich.
bis sie die gewünschte Höhe erreicht haben. Uebrigens werden sie oben, wiralle Hecken, gleich gehalten und jedes Frühjahr glatt und eben geschnitten.Wenn die Obsthccke zu breit wird, so muß man die zur Seite stehendenZweige über einem solchen Auge verstutzen, das gegen Innen hinweist;wird sie zu schmal, so beschneidet man die Zweige über lauter solchen Augen,die herauswärts stehen. Während man bei andern Hecken sehr darauf sieht,daß sie dicht werden und deshalb viele Zweige in dem Innern stehen laßt,darf man dagegen bei der Obsthecke nicht zu viele Zweige lassen, sondernmuß sie immer etwas lichten und dünne halten, damit Lust und Sonnegehörig auf die Reife der Früchte wirken können. Die Hecken von Stein-obst haben eine längere Dauer als die von Kernobst. Bei den Brusthecken,zumal bei denen von Obst bringt man bisweilen 1.^ bis 2 Ellen aus den-selben hervorragende halbe Kugel- auch oval oder spitzig zulaufende Halb-bäume, in egaler Zwischenweite von gleicher Höhe an, die mit ihren Blü-then und Früchten einen angenehmen Anblick gewähren.
Hecke» , der Bögel, nennt man, wenn die Vogel Eier legen,brüten, und Junge erziehen. Die Zeit, in welcher dies geschieht, heißtdie Heckzeit.
Heckenkirsche, s. Geißblatt.
Hechenschere, besteht aus 2 großen, mittelst eines Zapfens, umden sie sich drehen, beweglichen Schercnklingen an hölzernen Griffen zumBeschneiden der Hecken. Man hat sie von verschiedener Form und Größe;je höher die Hecken sind, welche damit beschnitten werden sollen, um solänger ^sind die Stiele an dieser Schere.
Hedrich, Hederich. Man begreift unter diesem Namen mehreresich ähnliche Unkräuter. a) Hedrich, Ackerrctlig, wilder Senf,Kok, Kridick (li.apbanus, Raphanistrum), einjährig mit einer kleinen,spindelförmigen Wurzel, treibt einen 1 bis 2 F. hohen Stengel mit vielenausgebreiteten Acsten, und ist mit kurzen abstehenden Borstenacten bestreut,blüht vom Mai bis in den August. Die gelben Blumen werden häufigvon den Bienen besucht, und die Samen, welche in der dicken Schotefest eingeschlossen sind, reifen vom Juli bis September. Man hat dieSamen zu Oel benutzt und dasselbe gut befunden. Der Hedrich ist einsder lästigsten Unkräuter, wächst hauptsächlich in dem milden Lehmboden,selbst wenn dieser mager ist, unterdrückt bei feuchter warmer Witterungunglaublich schnell die Sommersaat, und dies zwar oft um so mehr, jemagerer der Boden ist. Die Jnsecten verschonen ihn gänzlich, so wie erauch von bekannten Krankheiten nicht heimgesucht wird; die Samen be-halten besonders dann, wenn sie in ihrer Hülse eingeschlossen bleiben, langeihre Keimkraft. Dieser Umstand ist es eben, welcher die Vertilgung desHedrich so schwierig macht; denn es fallen die ganzen Schoten ab und diesetheilen sich wieder in einzelne Knoten, welche die Samen so fest umschließen,daß sie schwer herauszubringen sind, dann aber ihre Keimkraft um so längetbehalten, um so länger auch, je tiefer sie in die Erde kommen. Hat mandaher auch bei einer flachen Bearbeitung ein von Hedrich reines Feld, ftbekommt man doch eine große Menge Hedrich dann, wenn man tieferpflügt, und eine günstige Witterung zum Keimen der Samen eintritt. 6'ssind Fälle vorhanden, wo die Samen länger als 30 Jahre in der Tieftdes Bodens gelegen, aber ihre Keimkraft nicht verloren haben. Ueberdiesnbsorbirc der Hedrich eine nicht unbeträchtliche Menge Bodenkraft. — Das