Hufbeschlag.
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soll, ist nach der Starke der^Hufe etwas verschieden; st« kann bei klei-nm Hufen auf 1 Z., bei größer» aber bis auf i-£ Z. steigen. Allemalkönnen die Zehennagel, wegen größerer Dicke dieser Hornwand, tiefer undhöher in das Horn getrieben werden, als die Trachtennägel. Die Hufna-gel müssen mit dem Kopfe gehörig fest in die Löcher versenkt, gehörig an-gezogen und deren Nieten gut zugemacht und abgefeilt werden. — Wieoft ein Pferd beschlagen werden soll, bestimmt die Arbeit, die Beschaffen-heit der Gegend und die Jahreszeit; im Allgemeinen taugt weder das zufrühe noch das zu spate Beschlagen. Das erstere ist darum nachlheilig,weil man noch zu wenig Horn wegnehmen kann, und daher genöthigt ist,die Nagel in die alten Löcher zu schlagen, die aber wenig Haltung haben.Verschiebt man dagegen das Beschlagen zu lange, so werden die Eisen zukurz und eng, die Ballen berühren den Boden, und die Trachten wachsenaußer den Eisen. Auch werden die Eisen durch die Lange der Zeit dünnund wackelnd, biegen sich, machen einen ungleichen Druck, und es kom-men bisweilen kleine Steine darunter, die nicht selten Quetschungen, Ent-zündungen und Eiterungen verursachen. Die allgemeinen Kennzeichen vondem Zeitpunkte, wann ein Pferd frisch beschlagen werden soll, sind folgende:Wenn das Eisen sich auf eine Seite schiebt und die Nagel keine feste Hal-tung mehr haben; oder wenn das Horn so lang gewachsen ist, daß manden Nageln neue Haltung geben kann, was der Fall ist, wenn die altenLöcher zur Halste weggenommen werden können; oder wenn die Wändeungleich zu werden ansangen; wenn das Pferd einen unsichern oder hinken-den Gang anzunehmen anfängt; wenn das Eisen so dünn geworden, daßGefahr zum Biegen vorhanden ist; oder endlich wenn das Eisen zerbrochenist, oder schon abgefallen sein sollte. Im Ganzen genommen wird sich einfrischer Beschlag der Pferde etwa alle 5 bis 6 Wochen nöthig machen. BeimWinterbeschlage muß der Griff und die Stollen, gewöhnlich nur der äußerekeilförmig zugeschärft und abgehärtet werden; sonst grifflose Eisen versiehtMan ebenfalls mit kleinen geschärften Stahlgriffen. Bequem und nützlich,besonders auf Reisen, sind die geschärften Schraubstollcn, nutzlos aber dieEisnagel. — Von den ausländischen Beschlägen ist nur noch das franzö-sische in Deutschland anwendbar, doch immer nur bei Fehlern, als Zwang-hufen und Anstoßen der Pferde. Es zeichnet sich dadurch aus, daß derHuf an der Zehen- und Trachtenwand tiefer als an der Seitcnwand ge-schnitten und das Eisen, welches ohne Griff und Stollen ist, dem gemäßgerichtet und mit Nägeln, die mit dem Kopfe noch über die Löcher pyra-midenförmig hervorragen, befestigt wird. — Das Beschlagen bei feh-lerhaften Hufen, Stellungen und Gangarten. Das Strei-chen, Streifen sucht man dadurch zu verhindern daß man das Eisenan der Stelle der Hornwand, womit sich das Pferd streicht, enger richtetund gut abrundet. Beim Einhauen, Anschlagen, s. Anschlagen.Bei langgefcsselten und durchtretenden Pferden verkürzt manso viel als möglich die Zehenwand, während man beim entgegengesetztenFehler dieselbe schont, ja das Eisen eher etwas an der Zehe noch überstehenlaßt und die Stollen sehr niedrig macht, damit das Pferd zum Durchtreiengenöthigt wird. Das Beschlagen schiefer Hufe ist so einzurichten, daßdas Eisen an der von Natur zu schwachen Wandgegcnd stärker (z. B durch«inen Beistollen) ist. Flache und Vollhufe erfordern mehr breite Ei-sen, die genau nach der Sohle (hohl) gerichtet sein und niedrige StollenSonv. Ler. d. ges. Sand» u. Hausw. I V. 46