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Die Staatsforstwirthschaftslehre : ein Handbuch für Staats- und Forstwirthe / von Karl Heinrich Edmund von Berg
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und daß uns so der Schatz unserer schönen Wälder erhaltenworden ist.

In dem langen Frieden, welcher der französischen Herr-schaft in Deutschland folgte, hob sich der Wohlstand desVolkes, die Bevölkerung stieg, man machte größere An-sprüche an den Boden und man verwandelte immer mehrWald in Ackerland oder Wiesen, indem man einfach denGrundsatz aufstellte, daß die Erziehung von Nahrungsmittelnwichtiger sei, als die von Holz. Man wurde darin dadurchnoch unterstützt, daß eine Menge von Brennholzersatz-mitteln aufgefunden und angewendet wurden, welche nichtnur die außerordentlich gesteigerte Industrie zu befriedigenim Stande waren, sondern auch mit den vermehrten Ver-kehrsmitteln die Furcht vor Holzmangel beseitigten. Manerkannte freilich vorerst noch mehr in der Wissenschaft, alsdaß sich diese Erkenntniß schon Bahn ins Volksleben ge-brochen hätte, zugleich die Wichtigkeit der Wälder in phy-sischer Hinsicht, für die Fruchtbarkeit und die Cultur desLandes, für seine Wohnlichkeit, für die Gesundheit und dasWohlbefinden seiner Bewohner, man erkannte, oder fängtvielmehr an zu der Erkenntniß zu gelangen, wie wichtig es ineinem hochbevölkerten Lande sei, daß jedes Fleckchen Erde,seiner eigenthümlichen Beschaffenheit gemäß, voll producirenmüsse und man muß daher eine größere Aufmerksamkeit aufdie Wälder des Landes richten, gleichviel in wessen Besitzsie sich auch befinden mögen. Die forstwirtschaftlichenFragen erwerben sich dadurch einen größeren Einfluß aufdie Landes-Cultur, und da sich zugleich die forstwirthschaft-lichen Grundsätze immer mehr entwickeln, so wird dadurcheine ganz andere Gestaltung der Staatsforstwirthschaft her-