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4 (1862) Vierter Band. Gase–Königskerze
Entstehung
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Gehirn

ohne Thätigkeit seiner jetzt ausruhenden Muskeln vorwärts schwingt/ werden bei Beschleu-nigung oder Verlangsamung jener angeborenen Geschwindigkeit auch die Muskeln des andernBeins in Anspruch genommen, svdaß sie nie ganz z»r Ruhe kommen und demgemäß eherermüden. Hieraus erklärt sich, daß langsames Gehen ebenso wie schnelles ermüdet. KleineMenschen,'deren Beine gleich den surfen Pendeln rascher schwingen, haben dem Obigen zufolgevon Natur einen raschern Gang als große, d. h. sie machen schnellere Schritte, ohne.zu ermüden,wodurch die Kürze derselben einigermaßen wieder ausgeglichen wird. Das Stehen, bei welchemdie Muskeln. beider Beine dauernd angespannt werden, ist ungleich anstrengender al« dasgewöhnliche Gehen, und sehr langsames Gehen, bei welchem mit jedem Schritte die Gehbewegunggleichsam durch kurzes Stehen unterbrochen wird, gibt dem dauernden Stehen in Hinsicht aufErmüdung wenig nach.

Von besonderer Wichtigkeit für die Bewegungen deS Beins- ist die Einrichtung des Hüft-gelenks. (Vgl. den Art. Düfte.) Hinge der Gelenkkopf des Oberschenkelbeins nicht fest in derGelenkpfanne des Beckenknochens, sondern müßten die zwischen Becken und Oberschenkelbein aus-gespannten Muskeln den Gelenkkopf in der Pfanne festhalten, so würde dies beim Gehen einengroßen Aufwand von Muskelkraft erfordern. Diesem Uebelstande ist dadurch begegnet, daß dieHöhle des Hüftgelenks luftdicht verschlossen ist, sodaß die halbkngelige Gelenkfläche des Kopfessich von der entsprechend halbkugeligen Hohlfläche der Pfanne nicht anders entfernen könnte, alsindem zwischen beiden Flächen ein luftleerer Raum entstände. Der Entstehung eines solchen aberwirkt der Luftdruck mit einer Kraft entgegen, welche dem Gewichte des Beins das Gleichgewichthält. Entblößt man am Leichnam das Hüftgelenk von allen umliegenden Muskeln und hängtdenötörpcr auf, so sinkt der Gelenkkopf nicht aus der Pfanne, solange das Gelenk luftdichtverschlossen ist, während das Bein sogleich durch seine eigene Schwere herabgezogen wird, wennman das Gelenk anbohrt oder sonstwie der Luft zugänglich macht. Statt den Kopf in die Pfannezu pressen, dringt dann die Luft zwischen beide ein, und der Schwere des Beins wird nicht mehrdurch den Luftdruck das Gleichgewicht gehalten.

Gehirn. Das aus Nervenzellen, Nervenfasern, Blutgefäßen und zartem Bindegewebebestehende Gehirn füllt die Schädelhöhle vollständig aus und gebt an seiner Unterfläche unmittel-bar in den Rückcnmarksstrang über, sodaß man es auch als das besonders entwickelte, obere Endedes Rückenmarks auffassen könnte. Wie eine Frucht dem Stiele, so sitzt gleichsam das Gehirnden: Rückenmarke an, dessen oberster, dem Hirne zunächst liegender Theil stärker entwickelt istund als verlängertes Mark (medulla oblongata) unterschieden wird. Entsprechend dem

Fig. l-

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symmetrischen Baue des Schädels, in welchen es eingeschlossen ist, zeigt auch das Hirn einedeutliche Symmetrie seiner rechten und linken Hälfte. Ein tiefer, verticaler, von vorn nach hintenlaufender Spalt theilt es von oben her in eine rechte und eine linke sogenannte Hemisphäre.Ein zweiter, nicht weniger tiefer querer Spalt dringt von hinten her in mehr horizontaler Rich-