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4 (1862) Vierter Band. Gase–Königskerze
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Haare

gereinigter Potasche, 2 Theilen venetianischer Seife und 2 Theilen Stearin in 40 TheilenRegenwasser erhält. Auch hierdurch werden die Gegenstände ziemlich wasserdicht und lassensich wiederholt mit Wasser abwaschen. Endlich sei noch erwähnt, daß man ungefärbte, in keinerWeise präparirte Abgriffe, wenn sie schmuzig geworden sind, reinigt, indem man sie mit einemstarken frisch gekochten Mehlkleister überstreicht. Dieser bildet, nachdem er erkaltet und getrocknetist, einen hautartigen Ueberzug, den man bequem wieder abziehen kann und dadurch gleickizeitigden Schmuz entfernt.

Die übrigen Anwendungen des Gypses sind an andern Orten dieses Werkes besprochen.Man vergleiche über Stuckmarmor den Art. Abputzen und über Gypsestriche den Art. Fußböden.

Haare (Anatomie und Physiologie derselben). Der menschliche Körper trägt auf dem größtenTheile seiner Oberfläche Haare, wenngleich in sehr verschiedener Größe und Dichtigkeit. Imallgemeinen kann man, abgesehen von zahlreichen Uebergängen, drei Hauptklassen von Haarenunterscheiden: 1) lange weiche Haare, einige Zoll bis mehrere Fuß lang, so die Kopfhaare,Barthaare u. s. w.; 2) kurze starre Haare von J /a Länge, wie die Augenbrauen

und Augenwimpern, sowie die Haare am Eingänge der Nasenhöhle und des Gehörgangs; endlich

3) kurze, sehr feine Haare, auch Wollhaare genannt, von

& V 12Va Zoll Länge, welche am Gesicht, Rumpf, Armen und

Beinen vorkommen. Die Haare stehen, abgesehen von ihrer_ Dichtigkeit, entweder einzeln oder zu zweien und mehreren zusam-> ,, men, meist in schiefer Richtung gegen die Hautoberfläche, auf dersie gesetzmäßig in krummen Linien angeordnet sind, die nach be-stimmten Punkten oder Linien zusammenlaufen, wodurch soge-nannte Ströme, Wirbel und Kreuze der Haare entstehen. So zeigtdie Mittellinie des Rückens einerseits, die der Brust und desBauchs andererseits Ströme zusammenlaufeuderHaare; der Schei-tel tragt einen Wirbel auseinanderlaufender, der Einbogen einensolchen zusammenlaufender Haare u. s. w.

Die Haare sind durch ihre große elastische Dehnbarkeit undFestigkeit ausgezeichnet; sie ziehen sich, wenn sie z. B. um/ s ihrerLänge ausgedehnt wurden, so weit wieder zusammen, daß ihreVerlängerung nur J / 17 ihrer frühern Länge beträgt; übrigensaber lassen sie sich beinahe um 4z ihrer Länge ausdehnen, ohne

zu zerreißen, und ertragen, ehe letzteres geschieht, eine große

Belastung. Ein Kopfhaar z. B. trägt mindestens 12 Loth, ohnezu zerreißen. Ferner sind die Haare sehr hygroskopisch, d. h. sienehmen leicht Wasser auf und erscheinen demnach je nach derFeuchtigkeit der Haut in der Luft bald trocken und spröde, baldfeucht und schmiegsani. Auch ändern sie bei verschiedenem Feuch-tigkeitsgrade ihre Länge, worauf sich ihre Anwendung zu Hygro-metern (Feuchtigkeitsmessern) gründet.

Kein Theil des menschlichen Körpers widersteht der Fäulnißbesser als die Haare; an Mumien hat man sie Wohlerhalten gefun-den. Ihr wichtigster Bestandtheil ist ein schwefelreicher Eiweiß-körper, der sich durch Metalloxyde färbt, indem sich der Schwefelmit den Metallen vereinigt. Silber - und Mangansalze z. B.machen auf diese Weise das Haar schwarz. Weitere Bestandtheile

des Haares sind ein mehr oder weniger farbiges Fett und der Farbstoff. Die Asche des Haaresenthält Kieselerde, Eisen- und Manganoxyd, welche letztere für die Farbe des Haares von Bedeu-tung sind, wie auch aus dem größern Eisengehalt der dunkeln Haare hervorgeht.