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Kabeljau
K.
Kabeljau (6aäus Morrhua). Die größte Art aus der Familie der Schellfische, welche eineLänge von 4 Fuß und ein Gewicht von 20 — 30 Pfd. erreicht, aber auch zu bedeutendererGröße anwachsen kann; ein Bewohner des nördlichen Oceans, von den Küsten Nordamerikas biszu denjenigen der Ostsee, von der Grenze des Polareises bis zu den deutschen und französischenKüsten; als Nahrungsmittel, wenn auch nicht als Handelsartikel, vielleicht noch wichtiger als derHering. Der Rücken ist braungelb gewässert, die Seiten heller, der Bauch gclblichweiß, die Flossendunkelbraun. An der Spitze der Unterkinnlade steht ein Bartfaden; auf dem Rücken trägt erdrei Rückenflossen, zu welchen sich noch außer den paarigen Brust- und Bauchflossen zwei After-flosien und eine gerundete Schwanzflosie gesellen. Die kleinen Bauchflosscn stehen an der Kehleunter dem verhältnißmüßig großen Kopfe; der weite Rachen ist mit spitzen Hechelzähnen bewaffnet.
Der Kabeljau ist ein gieriger Raubfisch, der gewöhnlich in bedeutender Tiefe sich aufhält, denSchwärmen der Heringe, der Sardellen und der Kapelane oder Lodden (Llallotus Zrosnlanäicns)folgt, unter denen er große Verwüstungen anrichtet, sonst aber auch von Tintenfischen, Sepien,Krustenthieren, Holothurien, Seesternen und allem auf dem Grunde sein Wesen treibenden Gethieresich nährt. Bei seiner unersättlichen Gier fängt man ihn leicht mit jeder Art von Köder, mit ausBlei oder Zinn geschnitzten Fischen, ja auch mit einem bloßen Angelhaken, über dem man ineiniger Entfernung ein glänzendes Stück Metall an der Leine befestigt. Die Kabeljaue schwim-men, wie es scheint, neugierig darauf zu; man reißt von Zeit zu Zeit den Angelhaken mit einemplötzlichen Rucke in die Höhe und faßt so den Fisch am Bauche oder an der Kehle.
Der Kabeljau (Gadus Morrhua).
Der Kabeljau ist ein geselliger Fisch, der in ungeheuern Schwärmen sich in der ganzen Nordseeaufhält, zur Laichzeit sich den Küsten nähert, vorzugsweise gern aber gewisse, bis 100 Fadentiefe Bänke besucht, unter welchen an der amerikanischen Küste die Bänke von Neufundland, ander europäischen die Gründe des Westfiords an der Inselkette der Loffoden bei Norwegen dieergiebigsten Fischplätze sind, wo sich zur Fischzcit (Februar bis April im europäischen Norden,Mai bis August bei Neufundland) Tausende von bemannten Booten versammeln. Man fängt beiNeufundland fast nur mit langen Grundangeln, an deren Leinen 10 — 20 mit Ködern besetzteAngelhaken hängen; in Norwegen auch mit großen Netzen, die um so mehr liefern, als der Fisch zuder Laichzeit nicht so gern anbeißt als sonst. Außer dieser Hauptperiode der Fischerei wird indessender Kabeljau zu jeder Jahreszeii an den nordischen Küsten gefangen, dann aber, da er nicht in sogroßer Menge zugleich erscheint, entweder frisch gegessen oder einfach getrocknet.
Nach dem Fange werden die Fische ganz allgemein in folgender Weise behandelt. Der Kopfwird abgeschnitten, der Bauch gespalten, die Eingeweide herausgerissen, die Leber abgesondertund in Fässer geworfen, wo schon durch den Druck und die Wärme das flüssige Oel auslüuft.Gewöhnlich nähren sich die Fischer während des Fangs von den frisch gekochten Köpfen; dieübrigen werden getrocknet und im Winter als Viehfutter gebraucht, auch auf den Loffoden mitden Knochen, Gräten und abgeschnittenen Flossen gemahlen und mit den ebenfalls getrocknetenEingeweiden zu einem vortrefflichen Guano verarbeitet, der jetzt schon sich überall im NordenEingang verschafft hat und dem südamerikanischen durchaus nicht nachsteht. Der aus den Lebern