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4 (1862) Vierter Band. Gase–Königskerze
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Karpfen

bleiernen Scheibe mit Schmirgel geschliffen und auf einer hölzernen mit Bimsstein polirt, denletzten Glanz erhält er aber auf einer aus Blei und Zinn bestehenden Scheibe mit Wasser.Gewöhnlich schneidet man ihn vier-, sechs- oder achteckig, wol auch rund, und gibt ihm am obernTheile die Form des Treppenschnitts; zur Verstärkung des Glanzes erhält er eine silberne odergoldene Folie, oder man streicht auch seinen untern Theil mit einer Farbe an, die der des Steinsentspricht. Die ins Gelbliche stechenden Steine (weiblicher Karneol) erhalten ein ange-nehmes Dunkelroth (männlicher Karneol oder Karneol vom alten Stein der Juweliere),wenn man sie im Sandbade einer mäßigen Hitze aussetzt und vorsichtig abkühlen läßt, wodurchsich wahrscheinlich das färbende Eisenoxydhydrat in Eisenoxyd verwandelt. Bei zu großer Hitzeverliert er jedoch zuweilen seine Farbe und wird weiß, matt und zerreiblich. Der Karneol wirdseiner schönen Farbe wegen etwas besser bezahlt als die übrigen Varietäten der Chalcedone.Am höchsten steht der blutrothe im Preise, hierauf folgt der blaßrothe und zuletzt die ins Gelbe,Weiße oder Braune stechenden Steine.

Karpfen (Cyprini). Eine äußerst zahlreiche Familie der weichflossigen Fische mit Bauch-flossen, die fast gänzlich auf die süßen Gewässer aller Welttheile angewiesen ist. Die zu der Gruppegehörigen Fische lassen sich leicht durch den Mangel aller Zähne in den Kiefern, die einfache, meistmitten auf dem Rücken stehende Rückenflosse ohne Fettflosse dahinter, durch das Vorhandenseinvon Schlundzähnen tief im Grunde des Rachens, von meist großen glänzenden Schuppen mitglattem Rande und eine mit Luftgang versehene, meist zusammengesetzte Schwimmblase unter-scheiden, welche durch Knöchelchen mit dem Schädel und dem Gehörorgane in Verbindung steht.

Der Karpfen (Cyprinus Carpio).

Es sind gesellige Fische mit meist weichem, weißem Fleische, das mit vielen Gräten durchspicktist, die sich hauptsächlich von Würmern, Insekten und deren Larven, kleinen Krebschen, thierischenAbfällen und Wasserpflanzen nähren, gern im Schlamm wühlen und vorzugsweise den Raub-fischen der süßen Gewässer, den Hechten, Forellen, Aalen und Quappen zur Nahrung dienen.Nur wenige Arten sind als Nahrung geschätzt, die meisten aber gehören zu den Fischen mittlernund niedern Ranges, die eine gesunde und nahrhafte, wenn auch nicht feine Speise bieten.

Man theilt die Familie je nach den Barteln am Maule, der Stellung und Structur derFlossen, den Schuppen und Schlundzähnen in viele Gattungen und Arten ein, von welchen wirnur die wichtigsten erwähnen.

1) EigentlicheKarpfen (Cyprinus), zu denen der gemeine Karpfen (0.Carpio) gehört.Der Körper ist dick, doch noch spindelförmig, die Rückenflosse lang, vorn mit einem hinten gezähnel-ten Stachel versehen, die Schwanzflosse halbmondförmig, das Maul mit Barteln, der Körper mitgroßen Schuppen besetzt. Der gemeine Karpfen soll eine Länge von 5 Fuß, ein Gewicht von70 Pfd. und ein Alter von mehreren hundert Jahren erreichen; in unsern Teichen und Flüssenüberschreitet er selten l 1 /^ Fuß und 4 — 6 Pfd. Die Farbe ist gewöhnlich am Rücken dunkel-olivengrün, neben gelblich, am Bauche schmuzigweiß; doch findet man viele Varietäten, unterwelchen namentlich die Lederkarpfen, mit lederartiger Haut ohne Schuppen, und die Spiegel-karpfen, mit einigen wenigen Reihen großer tafelförmiger Schuppen, hervorzuheben sind. DerKarpfen liebt schlammiges Wasser,in dem er leicht einen schlechten Geschmack annimmt, wovon manihn durch Einsetzen in frisches Quellwasser oder Halten in feuchtem Moos, in Kellern aufgehängt,wo er wochenlang am Leben bleibt, befreien kann; er ist ein träger Fisch, sodaß man in die Karpfen-teiche Hechte oder Barben setzen muß, um ihn ein wenig umherzujagen, laicht im Mai und Juni