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1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
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15
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Geschichte der Mineraltheorie. 15

ein einziger Ring fehle, die Pflanze oder das Thier nicht seinkönne."

„Der Mist, die Ercrcmente der Thiere und Menschen wirkennicht durch ihre organischen Elemente auf das Pflanzenlebenein, sondern indirect durch die Provucte ihres Fäuluiß- undVerwesungsprocesses, in Folge also des Uebergangs ihres Koh-lenstoffs in Kohlensäure und ihres Stickstoffs in Ammoniak(oder Salpetersäure). Der organische Dünger, welcher aus Thei-len oder Ueberresten von Pflanzen und Thieren bestehe, lassesich demnach ersetzen durch die unorganischen Verbindungen, inwelche er in dem Boden zerfällt."

Diese Sätze standen mit allen früheren Ansichten nicht alleinin keiner Verbindung, sondern in direktem Widersprüche.

Was den Ursprung des Kohlenstoffs betrifft, so war dieallgemein geltende Lehre die von de Saussure; nach ihmwar die Aufnahme von Kohlensäure und der Uebergang ihresKohlenstoffs zu einem Bestandtheile der Pflanze unbezweifelbar,aber für die wildwachsenden und Culturpflanzen nahm er zweier-lei Gesetze der Ernährung an; die ersteren, welche von Kohlen-säure ihre organische Substanz empfingen, besäßen beinahe keinenWerth iit der Landwirthschaft. Die Culturpflanzen hingegenempfingen die Hauptmasse ihrer ternären und quaternären Ma-terien von dem Humus und den in fruchtbarer Erde enthaltenenlöslichen organischen Stoffen. Für die Theorie der Düngungseien diese am wichtigsten (Annal. d. Chemie und Pharmacie,Bd. 42, S. 275).

Diese Ansicht hatte nichts Zurückstoßendes, wenn man diePflanze als ein Wesen für sich ansteht, welches in keiner Be-ziehung steht zu anderen Wesen oder zu Vorgängen andererArt; sie schloß einen Kreislauf des Kohlenstoffs in sich ein,welcher ihr Bestehen unendliche Zeit vermitteln konnte; was die