Buch 
1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
Entstehung
Seite
195
JPEG-Download
 

Die Wechselwirthschaft. IS5

ergründliche Weisheit hat die Einrichtung getroffen, daß dasLebe» und Gedeihen der Pflanze auf's engste geknüpft ist andie Ausnahme der nämlichen Mineralsnbstanzen, welche fürdie Entwickelung des thierischen Organismus unentbehrlichsind; ohne diese anorganischen Stoffe, die wir als Bestand-theile ihrer Asche kennen, kann die Bildung des Keims, desBlatts, der Blüthe und Frucht nicht gedacht werden.

Der Gehalt der Culturpflanzen an den zur Ernährungder Thiere dienenden Bestandtheilen ist außerordentlich ungleich.

Die Knollen- und Wurzelgewächse stehen in ihrem chemi-schen Gehalte einander weit näher, als den Samen; die letzte-ren haben stets eine ähnliche Zusammensetzung.

Die Kartoffeln z. B. enthalten 75 bis 77 p. o. Wasserund 23 bis 25 p. a. feste Substanz. Wir sind im Stande,durch einen mechanischen Proceß die letztere zu zerlegen in18 bis 19 Theile Amylon und in 3 bis 4 Theile trockenerstärkemehlartiger Faser. Man sieht leicht, daß diese beiden zu-sammengenommen beinahe so viel wiegen wie die trockenenKartoffeln selbst. Die fehlenden zwei Procente bestehen ausSalzen und der schwefel- und stickstoffhaltigen Substanz, diewir als Albumin kennen.

Die Runkelrüben enthalten 88 bis 90 Proc. Wasser,fünfundzwanzig Theile trockener Rüben enthalten 18 bis 19Theile Zucker und 3 bis 4 Theile Zellgewebe; die fehlenden zweiProcente bestehen zur Hälfte aus Salzen, der Rest ist Albumin.

Die weißen Rüben enthalten 90 bis 92 Theile Wasser,fünfundzwanzig Theile trockener Rüben enthalten 18 bis 19Theile Pectin mit sehr wenig Zucker, 3 bis 4 Theile Zellgewebeund 2 Theile an Salzen und Albumin. Zucker, Pectin undAmylon enthalten keinen Stickstoff, sie sind in den Pflanzenfrei vorhanden, nie mit alkalischen Basen verbunden, es sind

is*