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1 (1862) Der chemische Prozess der Ernährung der Vegetabilien / von Justus von Liebig
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304
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304 Anhang.

wollen, so eristiren diese hypothetischen Kohlcnstoffquellen füruns nicht, entweder weil sie uns gänzlich unbekannt oder zwei-felhaft sind.

Dasselbe muß in Beziehung auf den Stickstoff als eineWahrheit angenommen werden. Die Naturforschung kennt indiesem Augenblicke, außer dem Ammoniak und ihrem Orydations-product der Salpetersäure, keiue andere Stickstoffverbindungen,die überall, an allen Punkten der Erde, den wildwachsendenPflanzen den Stickstoff zu liefern vermöchte. Keine anderen sindjemals bei den Cnlturpflanzen von irgend einem Naturforscher,selbst nur als eine hypothetische Verbindung mit einem Namenbezeichnet worden, und so lange nicht eine zweite Quelle desStickstoffs aufgefunden ist, muß das Ammoniak in der Natnr-svrschung als die einzige angesehen werde».

Ist nun, so kann man fragen, die Quantität des Ammo-niaks, was wir in der Atmosphäre, in der Form von Pflanzenund Thieren als eine begrenzte Größe annehmen wollen, keinerZunahme fähig? kennt man nicht Quellen von Ammoniak, wo-durch das Vorhandene vermehrt wird? Diese Frage läßt sich ineiner zweiten wiedergeben. Ob nämlich unzweideutige That-sachen für die Meinung vorliegen, daß der Stickstoff der Lustdie Fähigkeit besitzt, unter irgend einer Bedingung die Formdes Ammoniaks, oder einer anderen Stickstoffverbindung anzu-nehmen? Außer dem Ammoniak und der Salpetersäure kenne»wir keine anderen Stickstoffverbindungen bis auf die, welche inPflanzen und Thieren vorkommen, oder solche, die mit ihrerHülfe darstellbar, das heißt daraus abgeleitet sind. Der Stick-stoff cristirt neben diesen nur in der Form des Gases, was wirals einen Hauptbestandtheil der Luft betrachten.

Die Unbekanntschaft mit der eigentlichen Quelle des Stick-stoffs für die Pflanzen hat die Naturforscher schon sehr früh