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Ueber Uferbefestigungen, Reinigung und Durchstechungen der Flüsse; Wiederbewässerung, Gräbenziehung; Teichnutzung und Verbesserungen; Einebnung und Aushebung über Seen, Mühlenbau, und Misbräuche der Müller, als wichtige Theile der landwirthschaftlichen Wasserbaukunst für Gutsbesitzer, Beamte etc : mit einer Kupfertafel in zwey Abtheilungen und zwanzig Figuren / von Jak. Christi. Wilh. von Scheurl
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115
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Wenn durch zu gross Mühlenwehr ober durchfalsche Normalbreite der Flüsse, nahe Wiesen über-schwemmt werden; so können Graben in der Ge-gend bis unter die Mühle, wo sie spitzig in Flußgehen müssen, und das Wasser so leicht sich, ohnees zurück zu stoßen, aufnimmt, gemacht werden.Sollte aber unter den Mühlrädern eine Anhöheseyn, und also der Zug des Wassers nicht dahinabgeführt werden können; so müste eine eicheneRinne ohngefahr i Schuh hoch, 2 Schuh breit,und 5 Schuh langer als der Mühlgraben (wenndas Wehr breit ist) ausgchauen, und ein Schuhtief unter das Bette des Mühlgrabens gelegt werden,so, daß solche 2 Schuh unter das Wehr, und z Schuhim Graben hineinreichte. Diese Rinne muß mitBohlen gedeckt und mit Thvn überschlagen werden,Laß sie kein anders Wasser Annehmen kan.

Wenn an einem Wehr keine Grundschleussenfind, so müssen solche um dieses wilde Wasser ab-zuführen, nach den beyderseitigen Ufern anderMühle 2 Schuh hohe Backen haben; daß heißt:es muß 2 Schuh tiefer liegen , als die Backen undLas Ufer sind; denn wenn das Wehr und die Ufermiteinander in gleicher Höhe liegen, so muß beysolcher Lage das etwas anwachsende Wasser gleichdie Gegend überschwemmen, dies leider meist derFall, sonst aber die Gegend auser Gefahr ist;noch mehr aber durch nicht genug zu empfehlendeGrundschleussen, die bey neuen Bau des WehrsH 2 leicht