Badian
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wo sie noch besser gereinigt und dann sortirt werden.Die trichterförmigen, Champignons genannt,werden am meisten geschätzt; dann folgen die regel-mäßig rund geformten und weichsten, welche Da-me n - oder T o i l e t t e n s ch w ä m m e genannt wer-den, und die übrigen werden besonders nach derGröße in mehrere Sorten geschieden, die entwederlose oder an Bindfaden gereiht in den Handel kom-men. AnfVenetianische Ärt sind sie locker angereiht,so daß man die gange Form jedes Schwamnies sehenkann; aus Triester Art aber sind sie so dicht und festangeschnürt, daß dies nicht möglich ist und dieSchwämme in der Schnur viel größer zu sein schei-nen, als sie wirklich sind. Die kleinen von 1 U— 1 kdoch Gewicht heißen Rechentaselschwämme;die kleinsten Stückchen werden Abschnitzel oderÄropfschwämme genannt, weil man sie gebranntund unter dem Ramm Spongiae ustae wegen ihresJodgehalts als Mittel gegen den Krops in der Me-dizin anwendet. Ferner bereitet man aus den feinenBadeschwämmen Wachs- oder Preßschwamm,Spongiae ceratae oder compressae , indem man siesorgfältig auswäscht, von allen Steinen reinigt, dannWieder trocknet, mit geschmolzenem Wachs tränktund zwischen Zinnplatten zusammenpreßt. Werdensie nach der Reinigung nur ‘24 Stunden lang inlaues Wasser gelegt, noch feucht mit Bindfaden sehrdicht und fest umwickelt und so getrocknet, so heißensie pr ätz arir te Sw ämm e, Spongiae priipavatae.Beide Arten werden in der Chirurgie gebraucht.Die feinsten und am regelmäßigsten geformten Bade-schwämme werden mit Chlor oder schwefeliger Säurean; weiß gebleicht und dann das Pfund mit0—50 Thlr. verkauft. Früher verfertigte mandiese nur in Paris; jetzt auch in Deutschland, na-mentlich in Berlin und in Reudnitz bei Leipzig; dieletzteren sollen vor den Berlinern den Borzug haben,daß sie nicht mit Chlor präparirt sind. Durch diezu dem Bleichen verwendete Säure verlieren dieSchwämme jedoch an Haltbarkeit. — Bastard-s ck, w äm m e nennt man eine geringe Sorte, welchehart sind und im Wasser nur wenig aufschwellen.Unter dem Namen amerikanische oder Baha-Maschwämme kommt neuerdings eine Sorte inden Handel, welche trichterförmig in einanderstecken, sehr weich und locker sind und im Wasserstark aufquellen, aber leicht zerreißen, daher weniggeschätzt sind. Man erhält sie in gepreßten Ballenvon Rewyork über Hamburg. — Beim Handel mitSchwämmen muß man darauf Rücksicht nehmen,daß sie, obgleich von den Steinen befreit, unterwegsUnd beim Verkauf doch noch viel Sand verlieren,wodurch ein namhafter Gewichtsverlust entsteht.
Badian, s. Sternanis.
Badmetall oder Knopfmetall, ein in Eng-land gebräuchliches Gemisch aus alten Bruchstückenvon Kupfer, Zinn, Blei, Zink, Eisen rc., welchesbesonders zu Knöpfen verarbeitet wird. .
Badvs, eine Art rother Bordeauxwein.
Badstuben, s. Flachs.
Bälge, s. Fell?.
Ballchenleinwand, s. Ballen.
Bärenfelle, die behaarten Felle verschiedenerBärcnarten, namentlich von dem g e m e in e n L a n d -baren, Ursus arctus , der im nördlichen Europa,Asien und Amerika, auch noch in großen Wäldernvon Tirol und der Schweiz lebt und sich leicht zäh-men läßt; von weißer Farbe kommt er unter demNamen Silberbär vor; ferner von dem amerika-
nischen Bär oder Baribal, 07. amorioanns,glänzend schwarz von Farbe, in Nordamerika lebend,dem grauen amerikanischen Bär, 17. ferox,ebenfalls aus Nordamerika; dem w e i ß e n L a n d b ä r;17. syriacus, vom Libanon und den Gebirgen inKaschemir; dem Eisbär oder Polarbär, 17. ma-rinus, im nördlichen Eismeere. Eine Abart desrussischen Bärs hat goldgelbe, glänzende Haarspitzenund wird Goldbär genannt; die Felle sind sehrgeschätzt und werden verhältnißmäßig theuer bezahlt.Die schwarzen canadischcn Bärenfelle haben einenbedeutend höheren Preis als die braunen und röth-lichen aus Polen, Rußland, Schweden rc.; dieersteren kommen aus den nordamcrikanischen Häfenüber England und Hamburg, die letzteren, sowieauch die grauen, über Petersburg und Odessa; derPreis derselben richtet sich nach der Größe und dermehr oder weniger dunklen Farbe. Die Felle desEisbären, welcher besonders auf den zu Sibiriengehörenden Inseln des stillen Meeres gefangen wird,sind weiß oder schmutziggelb von Farbe und habenlanges zottiges Haar; sie kommen weniger häufig inden Handel, werden jedoch zuweilen zu Leder und zustarken, wasserdichten Fußbekleidungen verarbeitet.Die Bärenfelle bilden in Rußland, Polen, England,Hamburg und Nordamerika einen bedeutenden Han-delsartikel, indem sie häufig zu Fuß-, Schlitten- undPferdedecken, zu Miiffelr, Grenadicrmützeu undandrem Pelzwerk verarbeitet werden. ■— Ueber denWaschbär s. den besonderen Art.
Bärengrvschen, Bärengnlden, nennt manzuweilen die Silbermünzen von Anhalt-Bernburg,wegen des darauf geprägte» Bärs.
Bärenklau. Unter diesem Namen wurden früherdie großen, ungleich gefiederten, gernch- und ge-schmacklosen Blätter des nnächten oder deutschenBärenklau, Heracleum Sphondylmm , eines inDeutschland häufig wild wachsenden Doldengewäch-ses, unter dem Namen Folia Braneae ursinae in denApotheken geführt; jetzt benutzt man sie nur nochzuweilen zum Griinfärbeu des Branntweins. DieWurzel und die ausgefchweften, stachellosen Blätterdes ächten Bärenklau, acantus mollis, der inItalien wild wächst, sind schon früher außer Gebrauchgekommen.
Bärenklaue, sranz. Griffe d’ ours, eine Artgeringer Königsberg« Waidafche s. d.
Barenthaler werdeir zuweilen die Reuthaler desKanton Bern (s. d.l genannt.
Bärentraube »kraut, Herba üvae ursi, diein der Medizin gebrauchten getrockneten Blätter derim nördlichen Europa und hier und da auch inDeutschland auf Bergen wachsenden Bären-traube, Arbutus uva ursi , eines kleinen, immer-grünen Strauchs, mit steifen, rundlichen, auf derunteren Seite fein geäderten, eiförmigen, glattran-digen, dicken geruchlosen Blättchen von zusammen-ziehender» Geschmack. Die Blüthen sind weiß undblaßröthlich, die Beeren roth und herbsäuerlich. Manmischt sie auch unter Rauchtabak, um ihm einen an-genehmen Geruch zu geben, und braucht sie zunrGrau- und Schwarzfärben auf Wolle. Sie werdenoft niit Preiselbeerenblättern vermischt, welche sichdadurch von ihnen unterscheiden, daß ihre Farbemehr ins Bräunliche fällt und daß sie auf der unternSeite nicht geädert, sondern pnuktirt, auch nachunten umgebogen und schmäler an ihrem Grundesind, auch bleiben die Blätter der Bärentraubenach dem Trocknen noch ziemlich grün. In ihnen ist