Bäremvurzel
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Bahamainseln
das Arbutin enthalten, lange farblose Säulen vonbitterm Geschmack. Die wässerige Lösung wird durchChlor gelbroth, Salpetersäure fällt goldgelbe Nadelndaraus, die mit Ammoniak Purpurfarbe geben. Ab-gedampft schillern diese roth und goldgrün. Einanderer, in diesen Blättern enthaltener Farbestofs istdas Urson, farblose Nadeln, die mit Vitriolöl»ränge, mit Salpetersäure gelb sich färben.
Bärenwurzel, s. Bärwurzel.
Bärenzucker wird zuweilen der Lakrizensast ge-nannt.
Bärlappsamen, Einstreupulver, Hexen-mehl, Klopfpulver, Blitzpulver, Erd-schwefel, 8einen lyenpoäii, der Blüthenstaubdes bei uns in Wäldern wachsenden Bär läpp -mooses und besonders der Art Lycopodium clava-tum, (eilte Pflanze mit kriechendem, weit sich verbrei-tendem Stengel) ein äußerst seines, staubartiges,geruch- und geschmackloses gelbes Pulver, das weichund fettig anzufühlen ist und sich außerordentlichschwer mit Wasser verbindet. Man bezieht es vonErfurt, Baireuth, Nürnberg und aus Württemberg,und verwendet es zum Bestreuen wunder Stellenkleiner Kinder, zum Ueberstreuen der Pillen, um dasZusammenkleben zu verhindern, um den Wein vomUmschlagen abzuhalten, zu den Blitzen auf demTheater, und auch in der Färberei, indem wolleneZeuge, welche damit gekocht werden, nachher dieblaue Farbe besser annehmen. Die Verfälschungmit dem Blüthcnstanbe der Tannen verräth sich,wenn man ihn auf den heißen Ofen legt, durch einenTerpentingeruch, und mit Schwefel durch einenSchwefelgeruch. Das Pollenin wird daraus ge-wonnen, ein pnlverförmiger, indifferenter Körper,ohne Geschmack, welcher officinell ist.
Bärme, s. Hefe».
Bärteletuch nennt man dasjenige Tuch, welcheszum ersten Male geschoren ist.
Bärwurzel oderBärenwurzel, Radix Meuoder Mei athamantici, die Wurzel des Bären-fenchels, Aethusa Menra, eines in Deutschland,auf niedrigen Gebirgen der Schweiz, in Frankreich,Spanien rc. auf Bergwiesen wachsenden Doldenge-wächscs; sie ist ästig, fingerdick, 4" lang, vonlockrem Gewebe, mit vielen kleinen Zasern, äußerlichschwarzbraun, innen weißlich und von scharfem, ge-würzhaftem Geschmack. Sie wird nur noch wenigals Magenmitcl, zum Schweiß- und Harntrciben,gegen Berschleimung und außerdem als Thierarzneigebraucht.
Bästling, s Hanf.
Buffern, f. Zucker.
Baffetas oder Bastas, eine Gattung weißerund dicht gewebter ostindischer Baumwollenzeugevon verschiedener Feinheit, welche früher häufig nachEuropa kamen, wo sie zum großen Theil gedrucktwurden.
Bagage werden die Kleidungsstücke und übrigenSachen geheißen, welche für die Bequemlichkeit derMannschaft und Passagiere oder für den besonderenGebrauch dienen.
Bagatino, eine frühere Kupfermünze der Repu-blik Ragusa, 5 = 1 Soldo.
Bagdad, befestigte Hauptstadt des gleichnamigenEjalets der asiatisch-türkischen Provinz IrakArabi, an der Ostseite des Tigris, über den eineschlechte, 620 Fuß lauge Schiffbrücke führt, mit80,000 (n. A. 20/ >00 und 100,000) Einw. Es warfrüher die größte Stadt des osmanischen Reichs und
hat noch jetzt 1 deutsche Meile im Umfange, aberauch ganz wüste Plätze, 100 Moscheen, 30 Karavan-serais und zahlreiche Bazars. Die Stadt hat Fa-briken von Seiden-, Baumwoll-, Wollen-, Gold-und Silberwaaren, Saffian rc. und treibt lebhaftenHandel, indem sie der Hauptstapelplatz zwischenKonstantinopel und dem persischen Meerbusen ist.
Münzen, Maße und Gewichte f. Bassora.
Bagdalin nannte man früher einen in persischemGeschmack bunt gewirkten Baumwollenzeug, der jetztnicht mehr Diode ist.
Bagger, Baggerprahm, Baggerschuitenennt man ein Fahrzeug mit einer Maschine, mitwelcher Sand und Schlamm aus einem Hafen, einemKanale oder aus dem Fahrwasser eines Flusses ent-fernt wird, um sie auszutiefen, was man ausbag-gern nennt. Der Mechanismus besteht gewöhnlichim Wesentlichen darin, daß ein großes Schöpfend,welches auf verschiedene Weife in Bewegung gesetztwird, den Sand oder Schlamm vom Grunde empor-hebt und in ein andres Fahrzeug wirft, das ihn aufdie Seite schafft. Jetzt hat man fast überall Dampf-bagger, deren Mechanismus durch eine Dampf-maschine bewegt wird.
Bagman, eine in Persien als stimulirendesMittel gebrauchte, aus Jspahan kommende Wurzel,1 >4 Zoll dick, 6—10 Zoll lang, außen rothbraun,innen gelblich, weiß und geruchlos, deren Abstam-mung unbekannt ist.
Baguettcs, s. Bay.
Bahama, s. Indigo.
Bahamaholz, s. Brasilienholz.
Bahamainseln oder Lucaische Inseln, In-selgruppe im atlantischen Meere, unweit der Küstevon Nordamerika, nördlich von Tuba und Haiti,südöstlich von der Halbinsel Florida, aus mehr als500 Inseln bestehend, von denen aber nur 12 voneiniger Bedeutung, die übrigen aber meist bloßeKlippen sind; selbst einige der-größeren sind unbe-wohnt. Sie erstrecken sich auf einen Raum von 30Meilen Länge mit einem Flächeninhalt von 257IU Meilen und nur 28,000 Einw. Sie bestehendurchgängig aus Kalkfelsen, der nur hin und wiedermit wenig Erde bedeckt und daher größtentheils un-fruchtbar ist; auch fehlt es allen an Wasser: DasHauptprodukt ist Baumwolle, außerdem Früchte,besonders Ananas, Mahagoni- und Farbehölzer,Salz rc. Wichtig ist der Fischfang auf den die Inselnumgebenden und sie zum Theil verbindenden großenSandbänken und Untiefen. Sie gehören seit 1718den Engländern, nachdem sie vorher der Sammelplatzganzer Schaaren von Flibustiern gewesen waren.— Die größte Insel, Bah ama, von 16 V 2 OMei-len ist unbewohnt. Sitz des Statthalters und derBehörden ist New-Providence, 8 oMeilcn,8000 Einw., mit der Stadt Nassau, dem Haupt-handelsplatze der Inseln, mit 6500 Einw. AusAbaco oder Lucayo, 4(4 (jSDi., liegt die StadtCarleton. Ferner sind noch zu bemerken: dieGalopagos, unbewohnte Gruppe im Norden;Guana; Eleuthera oder Harbour-Jsland,erzeugt viel Ananas; Bim ini; Andres oderEspiritu Santo, Gruppe mit viel Badeschwäm-men; Harbour-Grace; San-Salvator oderCat-Jsland, früher Guanahani, 16 D®.,mit der Stadt Port Howe, das erste amerikanischeLand, welches Columbus entdeckte; Exuma,Gruppe; Hogkei; Great Stocking, mit 3000Einw. und Hasen; Long-Jsland oder Duma,