Batzendinglk
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Baumwolle
verschiedenen Kantonen nicht gleichen Werth undwurde überhaupt meist von sehr schlechtem Gehaltgeprägt. Jetzt ist es der 10. Theil des neuen Fran-ken, — 10 Rappen. Sie soll zuerst zu Ende des15. Jahrhunderts in Bern geprägt worden sein undden Namen von dem Berner Wappen, einem Bäroder Bätz, erhalten haben.
Batzendingle, früheres Maß in einigen Schwei-zerkantonen, 4=1 Jmmeli.
Bauche, ein Maß für Torf im Kanton Neuschatelvon 120 neuen Kubikfuß.
Bauchhaarene Hüte nennt man ordinaire Filz-hüte, aus den Bauch- und Seitenhaaren der Hasen,gewöhnlich mit Zusatz von Kameel- oder Ziegen-haaren.
Bauchzirkel sind Zirkel mit gebogenen Schen-keln, zum Messen cytindrischer oder kugelförmigerKörper.
Baudervux, eine Art gemalter ostindischer Ta-schentücher, welche früher durch die Franzosen nachEuropa gebracht wurden.
Bauerband, s. Flachs.
Bauerleinen oder Burlaps heißt eine Artordinairer Sackleinwand, die in Westphalen ver-fertigt wird
Bauernwolle nennt man die von Landleutenauf kleinen Gütern gewonnene und zum Verkaufgebrachte Wolle, welche gewöhnlich weniger rein undvon geringerer Güte ist, als die von den Heerdengrößerer Gutsbesitzer und Schaszüchter.
Baufuß wird in mehreren Gegenden Deutsch-lands der gewöhnliche Fuß des Längenmaßes ge-nannt und es dient derselbe auch als Einheit desarchitektonischen Maßes.
Bauga, eine Art französischer Droguet aus Lei-nengarn und grober Wolle.
Baugee (spr. Bahdschih), ein Reismaß in Rad-nagore, ,n der englisch -ostindischen PräsidentschaftBengale», von verschiedener Schwere.
Bauholz, s. Holz.
Bauinachat nennt man einen Achat oder auchCalcedon mit baumartigen Zeichnungen; s. A ch a t.
Baumbast, s. Bast.
Baumöl, s. Olivenöl.
Baumsägen , kleine Sägen mit eisernem Bügelund einem hölzernen Griffe, zum Absägen der Aeste.Das Blatt ist entweder fest in den Bügel genietet,oder es geht vorn durch denselben hindurch und kannvermittelst einer Flügelschraube angespannt werden.S. Sägen.
Baumscheeren, zum Abschneiden der kleinenBaumzweige mit Raupennestern, daher so ein-gerichtet , daß sie an einer langen Stange befestigtund vermittelst einer Schnur zugezogen werden kön-nen; sie werden in Steiermark, Schmalkalden rc.verfertigt.
Baumseide oder Boomsid e, ein starker, dichtgewebter Zeughaus Wolle und Baumwolle, zu Klei-dungsstücken für die unteren Klassen, der an mehre-ren Orten von Riedersachsen und besonders in Bo-chold im Münsterschen verfertigt wird und meist nachHamburg, Lübeck, Bremen, Holland rc. geht. DieStücke sind 24 Hamburger Ellen lang und 1 Elle breitund mit einem angehängten Bleistempel versehen,welchem auf der einen Seite das Wappen der Stadtund aus der andern das Zeichen der Sorte: Super-fein, Doppeladler, verschlagener Adler oder einfacherAdler, aufgeprägt ist.
Baumwachs, eine Mischung von Vs Pfd. gelbem
Wachs, 3 / 4 Pfd. Harz und 1 / i Pfd. Terpentin, durchZusatz von etwas Butter, Schöpsenfett oder Baumölgeschmeidig gemacht. Man benutzt es zum Verbin-den äußerer Verwundungen der Bäume, beimOkuliren rc.
Baumwolle, ein feiner, spinnbarer Faserstoff,mit welchem die Fruchtkapseln mehrerer zu den Gat-tungen Gossypium und Bombax gehörenden Pflan-zen angefüllt sind und der den Samenkernen alsHülle dient. Die Baumwollenpflanzen wachsen inallen warmen Ländern, meist zwischen dem 43" süd-licher und 43° nördlicher Breite, besonders in Asien,Ost - und Westindien und Amerika, sowie auch inden südlichsten Ländern Europas: in Unteritalien,Sicilien, Malta, der Türkei rc. und werden zur Er-zeugung dieses Produkts, welches eines der wichtig-sten für die Weltindustrie ist, angebaut. Die eigent-liche Mutterpflanze der Baumwolle ist der Baum-wollenbaum, Bombax, der in Ostindien, Amerikaund mehreren Gegenden Afrikas wächst, deffeuWolle aber meist zu kurz zum Verspinnen und auchnicht völlig weiß ist, weshalb sie seltener in den Han-del kommt und meist zum Ausstopfen von Matratzenund dergl. benutzt wird. Er trägt eine 5blätterigeBlume mit 3—5spaltigem Kelch' und eine holzige,fünfeckige Kapsel, in welcher sich die in Wolle gehüll-ten Samenkerne befinden. Es gibt mehrere Artendesselben, von denen folgende die wichtigsten sind:Der Baumwollbaum oder Seidenwoll-bäum, Bombax pentandrum , in Ostindien undAmerika, ein sehr hoher, starker Baum mit länglich-runder Samenkapsel und weicher, seidenartiger, aberkurzer Wolle von bräunlicher Farbe. Der Woll-dorn oder Ceibabaum, B. Ceiba, ein in Ost-uud Westindien wachsender, ebenfalls ansehnlicherBaum, aber von geringerer Stärke als der vorige,der Stamm mit Stacheln besetzt; die feine, bräun-liche, seidenartige Wolle kommt fast gar nicht in denHandel, wird aber in China zu Papier benutzt. Dersiebenblätterige Wollbaum,sB. llsptapllyl-lum, in Südamerika, ein sehr hoher, starker Baum,der eine graue, feine Wolle hervorbringt, die aberebenfalls wenig oder gar nicht in den Handel kommt.Ferner noch: Bombax gossypium mit röthlicher undB. globosum mit rothgelber Wolle, in Guinea. —Die Baumwolle, welche den eigentlichen Handels-artikel bildet, kommt von verschiedenen Pflanzen derGattung Gossypium , von der es ebenfalls mehrereArten mit vielen Varietäten gibt, welche theilsSträucher, theils Stauden sind. Bon diesen sindhauptsächlich folgende zu bemerken: Der baum-artige Baumwollenstrauch, Gossypium ar-boreum, ein 10—15 Fuß hoher Strauch, der beson-ders in Ostindien, Arabien, Aegppten, in Südamerika,Westindien nud in einigen Gegenden Spaniens er-baut wird; die ziemlich großen, gelben Blumen,welche Aehnlichkeit mit den Malven haben, erzeugenbraune oder schwarze Nüsse von der Größe einerWallnuß, die in 3 bis 4 Fächer getheilt sind. Diesespringen zur Zeit der Reife auf und zeigen die schöneweiße und feine Baumwolle. Die erste Ernte,welche die längste und beste Wolle gibt, wird imMärz, die zweite im April gehalten. Damit dieBauinwolle nicht aus den Nüssen fällt, läßt man dieletzteren, sowie sie reif werden, einsammeln und nachHaus bringen. Nach beendigter Ernte werden dieZweige über der Wurzel abgeschnitten, worauf dieseneue Sprößlinge treibt, welche wieder Frücbte tra-gen , und dies wird oft noch einmal wiederholt, ob-