Baumwolle
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Baumwolle
konische mit Einschluß der mexikanisch.«!, südameri-kanische, westindische, ostindische, hinterindische undchinesische, levantische, afrikanische und europäische1) Nordamerikanische Sorten. In dennordamerikanischen Freistaaten ist die Baumwolleeines der wichtigsten Produkte, denn sie wird daselbstin großer Menge und meist von ausgezeichneterQualität erzeugt, findet aus dem letzten Grundeüberall willige Abnehmer in der Regel zu lohnendenPreisen und sichert der inländischen Fabrikation, diesich besonders in der neueren Zeit bedeutend ver-mehrt hat, den nöthigen Rohstoff in hinreichenderQuantität, unabhängig von fremden Ländern zu.In dieser Beziehung haben die Vereinigten Staatenselbst einen großen Vortheil über England, wo manschon längere Zeit Besorgnisse hegt, daß man fürden großen Bedarf der Fabriken des Landes nichtgenug Bauinwolle aus Amerika wird erhalten kön-nen. Seit der Befreiung der Vereinigten Staatenhat zwar der Anbau daselbst in einer unglaublichraschen Progression zugenommen, denn als 1783 einamerikanisches Schiff 8 Ballen Baumwolle nach Li-verpool brachte, hielt man sie auf dem Zollhause an,indem man nicht glauben wollte, daß ein solchesQuantum aus einmal aus Nordamerika verschifftwerden könnte, und im Jahr 1840 wurden schongegen 600 Will. Psd. daselbst geerntet. Indessenscheint die Vermehrung in der neueren Zeit ihreGrenze gesunden zu haben und jedenfalls steht siemit der außerordentlichen Zunahme der inländischenFabriken nicht im Verhältniß. England bemüht sichdaher auch, den Anbau aus seinen westindischen In-seln und selbst aus dem Cap zu vermehren; dies hataber bis jetzt nur ein sehr unzureichendes Resultatergeben und so wäre es nicht unmöglich, daß die eng-lische Baumwollenindustrie, welche jährlich b'/s Mill.Ctr., mehr als alle übrigen Länder der Welt zusam-men, verbraucht, vielleicht schon bald einen bedeuten-den Stoß durch den Mangel an Rohstoff erhielte. —Unter den nordamerikanischen Baumwollcusortensteht die G eorgia obenan, welche jedoch in zweisehr von einander verschiedene Arten zerfällt, näm-lich in lange und kurze Georgia. Die ersterewird in den Küstengegenden des Staates und ausden in der Nähe derselben liegenden niedrigen In-seln erzeugt, und auf diesen wächst überhaupt dieschönste Baumwolle die es gibt und die unter demNamen Sea Islands bekannt ist. Sie ist sehrlang, außerordentlich sein, kräftig, rein und glän-zend weiß. Die ersten Pflanzen sind im Jahr 1786von den Bahamainseln nach Georgien gebracht wor-den und man vermuthet, daß sie ursprünglich ausPersien stammt. Nachdem man vorher öfter erfolg-lose Versuche zur Anpflanzung von Bourbonbaum-wolle und anderen Gattungen in den VereinigtenStaaten gemacht hatte, gedieh diese auf den niedrigenund sandigen Inseln längs den Küsten von Charle-ston bis Savannah sehr gut. Es scheint jedoch ge-wiß, daß zur Erzeugung eines seinen Produkts ausder Pflanze die Nähe der See unumgänglich nöthigist, denn sobald sie weiter ins Land verpflanzt wird,artet sie sogleich aus; dagegen hat man aber in Süd-amerika die Bemerkung gemacht, daß die Pernam-bucvbanmwolle, welche der Sea Island an Qualitätam nächsten kommt, in der Nähe des Meeres beiweitem weniger gut gedeiht, als in höher gelegenenGegenden. Auch an den Küsten von Florida wirdSea Island erzeugt, jedoch nicht mehr so viel alsfrüher. Die Pflanze erreicht hier, besonders aus den
Ländereien mit rothem Boden, eine Höhe von 6—8Fuß, während sie in Virginien nur I Fuß hoch wird.Die Samenkerne der Sea-Jsland sind schwarz, dieder meisten anderen amerikanischen Sorten aber sindgrün. Bei der ersteren läßt sich die Wolle leicht vonden Kernen absondern und sie ist so fein, daß sie zuGarn bis Nr. 300 und noch höher versponnen wer-de» kann. Man theilt sie in fine (fein oder Prima),midling oder soll (Mittelseine) und stained oder in-ferior (fleckig) mit gelben Flecken, die von Frost undkalter Witterung herrühren sollen. Sie kommt inlangen runden Ballen mit4 Endzipfeln von 250—300Psd. Die davon erzeugte Quantität beträgt jährlichnur 8—9 Will. Psd.' - Die kurze Georgiakommt meist aus dem Innern des Staats und aushöheren Gegenden, weshalb sie gewöhnlich llp la ndgenannt wird. Sie ist viel kürzer und auch meistweniger rein als die vorige, übrigens ziemlich feinund regelmäßig und etwas gelblich von Farbe.Man unterscheidet sie in Prima, Secunda, beide bisNr. 40 spinnbar, und Tertia; auch erscheint zuwei-len eine vierte noch geringere Sorte. Sie kommtauch unter dem Namen Savannah vor, da siemeist über diesen Platz ausgeführt wird. — Süd-und Nordcaroliua ist bedeutend besser als diekurze Georgia und im Allgemeinen rein-, weiß, feinund regelmäßig von Qualität, jedoch etwas leicht.Sie kommt in geschnürten oder bereisten Ballen,meist über Charleston, weßhalb sie auch zuweilenunter diesem Namen ausgeführt wird. — Mobileist rein, etwas gelblich von Farbe, ziemlich lang undegal von.Faden, aber nicht ganz fein. —Louisiana,eine reine, schön weiße, etwas gelbliche, seine, weicheund ziemlich lange Baumwolle; zuweilen enthält siejedoch ziemlich viel schwarze und grüne, schwer zutrennende Samenkerne. Man theilt sie in Prima,Secunda, Tertia und Quarta; die besseren Sortenlassen sich bis zu Nr. 80 und 90 verspinnen. Siekommt meist über New-Orleans. — Alabama istim Allgemeinen schön weiß, eben so laug als Loui-siana, aber weniger fein und weniger egal. — Mis-sis sippi, eine gute Sorte, die erst in neuerer ZeitüberNew-Orleans ausgeführt wird.— Arkansas,ebenfalls ziemlich gut, kommt auch über New-Orle-ans. —'Tenessee kommt zwar der Carolina undder kurzen Georgia ziemlich nahe, ist aber stärker,weniger weich und die Farbe in's Graublaue fallend.Sie bleibt zum größten Theil im Lande und wird zugeringen Zeugen verarbeitet. — Virginia kommtder mittleren Georgia ziemlich nahe und kann bisNr.40 versponnen werden. — Missouri, aus demsüdlichen Theile dieses Staates, ziemlich gut. —Kentncki, von mittelmäßiger Güte. —Texas,mittelfein. — Alle die zuletzt genannten Sorten wer-den über New-Orleans und meist unter dem NamenMobile und Tenessee ausgeführt. Die noch weiternördlich als in Kentncki und Virginia erzeugte Baum-wolle ist von geringer Qualität. — Mexikanischewurde schon zur Zeit der Eroberung des Landes ge-baut und lieferte fast ausschließlich den Stoff fürBekleidung der Bewohner. Der Anbau wurdejedoch später sehr vernachlässigt und selbst die Kunstder Jndier, ihr lebhafte und dauerhafte Farben zugeben, ist fast verloren gegangen. Das Land hatmehrere Arten von Gossypium und von Bombax,die in Folge des wärmeren Klimas in mancher Hin-sicht noch besser gedeihen, als in den VereinigtenStaaten, aber man weiß sie noch nicht gehörig zureinigen und einzupressen, und überdies würde» die