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Erster Band.
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Baumwolle

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Baumwolle

mangelhaften Communications- und Transport-mittel die Waare für den ausländischen Handel vielzu sehr vertheuern. In den Distrikten um Veracruz ;und um Oaxaca wird sehr schöne lange, feine und .weiße Baumwolle erzeugt, die, wenn mehr Sorgfaltaus den Anbau Verwender und die Waare gehöriggereinigt würde, selbst den besseren Sorten aus denFreistaaten den Rang streitig machen könnte. Bisjetzt aber ist die Ausfuhr nur unbedeutend gebliebenund im europäischen Handel kommt die mexikanischeBaumwolle nicht vor.

2) Südamerikanische Sorten. Diesegehörenzu den vorzüglichsten, welche nach Europa kommen;;besonders sind die brasilischen Sorten ausgezeichnetund werden zum Theil und zu gewissen Stoffen den !besten nordamerikanischen Sorten noch vorgezogen,!obgleich sie nicht immer ganz rein sind. Die bemer-kenswerlhesten Sorten, nach den Hauptländern ein-getheilt, sind folgende: a) Brasilische. Pernam-bnco oder Fernambuk, eine sehr seine, weiche,lange, krästige und reine Wolle, von Farbe schöngelblichweiß und egal, die sich zu den feinsten Gar-nen verspinnen läßt und noch theurer als die besteNordamerikanische bezahlt wird. Sie kommt in run-den oder viereckigen Ballen von 150—300 Pfd., diemit einem gekrönten ^bezeichnet sind, meist, wie allebrasilischen Sorten, über London. Die in viereckigenBallen wird der in runden vorgezogen. — Cearaoder Siara zerfällt ebenfalls in 2 Sorten, vondenen die bessere der Pernambuco in runden Ballenfast gleich ist; doch kommt sie seltener vor, als diezweite Sorte, die sich nur bis Nr. 60 verspinnenläßt. Sie ist wie die vorige verpackt und die Ballenmit einem gekrönten C bezeichnet. — Bahia ist sehrsein, lang und weich, so daß sie bis Nr. 250 unddarüber versponnen werden kann; doch ist sie weni-ger rein als die Pernambuco und enthält oft unreifeFlocken. Die beigemischten Samenkörner sitzen oftzu 6 bis 10 Stück in zwei Reihen fest beisammen,was ein characteristisches Kennzeichen der Sorten ist.Sie kommt in viereckigen Ballen mit Emballage vonbaumwollenem Zeuge und 3—5mal init Rohr um-schnürt, welche mit einem gekrönten B gezeichnetsind. — Alagoas, so schön wie Pernambuco, nurweniger rein. Es sind viereckige Ballen in grobemweißen Baumwollenzenge, 4mal mit dünnem Rohrgeschnürt.— Maranham, Maranon oder Ma-ranhao kommt in 3 Sorten vor, von denen dieerste der Bahia gleich steht; bie beiden anderen abersind unrein und meist mit unreifer Wolle vermischt.Die in grobe Leinwand gepackten Ballen sind niiteinem gekrönten M bezeichnet und wiegen 130—200Psd. — Minas novas, lang«, zart und seiden-artig, aber unrein und mit unreifen Flocken ver-mischt; sie laßt sich wie Bahia verspinnen. — S er-tawo, der vorigen ähnlich, aber noch unreiner undschmuzigweiß von Farbe. — Minas geraes, ge-ringer als die beiden letzten Sorten, zwar lang, aberstark und hart, blaßgclb, unegal mit dunklen undmatten Stellen. Diese 3 Sorten kommen in Packenvon 120—150 Pfd., die entweder in behaarte Rinds-haut (Seronen) oder in Kattun gepackt und in derLänge einmal, in die Quere 4mal mit orangefarbe-nem Bast geschnürt sind; 3 Packen zusammengestelltbilden einen regelmäßigen Würfel. — Rio Ja-neiro, ohngesähr in gleichem Werth wie die vorige,gewöhnlich sehr unrein mit gelben Flocken und vonstarkem, groben Haar; doch gibt es auch eine bessereSorte, welche reiner und gleichmäßig von Farbe ist.

— Para, glänzend weiß, etwas gelblich von Farbeund von ziemlich gutem Haar, aber sehr unrein, bisNr. 60 verspinnbar; ovale lange ungeschnürte Pa-cken in Kattun. — Ma^eia, wie die vorige, aber ingrößeren Flauschen; Packung wie Bahia. — Außer-dem noch: Paraiba, Santos rc. — b) Colum-bische Sorten. Varinas, gelblichweiß und rein,aber von kurzem, hartem Haar; kommt in Seronenoder in Leinwandpacken mit Baststricken geschnürt.

— Barcelona, schmuzigweiß mit gelbem Scheineund sehr unrein; das Haar ist wie Minas novasund auch die Packung wie bei dieser. — Caraccasoder Lagnayra, gelblich, sehr unrein und mit vie-len schwarzen Samenkörnern, aber sein, so daß siebis Nr. 100 versponnen werden kann; kommt theilsin Seronen von 90—150 Psd., auf welche 6—7°/oTara gegeben werden, theils in ungeschnürte» leine-nen Ballen von ca. 100 Psd. mit 4% Tara. —• Ihrgleich stehen Valencia, Cumana und Jnjira.

— Porto-Cabello, der Barcelona ähnlich, aberhärter; doch gibt es auch eine geschlagene Sorte,welche rein ist; kommt in kleinen viereckigen Packenmit Bast und Rohr geschnürt. — Carthagena oderSt. Martha kommt in 2 Sorten, von denen dieerste etwas gelblich, lang, aber hart und etwas grobist und sich dadurch auszeichnet / daß sie aus langen,fest zusammenhängenden Zöpfen besteht; sie kommtin ledernen Seronen und ungeschnürten Leinenballen.Die zweite Sorte ist schmuzigweiß und hat schönesHaar in Flauschen, ist aber höchst unrein und finnig;kommt in Leinwaudballen mit 8 Zipfeln. BeideSorten geben gegen 50"/» Abgang beim Spinnen.

— c) Guianische Sorten zeichnen sich meistdurch Reinheit und sorgfältige Behandlung aus undwerden deßhalb gut bezahlt, obgleich sie im Haar denbrasilischen nachstehen. S u r i n a m ist weiß, glän-zend und kräftig, aber weniger sein als Pernambuco,bis Nr. 200 verspinnbar; sie ist theils geschlagen, ingroßen Vließen und ganz rein, theils ungeschlagen,in kleinen Flocken und unrein; sie komint in rundenBallen mit 4 Zipfeln oder in viereckigen Leinwand-packen. Eine Abart derselben heißt Rikerie oderNewkerry welche blaßgelb von Farbe und nichtganz rein ist; doch gibt es auch schlechtere, gröbereund sehr unreine Sorten derselben. —Demerary,lang, sein und seidenartig, bis Nr. 200 verspinnbar,doch sind die Sorten sehr verschieden, so daß die besteder Pernambuco gleichkommt, die geringste aber un-ter Newkerry steht. WieSurinam gepackt. — Ber -bice, der Demerary sehr ähnlich, aber weniger langund rein. — Essequebv, weniger zart und langund überhaupt geringer als die beiden vorigen Sor-ten. — Cayenne kommt in zwei Sorten vor: mitlangem und mit kurzem Haar; die erstere ist imAll-genieinen von langem, kräftigem und regelmäßigemHaar und von glänzender, gelblichweißer Farbe;die letztere ist weniger fein, härter und unregelmäßi-ger ; beide sind meist rein, haben aber fast immerkleine Knötchcn an den Haaren, — <ä) Peruani-s che Sorten, wozu auch die aus der RepublikBolivia gerechnet werden. Die bekanntesten der-selben sind: Lima oder Peru, vorzüglich schön,zart und lang, so daß sie der Bahia gleichgeschatztwird. Es gibt jedoch auch eine viel geringere Sortevon weißgrauer Farbe, hartem, ungleich langemHaar und unrein. Packung in 4ecklgen Seronenoder in uiigeschnürteii Lcincuballell. Ptara oderPiura, blaßgelb, ziemlich rein und gleich lang; inkleinen 4eckigenSeronen. — Carraco, weiß, lang