Baumwolle
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Baumwolle
und glänzend, der Surinam ähnlich; in ledernenSeronen. ■— D r i tt o c c o, wie die vorige, aber gelb-lich. — Cumana, fein und lang, aber sehr unrein.
— Moxo s aus Bolivia, soll eine der besten Baum-wollensorten sein, ist aber noch nicht nach Europagekommen.
ö) Westindische Sorten, sind zwar von deneinzelnen Inseln verschieden in Qualität, aber imAllgemeinen von vorzüglicher Güte und besser alsdie meisten amerikanischen, indem sie meist ein lan-ges, zartes, kräftiges Haar haben; nur wird ihreGüte und ihr Preis durch die geringe Sorgsalt,welche man auf die Ernte und Reinigung verwendet,bedeutend beeinträchtigt. Folgendes sind die wich-tigsten Sorten: Domingo oder Haiti, gelblich,ziemlich rein, von seinem langen Faden, aber nichtleicht zu spinnen; kann bis Nr. 100 und auch nochhöher versponnen werden. Die Qualität ist jedochverschieden; die beste Sorte, welche in Gonare undArtibonite erbaut und siuall seed genannt wird,wird zuweilen der Prima-Georgia noch vorgezogen.Sie kommt in runden Ballen von feiner grauer Lein-wand mit 4 Zipseln. — Eub a oder Havannah,blaßgelb aber meist unegal, krästig und etwas hart,meist unrein, aber leicht zu reinigen. Sie wird inPrima und Secnnda getheilt; die erstere kommt inPacken mit Hanf - oder Rohrstricken, die letztere inBallen mit 4 Zipseln. — Portorico, die besteder westindischen Sorten, wird aber nicht in großerMenge erzeugt. Sie ist schön glänzend weiß, mitlangem, weichem und festem Haar, aber zuweilenmit Samenkörnern vermischt. Sie ist wie Do-mingo gepackt, doch gibt es auch eine Sorte unterdem Namen Guayanilla, die in 4eckigen Packenmit verbrochenen Ecken kommt. — Jam aika , mitlangem, zartem, aber schmuziggelbem Haar undetwas unrein, läßt sich aber gut spinnen. Man theiltsie in groen-soeä, die beste Sorte, und slliub-Oottou,und außerdem in connnoulainaiva, welche grob nndstark ist, ,leicht zerbrechliche Kerne hat und daherschwer zu reinigen ist und geringen Preis hat, undnoch mehrere andere Untersorten. Eine Art dergioeu-seeä läßt sich so schwer von den Kernen trennen,daß sie nur mit der Hand gereinigt wird, weshalbsie sehr theuer zu stehen kommt und nicht zum Spin-nen gebraucht werden kann, obgleich sie sehr fein undweiß ist. — St. Thomas, von gleicher Güte wieDomingo, aber nur in geringer Menge erzeugt.
— St. Martin, blaßgelb, lang und zart, abersehr unrein; kommt ebenfalls nur selten vor. —Curassao, wie St. Martin, aber mit hartem, ge-mischtem Haar.— Barbados, kommt der Guaya-nilla gleich, ist aber unreiner. — Grenada, wieBarbados, aber weniger werth, da sie mehr dunkel-gelbe Flammen hat. — Trinid ab, Tortola undMontserrat, mit zartem, kräftigem Haar, gleich-artiger als Domingo. — Cariacou, hartes, un-gleich langes Haar und sehr unrein. — S t. Vin-cent, der vorigen in allen Stücken ähnlich. —Bahama, weiß und lang, aber hart und trockenund sehr unrein. — Guadeloupe, lang, weichseidenartig und leicht zn spinnen; gewöhnlich etwasins Röthliche fallend; läßt sich bis Nr. 100 verspin-nen. — Martinique, fast von gleicher Güte wieGuadeloupe. — Barthelemy, eine der bestenwestindischen Sorten, mit langem, seidenartigemHaar, etwas ins Röthliche spielend; geht allein nachSchweden. — Die übrigen westindischen Sortenkommen wenig oder gar nicht nach Europa.
4) O st i n d i s ch e S o r t e n. Ostindien liefert jetztnächst Nordamerika die meiste Baumwolle für deneuropäischen Handel; sie steht der nordamerikanischenzwar in der Güte nach, ist aber auch wohlfeiler. Dievorzüglichsten Sorten sind folgende: B e n g a l,kommt in sehr verschiedenen Qualitäten vor, ist imAllgemeinen gelblich, fein, regelmäßig, aber sehr kurzund trocken; die geringsten Sorten gehen meist nachChina, «sie kommt in ganzen und halben Ballen inlockeres Hanfgewebe gepackt und 12mal geschnürt.—Madras oder Tinevellp, der Bengal ähnlich,aber gleicher und reiner; ist jedoch nur zn grobenGespinnste», Dvchtgarn und Watten brauchbar. —Surate oder Bombay, graugelb weiß von Farbe,mit längerem, zarterem Haar als die beiden vorigenSorten und auf Maschinen spinnbar; auch ist sieoft mit Blättern und Sand verunreinigt. Mantheilt sie in Prima, in England Toomel genannt,Secunda und Tersia. Sie kommt in ganzen, %und 1 / 1 Ballen wie Bengal, aber die Ballen sind16 mal geschnürt und unter der äußeren lockeren Em-ballage befindet sich eine zweite von feinerem, unge-bleichtem Kattun. — Western, schmutziggelb, mitkurzem, aber weichem und kräftigem Haar; Packungwie Madras. — Außerdem noch: Dholcra,Amarawutta und Capoc, sämmtlich von ge-ringer Qualität.
5) Hinterindische und chinesische Sorten.Siam, zerfällt in weiße und röthliche, beide mitschönem, langem, seidenartigem Haar, das sich leichtverspinnen läßt, werden aber meist im Lande ver-arbeitet und kommen selten nach Europa. —Manilla, eine feine Sorte mit glänzendweißemHaar und ;ganj rein, aber ungleich lang und meistmit unreifen Flöckchen vermischt. Kommt in vier-eckigen Packen in hellgelben Schilfmatten und mitRohr geschnürt. — Chinesische. Fast in ganzChina wird Baumwolle gebaut, die aber demohnge-achtet für den Bedarf der Wolle nicht ausreicht undvon der nur zuweilen etwas nach Rußland ausge-führt wird. Man erzeugt sowohl weiße, als brauneoder Naukinbaumwolle, auch Bhaugulporegenannt, vom Gossypium religiosum. Diese soll nurin der Provinz Kiangsu erbaut werden, in welcherNankin liegt, und es kommt davon nichts nach Europa.Das Haar ist fein, aber kurz, trocken und spröde.
6) Levantische Sorten. Obgleich der NameLevante sich eigentlich nur aus Kleinasien und Syrienerstreckt, so versteht man unter levantischer Baum-wolle doch gewöhnlich auch die in der europäischenTürkei, auf den griechischen Inseln und aus derIonischen Insel Cerigo erzeugte. Aus diesen Gegen-den kam früher sehr viel Baumwolle nach Europa;sie ist jedoch von den theils bedeutend besseren, theilswohlfeileren amerikanischen und ostindischen Sorten,und besonders weil sie sich nicht gut zur Maschinen-spinnerei eignet, größtentheils verdrängt wordenund der Anbau hat sich daher auch sehr vermindert.Die in Natolien erbauten und über Smyrna ausge-führten Sorten begreift man gewöhnlich unter demNamen Smyrnrsche Baumwolle; doch gibt esdavon sehr viel Arten, die mehr oder weniger in derGüte von einander abweichen. Die vorzüglichsteSorte derselben ist die Subujac oder Alta-Sub ugia; ste ift glänzend weiß, so lang wie dieGeorgia, aber härter und etwas gekräuselt und ganzrein. Sie kommt, wie die übrigen smyrnischen Sor-ten, in Haartuchsäcken von 2—300 Psd., die aufdem Kopfe mit Leinwand gefchlosien und geschnürt