Baumwollr
Baumwolle
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sind. Eine etwas geringere und ungleichere Sortewird Uso-Subugia genannt. Uebrigens theiltman die smyrnischen Sorten in Landbaumwolleund Seebaumwolle, und begreift unter demersteren Namen alle auf dem festen Lande erzeugten,unter dem letzteren, welche die besseren sind, die vonden Inseln und den benachbarten Küsten. Zu den letz-teren rechnet mau auch die von der Halbinsel Galli-P o l i auf der europäischen Seite der Dardanellen, wes-halb sie auch zuweilen Dardanellenbaumwollegenannt wird. Sie ist übrigens nicht viel besser als diemeisten der nachbenannten Landbaumwollen. Diesesind besonders: Kirkag adsch oderKirkagaz,mattund ins Grane spielend von Farbe, ungleich von Längeund hart; K a s s a b a oder K as s a b a o, ebenso, doch zu-weilen etwas weicher; Salona, gelblichweiß, lang,zart und kräftig, aber sehr laubig und filzig; Kinikoder Cnich und Baindir, beide der Kassaba gleich,aber unreiner; Magnesia, ebenfalls unreiner alsKassaba; Uxar oder Axar, eine mittle Land-baumwolle. — Die syrischen Sorten von Akre,Aleppo, Said, Alexandrctte rc. find schönweiß und feinhaarig, aber kurz; man unterscheidetdavon Prima-, Secunda- und Tertia-Qualitäten.— Cyprisch e Baumwolle war früher die beste derganzen Levante und es wurde davon bedeutend aus-geführt, da sie wegen ihrer Feinheit, Länge, Weich-heit und etwas ins Röthliche spielenden schönen wei-ßen Farbe besonders in Italien beliebt war. Inneuerer Zeit hat sich die Qualität verschlechtert unddie Ausfuhr sowie der Anbau vermindert. Mauunterscheidet daselbst die an den Bächen gebaute,welche vom Regen anschwellen und welche besser ist,als die aus trocknen Gegenden; die erstere heißtBaumwolle vom Wasser, die letztere Baum-wolle vom Lande. Im Handel theilt man sienach der Qualität in Prior, auch lloro oder üorottigenannt, Prima oder buou uwroantilo, Secundaoder passiüjile, und Tertia oder commune. Die•'5 ersten Sorten können bis Nr. 40, die 4. bis Nr. 30versponnen werden. Sie kommt in Haarsäcken vonca. 400 Psd. nnt 6°/,, Tara; 10 Ballen sind einSortiment, das wenigstens die Hälfte Prima unddie andre Hälfte Secunda und Tertia erhalten muß.^Makedonische Baumwolle nennt man ge-wöhnlich die in der europäischen Türkei erzeugte,deren Kultur und Handel sich früher besonders umSeres concentrirte, und es ging davon viel überSalonichi und auf der Donau besonders nach Wien,von wo sie nach anderen deutschen Ländern und derSchweiz versandt wurde. Sie ist zwar schön weiß,aber rauh ^krans, ziemlich kurz und schwer zu ver-spinnen. Sie kommt in Haarsäcken von ca. 200 Psd.Gewicht und in diesen ist sie zuweilen mit Stroh oderSchilf in Biindel gebunden, was auf die Tara, diegewöhnlich mit 7% berechnet wird, einen nicht un-bedeutenden Verlust gibt. Die beste Sorte, welcheaus der Mitte der Samenkapseln genommen undsorgfältig gereinigt wird, nennt man im LandeTschesma; eine ebenfalls vorzügliche Sorte heißtUxux oder Uschur; es ist die Zehentbaumwolle,welche die Beamten unmittelbar nach der Ernte ausden Borräthcn der Bauern aussuchen und dann fürRechnung der Regierung verkaufen; die Ballen sind>nit dem Zeichen 8, das mit Bindfaden eingenäht ist,Markirt. Salonichi oder Salonico ist ebensogut wie Uschur und auch Tricala ist eineichöne, gut gereinigte Sorte. Cantar heißtd>e, welche auf den eigenen Feldern der Agas gc-
Fort's Univ.-^cxicon.
Wonnen und sorgfältig behandelt und gereinigt wird;die Ballen sind mit einem eingenähten Kreuz bezeich-net. Taxili heißt diejenige, welche die Dörfer fürStrafgelder oder rückständige Abgaben in die Maga-zine der Regierung liefern und die weniger gut ist,als die genannten Sorten. Cira werden alle übri-gen Gattungen von geringerer Qualität genannt.
— In Griechenland, besonders auf Morea, wirdschöne weiße und feine Baumwolle erbaut, welcheder Snbugia gleichkommt; deßgleichen inLivadien,die von der Macedonischen wenig verschieden ist.
7) A s r i k a n i s ch e S o r t e n. In vielen Gegen-den Afrikas wächst die Baumwolle wild und sie sollmeist von vorzüglicher Qualität sein, namentlich dieAbyssinische. Tioch kommt von den Sorten aus demInnern des Landes noch nichts nach Europa. Wich-tig ist jedoch die ägyptische, welche in 2 Sorten:Mako oder Jumel (nach dem Franzosen Jumel,der sie l 820 zuerst anbaute) und Alex and rini-s ch e zerfällt. Die erste hat zartes, kräftiges, leichtbindendes, aber ungleich langes Haar; auch ist siemeist mit dunkelgelben Flächen vermischt und sehrunrein. Sie steht deshalb der Pernambuco, ausderen Samen sie gezogen ist, bedeutend nach.' Siekommt in kleinen 4eckigen Leinwandpacken, welche4mal geschnürt sind. Da die Qualität der Makoabzunehmen schien, ließ der Vicekönig im Jahr 1828Samen von Sea-Island aus Amerika kommen,welche eine sehr gute Wolle gegeben hat, die sich be-sonders durch ihre Länge auszeichnet, obgleich sie deramerikanischen Sea-Island nicht gleichkommt, dasie nicht ohne Finnen ist und schlecht gereinigt wird.Man nennt sie ägyptische L-ea-Jsland oderauch Jumel; der Vicekönig hat den Alleinhandeldavon, wie von allen Handelsprodukten seines Lan-des, und stellt den Preis in spanischen Piastern abKairo pr. Kantaro von 43% Okke. Sie ist in Lein-wandballen von 2 Ctr. gepackt, aus welche in Aegyp-ten keine Tara, in Europa gewöhnlich 4°/« gegebenwird. Sie geht meist nach Marseille und Liverpool.
— In Aegypten wird auch eine braune Mako vonNankinsarbe, aber nur in geringer Quantität ge-baut. —. Vom Senegal im westlichen Afrikakommt zuweilen eine Baumwolle, die ohngefähr mitder geringen westindischen auf gleicher Stufe steht;sie hängt nicht sehr fest an den Samen und läßt sichdaher leicht davon trennen. — Die Insel B o n r -bon erzeugt sehr gute Baumwolle, welche der langenGeorgia fast gleichgcschätzt wird. Sie ist sehr sein,schön weiß, etwas ins Gelbliche fallend, seidenartigund außerordentlich gleichförmig, nur oft unrein;sie läßt sich zu sehr feinem Garn verspinnen. Ge-wöhnlich konimt sie in 4eckigen Packen von 2—400Psd. in Bast oder Packtuch ohne Schnüre, auf welche0% Tara gegeben wird.— Auf den Sechellen-infeln wird ebenfalls Baumwolle gebaut, die abernur selten nach Europa kommt; diesennddieBonrbo-nische wird auch oft unter dem Namen ostindische auf-geführt, weil die Ostindiensahrer sie mitbringen. —- 3»neuerer Zeit hat man auch auf dem Cap, namentlichbei Port Natal Baumwolle zu erbauen angefangen.
8) Europäische Sorten, mit Ausnahmeder türkischen und griechischen. Unter den Lan-dern des südlichen Europa ist es besonders Spa-nien und das Königreich beider Sicilmr wo dieKultur der Baumwolle nnt bleibendem Erfolge cm-geführt worden ist, obgleich man sie auch in mehrerenanderen Ländern versucht hat. Die spanischeBaumwolle in der Gegend voii Motril, Almnnezar,
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