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Erster Band.
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Beinwell

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Beirut

die zahlreichen kleinen Gegenstände, welche aus Kno-chen, besonders aus denen der Rindssnße gedrechseltoder geschnitzt rc, werden, namentlich Kinderspielzeug,Stockknöpfe, Nadelbüchsen, Falzbeine, Fächerstabe,Schachfiguren, Dominospiele und dgl. Zuweilenwerden auch Pferdeknochen dazu verwendet, welchedichter und härter als Rindsknochen sind; zu einigenGegenständen auch die Beinknochen der Hasen unddie Flügelknochen der Gänse, Zu Klaviaturen nimmtman gewöhnlich Hirschknochen, welche sehr weiß sind,— Man verfertigt diese Artikel hauptsächlich in Nürn-berg, Fürth, Berchtesgaden, Geißlingen rc,

Beinwell, Beinwurzel, s. Schwarz-wurzel,

Bernwelle, s, B e i n b r e ch,

Beipackungsschein, s. Schein,

Beirut, Beyrut, aus den Ruinen des durchErdbeben zerstörten alten Berytus aufgebaut, be-deutendste Hafenstadt an der syrischen Küste der asia-tischen Türkei, an der Mündung des gleichnamigenFlusses, in einer reizenden, fruchtbaren, gesundenund hügelartigen Gegend, am Fuße des Libanouge-birges, von welchem es aus der Laudseite ganz um-schlossen ist. Es ist die Hauptstadt des sogenanntenPaschalikSaida und zählt ca, 90,000 Einw,, wo-von % Theil Christen. Die Stadt hat keinen eigent-lichen Hafen, sondern blos eine offene Rhede, welche,bei dem felsigen Ufer des Landes, den Schiffen wäh-rend den Winterstürmen sehr oft gefährlich wird.Trotz dieser Nachtheile ist Beirut der HauptstapclortsiirDamaLkns, sowie überhaupt für den ganzen Ver-kehr von Syrien, Palästina und deren Hinterländermit allen Küstenplatzen des mittelländischen Meeres,mit Europa, Amerika re. Die Hauptausfuhr-artikel sind: Seide, Wolle, Krappwurzeln, Baum-wolle, Olivenöl, Ricinusöl, Sesamsamen, Getreide,getrocknete Früchte, Tabak, Rinder-, Schaf- undZiegenhänte, Coloqninten, Wachs, Libanonweiu rc,und die Erzeugnisse der Landesindustrie, Bei wei-tem der größte Theil der Exportartikel geht nachMarseille'und der Rest nach England, Trieft undNordamerika, DieJndustrie ist an sich unbedeutend,weil sich die Bevölkerung fast ausschließlich dem Han-del zuwendet, zu welchen: sie natürliche Neigung undFähigkeit hat. Der Hauptindustriczweig ist die Sei-denspinnerei , welche in mehr als 20, zum Theilgroßartig und nach europäischer Art eingerichtetenMaturen, die sich in der Umgegend von Beirut undden benachbarten Dörfern des Libanons befinden, ingroßem Maßstabe betrieben wird. Die Weberei vonSeiden-und Baumwollstoffen und die damit verbun-dene Färberei, hat seit der Christenversolgung inDamaskus (l8L0>, in Folge der Uebersiedelung vielerchristlicher Weber aus letzterer Stadt bedeutend zu-genommen, Die übrigen Jndnstrieerzeuguisse sindsehr schöne aus Seide und Gold gewobene und bro-dirte Stoffe für Divans, Costüme, Pantoffeln, Ta-baksbeutel rc,, dann farbige Leder, ordinaire Töpfer-waaren und Goldarbeiten, Die hauptsächlichstenEinfuhrartikel sind: Banmwollenmanufakturen,Rohmetalle, Metallwaaren, Colonial- und Dro-gneriewaaren, Seidenwaarcn, seine Kleiderstoffe, Le-der, Luxusartikel, Tuch, Säbelklingen, NürnbergerArtikel, Spiegel und Glaswaaren, türkische Mützen(Fez), Schuhe, Wiener Kurzwaaren, Uhren und Bi-jouteriewaaren, Waffen, Mehl, Nägel, Zinkblech,Stahl, Papier, Holz, Kerzen, Seife, Weine, Li-köre rc, —

Beirut ist einer der solidesten Plätze der Türkei und

seit den letzten Jahren in einem großen Aufschwüngebegriffen, denn die traurige Christenverfolgung inDamaskus ist insofern für jenen Platz von großemVortheil gewesen, als sich der größte Theil der reichenchristlichen Kausteute oder industriellen Bevölkerungvon Damask dortselbst angesiedelt hat. Die Seeleu-zahl hat sich in 10 Jabren verdoppelt und es werdendem zufolge jährlich Tausende von neuen Häusernund Magazinen gebaut, auch gute, fahrbare Straßenangelegt. Der von Jahr zu Jahr sich steigerndeHandel in den schon angeführten Importartikeln,welche alle in den Magazinen und Bazars der Stadtaufgestapelt liegen, geschieht dadurch, daß die Kauf-leute von der Küste und aus dem Innern des Lan-des selbst nach Beirut kommen und da ihre Einkäufemachen, oder daß sie letztere durch ihre Agenten oderGeschäftsfreunde daselbst besorgen lassen,

Rechnungsart und Münzen. Man rechnethier wie im ganzen türkischen Reiche nach Piasternä 40 Para, Es bestehen zwei verschiedene Münz-course, nämlich:

a) Der Regierungscours, nach welchem dieBehörden rechnen und der auch für den Kleinhandelgilt. Nach demselben werden die türkischen Münzennach ihrem wirklichen Nennwerthe angenommen (dietürkische Lira zu 100 und der Silbermedschidie zu 20Piaster) und dann Saghgeld (gesundes Geld) ge-nannt,

b) Der Handels- oder Abusivcours (Schu-rukgeld genannt), welcher im Großhandel und Wech-selgeschäft, sowie im allgemeinen Verkehr in Anwen-dung ist. Dieser Cours wurde im Jahre 1857 ge-setzlich fixirt, hat aber mit der Zeit kleine Abweichun-gen erlitten. Im Januar 1863 stand er wie folgt:Livre Sterling = 123; türkische Livre — 113; Ra-poleond'or =97; russische Livre (pol, Jmperial) =99; Lsterr. Maria-Therestenthaler = 25^2; alte spa-nische Thaler ---- 26V<i°, neue österr, Gulden = 12und türkische Medschidie = 22V 2 Piaster.

Wechselcourse, Der Wechselconrs basirt sichauf den Handelsmünzconrs und bleibt ziemlich stabil.Der Cours für 3 Monat dato Wechsel ist im Me-dium :

auf Frankreich 190 Para oder 4 3 / 4 Piaster für1 Frank;

aus England 120 Piaster für 1 Livre Sterl,

Dieser Cours schwankt je nach der Lebhaftigkeit desExportgeschäfts zwischen

187 ä 188 Para pr, Franken im Sommer; gegen

192 ä 193 im Winter;

118 a 119 Piaster pr, Pf, St. im Sommer; gegen

121 ä 122 im Winter,

Handels- und Wechselrecht. In Wechsel-angelegenheiten gilt das französische Wechselrecht, wiefür den Handel überhaupt der französische Code decommerce.

Platzgebränche, Einkäufe von Landesproduk-ten geschehen gegen Baarzahlung, meistens sogar mitVorausbezahlung, indem der Exporteur dem Bauernim Innern des Landes seine künftige Ernte zu einemverhältnißmäßig billigen Preise abkauft und ihm da-für mehrere Monate voraus Avancen gibt. DieVerkäufe der Einfuhrartikel geschehen theils gegenbaar, häufiger aber auf Termine von 2 — 6 Monat,gegen Ausstellung von Wechseln, Alle fremden Käu-fer und die minder soliden des Platzes, müssen beiEinkäufen aus Zeit einen Garaiueu stellen, indemsie ihren Wechsel aus einen «araph . Geldwechsleroder Bankier) oder aus ein solides Haus des Platzes