Beiyoetinctur 129 Dergamotten
saure mit Alkohol- und Salzsäure entsteht der Ben-zoeäther, eine farblose, ölige, schwach nach Obstriechende, scharf aromatisch schmeckende Flüssiigkeit,die mit rußender Flamme brennt.
Benzvetinctur, zusammengesetzte, s. Com-mandeurbalsam.
Berams, Berampates oder Berupates,geringe weiße oder gestreifte Baumwollenzenge, diefrüher aus Ostindien kamen.
Äerberisches Gummi, s. Gummi, ara-bisches.
Berberitze, Berberis, Sauerdorn oderEssigbeerstrauch, Borborig vnigaris, einin Deutschland häufig in Hecken, an Feldern undWegen wachsender 3 — 8 Fuß hoher dornigerStrauch, dessen Blätter eiförmig, gesägt sind und sauerschmecken, mit gelben, traubenförmigen Blüthen undrothen, bei einer Abart dunkelvioletten langen Beeren(Baccae Berberidis), welche eine schwarze Narbehaben. Diese enthalten einen stark sauren, ange-nehm schmeckenden Saft, der viel Aehnlichkeit mitdem Citronensafte hat und wie dieser benutzt werdenkann; auch ist er zur Bereitung von Branntweinund Essig brauchbar, und mit Alaun gibt er einehochrothe Farbe zur Zeug- und Papierfärberei. Inden Berberitzen ist Aepselsäure enthalten. Manführte in den Apotheken früher außer dem Safteauch daraus bereitetes Muß, Sirup und Zeltchen,die aber selten mehr angewendet werden; dagegenwird ein aus der Wurzelrinde des Strauchs bereiteterbitterer Stoff, der ein, aus ganz feinen mikroskopischenNadelkrystallen bestehendes Pulver, schön hellgelb undglänzend wie Seide, ohne Geruch, aber von intensivbitterem Geschmack bildet, unter dem Namen Ber-ber in gebraucht und namentlich im Pharmazeuti-schen Institut des Hofrath Büchner in München be-reitet. Das Berberin löst sich in Salpetersäurezu einer dunkelrothen Flüssigkeit auf. Mit Chlorgaswird es blutroth, mit Schwefelsäure olivengrün undmit Eichengerbsäure braun. Daneben findet stch nochein Stoff, Oxyacanthin oder Berbin genannt,eine schwerlösliche, alkalische Base, die sich an derLust zersetzt. Das Holz, besonders von alten Stäm-men und alten Wurzeln, hat eine lebhaft gelbeFarbe, ist sehr hart und nimmt eine gute Politur an,weshalb es zu Fournirungen und feinen Tischler-arbeiten, sowie auch zu Schuhzwecken, Harkenzähnenund bergt, benutzt wird. Die Wurzeln und nament-lich die innere dunkelgelbe Rinde derselben geben einegelbe Farbe, die zum Färben und Beizen vonDrechslerwaaren, zum Färben von Leder und Zeu-gen brauchbar ist. Die jungen Blätter, welche einendem Sauerampfer ähnlichen Geschmack haben, wer-den in Holland als Salat und Gemüse genossen.
Berchtesgadener Waaren find zahlreiche ge-schnitzte und gedrechselte Artikel von Holz, Knochenund Elfenbein, theils zum Spielen, theils zumhäuslichen Gebrauch, die in Berchtesgaden inBaiern und in dem umliegenden Gebirge verfertigtwerden; z. B. Kästchen, Schachteln, Löffel, Faß-!Hähne, Eimer, Pfeifen, Büchsen, Falzbeine, Finger-büte, Knöpfe, Marken, Spielzeug aller Art rc. Maubezieht sie sowohl von Berchtesgaden, als auch vonNürnberg und Fürth.
Bergames, eine Art grober gewebter Tapetenaus verschiedenen Stoffen, die Kette meist von Hanfoder Flachs, der Einschlag von Wolle, Baumwolle,Haaren, Flockseide und dgl., die früher in Italien,Frankreich und auch in Deutschland verfertigt wurden. ,
L. Fort'S Untv.-Lexicon.
Bergamo, am Fuße der Alpen, zwischen denFlüssen Serio und Brembo, mit mehr als 36,000Einw., war früher der Mittelpunkt des ganzen ober-italienischen Seidenhandels. Obschon Mailand ihrnun den Rang abgelaufen hat, so bleibt Bergamoimmerhin noch ein sehr wichtiger Handelsplatz, dessenSeidenmesse vom 26. August bis 7. September,neben der Messe von Brescia, auf die Feststellungder Seidenpreise einen wesentlichen Einfluß ausübt.Die Stadt ist überhaupt sehr gewerbsam, besetzt inihrer unmittelbaren Nähe und in der Provinz jdiesehr reich an Erzen, besonders Eisen ist), sehrgroße und rühmlichst bekannte Seidenzwirnereien;Seiden- und Baumwollen-Spinnereien, Fabrikenvon Baumwollen-, Wollen- und Leinen-Waaren,Schleif- und Mühlsteinen, Wachs, Liqueur, Eisen-und Kupserwaaren, Steingut rc. und Gerbereien;ferner eine Handels- und Gewerbekammer, ein In-stitut zur Beförderung der Industrie (Looiotä indu-striale Bergamaaca), einen großartigen Bazar mit540 Kaufläden, ein Lyceum, zwei Gymnasien, meh-rere wissenschaftliche Anstalten und Sammlungen rc.Es hat sich hier überdieß eine Actiengesellschaft ge-bildet zur Ausbeutung ergiebiger Blei- und Kupfer-minen in der Yal sassina, eines Thales bei Lecco,in der Provinz Como. — Bergamo liegt an der gro-ßen Eisenbahn, welche Mailand mit Venedig ver-bindet. Noch im Laufe des Jahres 1864 wird dieEisenbahnstrecke zwischen Bergamo und Lecco amComersee eröffnet werden, wichtig wegen des bedeu-tenden Gütertransits über den Splügen.
Münzen, Maße und Gewichte sind die desitalienischen Königreichs, und kommen seit derneuen Ordnung allein in Anwendung.
Bergamotte, ein grobes, leinwandartig gewobe-nes, ungeschorenes französisches Wollzeug.
Bergamotte» oder Bergamottcitronen,in Italien auch Piretti genannt, die birnförmigen,blaßgelben Früchte des Bergamottbaumes,Citrus Bergamia, einer Abart des Pomeranzen-baumeS, der in Italien, ©teilten und dem süd-lichen Frankreich wächst. Sie haben ein angenehmsäuerliches und gewürzhastes Fleisch und kommen be-sonders aus Calabrien, Sicilien, der Lombardei,Nizza und Ragusa. Man benutzt sie vorzüglich zurBereitung des in der Schale enthaltenen ätherischenOeles, Bergamottöl oder Bergamotten-essenz, 0 lernn Berganiottae, das durch Zer-kleinern der Schale, besonders der noch nicht ganzreisen Früchte, und Auspressen gewonnen wird.Das beste wird jedoch bereitet, indem man dieFrüchte in einen Trichter, der inwendig mit Zäh-nen wie ein Reibeisen besetzt ist, legt und durch an-haltendes Umdrehen die Zellen der Schale zerreißt,so daß das Oel in ein untergesetztes Gesäß fließt.Es ist hellgelb von Farbe, düiinfliißig und hat einenlieblich gewürzhaft bittern Geschmack und eigen-thümlichen, bleibenden, pomerauzeuartigen, ange-nehmen Geruch, weshalb es häufig zu Parfümerien,Pomaden, Haaröl rc. verwendet wird. Das meistewird in Sicilien, außerdem auch in Calabrien unddem südlichen Frankreich verfertigt; man bezieht esvon Messina, Marseille, Livorno und Erlest, inkupfernen Flaschen von 50 bis 60 Pfd. Inhalt.Man prüft die Reinheit, indem man einige Tropfenzwischen den Händen reibt, wobei es keinen fremd-artige» Geruch entwickeln darf. Zuweilen ist esmit dem aus Apfelsinenschalen gewonnenen athen-schen Oele, Oleum Portugalli, verfälscht, oder auch