Berlin
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selcourse Dienstags, Donnerstags und Sonnabendsund die Waarenpreise Freitags, dagegen die Preisevon Roggen, Spiritus und Rüböl, sowohl für effec-tive Waare als für Termine, täglich von den Börsen-commisfarien mit Zuziehung sämmtlicher Mäkler desbetreffenden Geschäftszweiges festgestellt^ — Berlinist einer der wichtigsten deutschen Plätze für denWechsel- und besonders für den Staatspapier-und Actienhandel; weniger bedeutend ist derWaarenhandel, dessen wichtigste Zweige die Er-zeugnisse seiner Fabrikenund die Rohprodukte,deren sie bedürfen, ausmachen; doch sind auch dieGeschäfte in Lolonialwaaren nicht unbedeutend.Von Wichtigkeit ist der Getreide-, Oelsamen-,Del- und Spiritushandel, sowie der Wollhandel;im Juni wird hier einer der größten WollmärkteDeutschlands gehalten.
Banken und Handelsanstalten. Preu-ßische Bank. Am 1. Januar 1847 trat dieselbean die Stelle ihrer Vorgängerin der „KöniglichenBank" und ist theils Staatsbank, theils Actienbank.Im Jahre 1856 trat in Folge eines neuen Abkom-mens zwischen der Bank und dem.Staat eine Aende-rung zum Vortheil des ganzen Wesens der Anstaltein. Das Einschußkapital der Bankantheilsinhaberwurde von 10 auf 15 Mill. Thaler erhöht und kaun,wenn das Bedürfniß es erheischt, bis auf 20 Millionengebracht werden. Die Actien der Privaten (Bank-antheile) lauten auf 1000 Thaler das Stück und sindmit 2 Zinscoupons pro Januar und Juli (zusam-men ü 4r/zProc.) versehen, außerdem haben sie einenCoupon für die Superdividende, in deren Netto-ertrag sich Regierung und Staatsactionäre zurHälftetheilen. Die Geschäfte der Bank, welche Porto-,Sportel-und Stempelfreiheit genießt, sind: Dis-contirung und nöthigenfalls auch Ankauf von Wech-seln, Gewährung verzinslicher Darlehen an Inlän-der, auf Wechsel, auf Preußische zinstragende auf denInhaber lautende Staats-, Commnnak-, inländischeEisenbahn- und ständische Papiere, Beleihung vongeeigneten Handelswaaren die im Jnlaude lagern.Erwähnte Papiere darf die Bank für eigene Rechnungoder für Rechnung öffentlicher Behörden und An-stalten kaufen oder verkaufen; ferner ist sie befugtWechsel und Geldanweisungen zu ertheilen, zu accep-tiren und für Rechnung Anderer einzukassiren; Ka-pitalien gegen Verbriesung, sowie in lausender Rech-nung zinsbar und unverzinsbar anzunehmen, edleMetalle und Münzen zu kaufen und zu verkaufen.3m Giroverkehr können Zahlungen von Einem aufden Andern durch bloßes Uebertragen von einemConto auf das andere vollzogen werden. Sie über-nimmt auch Gold und Silber, Pretiosen und Papiere,sowie verschlossene Packete ohne Kenntnißnahme desInhalts, gegen Ausstellung von Depositenscheinenund eine zu zahlende Gebühr, zur Aufbewahrung;endlich zieht sie die aus den Provinzen zu her Cen-tralstaatskasse fließenden Ueberschüsse ein. Ein wich-tiger Zufluß zu dem Betriebsfond der Bank sind diebei ihr zinsbar angelegten 'öffentlichen Kapitalien.Die Notenausgabe der Bank ist unbeschränkt; es mußaber Va davon baar und das klebrige mit bankmäßi-gen Wechseln gedeckt sein. Die Noten lauten über10, 20, 25, 50, 100 und 500 Thaler. Sie wer-den bei allen Staatskassen angenommen; in Ber-lln geschieht die Auswechselung jederzeit, bei denProvincialcomptoirs nach Maßgabe des vorhan-denen Baarsonds. Die Bank hat zahlreiche Filialenan allen dazu geeigneten Plätzen des preußischen
Staates; das Haupt-Bank-Directorium hat seinenSitz in Berlin. Der Verwaltungsbericht pro 1862ergibt folgendes:
Die Gesammtumsätze der zur Ausführung ge-langten neuen Geschäfte ergaben — die Prolongatio-nen der Lombard-Darlehen ungerechnet — bei derHauptbilanz die Summe von 515,840,900, bei denProvinz-Bank-Anstalten: 1,174,206,900, zusammen1,690,047,800 Thlr., 290,000,000 Thlr. mehr, alsim Vorjahre. Die Totalsumme aller Umsätze mitHinzuziehung der im Verkehr mit den Provinzial-Bank-Anstalten und anderen Behörden gegenseitigverrechneten Beträge, stellt sich auf 2,753,242,000Thlr. und ist um 405,800,000 Thlr, gegen das Vor-jahr gestiegen. Die Betriebs-Fonds der Bank,ausschließlich der Banknoten, betrugen am 31. Decem-ber 1862: 45,761,485 Thlr,, darunter 15 MillionenThaler Einschuß von Privaten und über 257a Mil-lionen Thaler Depositen - Kapitalien. An D ep o -siten-Kapitalien wurden im Laufe des Jahres19 ,89 Millionen Thaler neu eingezahlt, 17,35 Millio-nen Thaler zurückgenommen. Bestand Ultimo 1862:25,561,045 Thlr. Durchschnittlich sind das Jahrhindurch 24,gz Millionen Thlr. zinsbar belegt gewesenund dafür 2 Thlr. 18 Sgr. 57s Pf. pro 100 anZinsen gezahlt worden. An Banknoten warenult. 1862: 173,719,550 Thlr. vorhanden.
Das Wechselgeschäft bewegte sich in folgendenDimensionen: Es wurden im Laufe des Jahres225,281 Wechsel im Betrage von 192,987,222 Thlr.discontirt, und befanden sich Ultimo 1862:41,872Stück im Betrage von 159,085,634 Thlr. im Porte-feuille. Der Betrag der discontirten Wechsel über-stieg den des Vorjahres um 20 Millionen Thlr. R i -messen-Wechsel aufs Inland wurden 468,289Stück — 255,306,018 Thlr. (im Vorjahre: 206,g,Millionen Thlr.) angekauft. Rimessenwechselaufs Ausland wurden 6021 Stück = 4,843,681Thlr. (im Vorjahre 6, 86 Millionen Thlr.) angekauft.Die durchschnittliche Anlage im Lomhard betrug6,062,260 Thlr. Der Gesammtgewinn betrug:1,913,384 Thlr. Davon erhielt der Staat anZinsen rc. 688,319 Thlr., die Bankantheilsin-haber an 4}/ a pCt. Zinsen für 15 MillionenThlr., Bankantheile: 7675,000 Thlr. Es stellt sichein Reingewinn von 550,307 Thlr. heraus.Der Reservefonds betrug ult. 1862: 3,302,640Thlr. Die Bank arbeitet zur Zeit mit 120 Bank-anstalten, darunter 19 Bank-Commanditen, 63Bank-Agenturen, 7 Bank-Comptoirs rc.
Berliner Kassenverein. JmJahr 1831 grün-deten acht angesehene Wechselhäuser den BerlinerKassenverein als eine Privathandelsgesellschaftmit einem Kapital von 160,000 Thalern zu demZwecke, die Zahlungen im Wechsel- und Staats-papiergeschäft zu erleichtern und zugleich Disconto -,Leih- und Girogeschäfte zu machen. Er gab anfangsKassenscheine zu 1000, 500, 300, 200 und 100 Thlr.aus, die wie baares Geld umliefen; da ihm dies aberseit 1836 nicht mehr gestattet wurde, so stellten dieMitglieder desselben bei Sicht zahlbare Wechsel von100 und 200 Thlr. auf die Kasse des Vereins aus,die in Berlin ebenfalls circulirten, sowre auch dieGiroauittungen der am Girogeschäft betheiligtenHäuser. Am 1. Oktober 1850 errichtete er jedocheine Bank mit einem Kapital von 1 Mill. Thlr. in1000 Actien h 1000 Thlr., welche discontirt, Dar-lehen und Kredit gegen Unterpfand gibt, Wechsel,Staatspapiere, edle Metalle und fremde Münzen