Bertholletsches Schiejsputver 138
Betel
werden im Lande verbraucht und gehen meist nachParis.
Bertholletsches Schicßpulver, eine Composi-tion von 6 Theilen 6fach oxydirtem salzsauremKaliumoxyd, 1 Theil Schwefel und 1 Theil Kohle,mit Wasser zu einem Teige gemacht, die viel kräfti-ger wirkt als gewöhnliches Schießpulver, aber auchweit gefährlicher ist. Plan bediente sich ihrer früherzum Füllen der Zündhütchen, was aber jetzt nichtmehr geschieht.
Bertram, wilder, s. Dorant.
Bertramwurzel, auch Speichelwurzel ge-nannt, Radix Pyrethri, die Wurzel derBertramchamille, Anthemis Pyrethrumober Anacyclus Pyrethrum; sie ist wie ein kleinerFinger dick, walzenförmig, außen grau, innen weißund zähe, der Geschmack brennend scharf. Frischhat sie einen starken, widerlichen Geruch. Sie ent-hält ein scharfes äetherisches Oel, Gummi, Harz,gelben Färbestoff und Jnulin. Das in ihr gefun-dene Pyrethrin ist ein harziger Stoff. Manunterscheidet einheimische, 11. Pyr. nostratis, undrömische, romani; die erstere wächst in Böhmen,Schlesien, Thüringen und der Schweiz; die letztere,welche lang, runzelich und außen grünlich von Farbeist, kommt aus Italien und Tunis. Man gebrauchtsie in der Medizin als ein reizendes, Speichel erre-gendes Mittel, auch gegen Lähmung der Zunge, zuNiespulvern und gegen Zahnschmerz. Zu letzteremgebraucht man besonders die Bertramtinktur,die entweder mit Schwefeläther oder rectifieirtemWeingeist bereitet wird. Das im Orient wachsendePyrethrum roseum und carneum geben das kauka-sische Insektenpulver.
Berufkraut, s. Glied kraut.
Berupates, s. Berams.
Beryll, eine Abart des Smaragds, von gelblicher,grünlicher, bläulicher, wachsgelber, rosenrother undbräunlicher Farbe, mit lebhaftem Glanz und dop-pelter .Strahlenbrechung, in sechseckigen Prismenkrystallisirt. Den gelblichen nennt man vorzugs-weise Beryll, den ins reine, lichte Himmelblaufallenden Aquamarin und den grünlichgelbenAquamarin-Chrysolith. Am meisten ge-schätzt ist der Aquamarin von blaugrüner Farbe.Die schönsten Berylle in besonders großen Krystallenfinden sich in Sibirien bei Nertschinsk, Murstnskund Minsk; ferner bei Rio-Janeiro in Brasilien imSande der Flüsse und daher meist abgerundet. Die,welche in mehreren Gegenden Deutschlands, Frank-reichs, Spaniens, Irlands und Nordamerikas ge-funden werden, sind weniger durchsichtig, unrein vonFarbe und daher zu Schmucksteinen weniger brauch-bar. Schöne Steine von reiner Farbe und vollkom-menem Schnitt werden zu Ring- und Nadelsteincn,Halsschmuck rc., meist wie Smaragde geschliffen undziemlich theuer bezahlt. — OrientalischerAquamarin wird zuweilen der grünlichblaueSapphir genannt. Im Beryll und Smaragd findetsich die reine Beryllerde, die chemisch daraus ab-geschieden wird; sie ist ein weißes, geschmackloses, inSäuren lösliches Pulver, das nur für die ChemieInteresse bietet. In der Chemie ist sie als Berylloxydausgeführt; ihr spec. Gewicht ist 2, 96 .,. Mit Säurenbildet sie Beryllsalze. Aus ihr ist das Beryllium,ein Metalloid von Metallglanz dargestellt.
Besanyon, Hauptstadt des französischen Depar-tements Doubs, zu beiden Seiten des Doubs, überden eine Brücke führt, und an dem von Mühlhausen
nach Dijon ziehenden Schienenstrang der LyonerBahn. Die Stadt liegt zwischen zwei Bergen undeinem Felsen, worauf die Citadelle steht und hat47,000 Einw., Maschinen-, Papier-, Leder-, Teppich-und Strumpffabriken, Dampfsägemüblen, Bierbrau-ereien. Hanptindustrie ist die Uhrenfabrikation,welche mindestens 6000 Arbeiter beschäftigt; imJahre 1861 wurden in Besanqon 256,467 goldneund silberne Uhren verfertigt, die größtentheils inFrankreich selbst abgesetzt werden. Auch nach Chinagehen mittelst schweizerischer und englischer Kaufleute,die dort Comptoire haben, sogenannte chinesischeUhren, womit sich mehrere Fabrikanten beschäftigen.Belangreich ist auch der Handel mit Getreide, Wein,Leinwand, Käse, Butter, Uhren, Rindvieh, Pfer-den rc., welcher hauptsächlich auch nnt der Schweizgetrieben wird. Es befindet sich hier eine Filiale derBank von Frankreich; sodann ist Besannen der Sitzder Gesellschaft sür Hochöfen, Gießereien und Ham-merwerke in der franche-Comte.
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Frankreich.
Beschauanstalten, s. Schauanllalten.
Beschauer, s. Bracker.
Bescheinigung, s. S ch ein.
Beschikung, Beschicken, s. Legirung.
Beschlik, Beslik, eine türkische Silbermünzeim Werthe von 5 Piastern.
Besenschon, Besemschon oder Besenrein,eine besonders bei rohem Zucker in Hamburg üblicheGewichtsvergütung, welche als Entschädigung fürden Verlust gewährt wird, der beim Reinigen derKisten durch das Hängenbleiben am Holze entsteht.
Besooty oder Besorty, ein ostindisches, denCaffas ähnliches Baumwollenzeng, welches srühernach Europa kam.
Bessern, sich, von Preisen, heißt theurer werden,höher gehen.
Bestatter, s. Güterbestätter.
Besteder wird in den Schiffsbaucontrakten Der-jenige genannt, für dessen Rechnung das Schiff ge-baut wird; auch zuweilen der Schiffsbaumeister.
Bestgut, s. Tabak.
Bestuscheff'sche Nerventinktur, Tineturatonica nervina Bestuscheffi, ein früheresGeheimmittel, das im Wesentlichen aus einer Auf-lösung des salzsauren Eisenoxyds in Schwefeläthermit Weingeist verdünnt, besteht. Jetzt wird sieunter dem Namen ätherische salzsaure Eisen-tinktur oder eisenhaltiger Schwefeläther-geist, Tiuetura ferri muriatici aetherea , Liquoranodynus martiatus, ill den Apotheken geführt undals eines der vorzüglichsten tonischen, nervenstärken-den Mittel angewendet. Es ist eine goldgelbe Flüs-sigkeit, die sich im Sonnenlicht zersetzt.
Bete, s. Runkelrübe.
. Betel oder Betelpfeffer, Piper Betel,eine in Ostindien häufig angebaute pfefferartigePflanze, welche Ranken treibt, die aus der Erde hin-laufen oder sich an Mauern, Bäumen, Pfählen rc.emporwinden. Sie hat 4—6^' lange, 2—3" breitescharf zugespitzte, siebennervige Blätter mit erhabe-nen , oft purpurröthlichen Adern, von sehr bitteremGeschmack, mit einem rothen Safte, welche in Ost-indien von Jedermann gekaut werden, indem manihre unangenehme Bitterkeit meist durch eine hinein-gewickelte Arekanus (s. d.) mit etwas gelöschtemMuschelkalk, Katechu und zuweilen auch noch mitGewürzen, mildert. Der Säst der Blätter särbt