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Erster Band.
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141
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Bezirres-Muskateller

141 Bibergeil

Wanben beziehen: sich aus ein Zeugniß, seines-mpfehlung berufen; Jemanden beziehen: auf^^irassiren, daher: Bezogener.

Bezieres-Muskateller, eine geringe Sorte Wei-ber und rother Muskatwein aus Langüedoc, der oftLunel, Frontignac und Rivesaltes verkauft wird.

Bezvare oder Bezoarsteine sind rundliche,steinartige Concremente, die sich in den Eingeweidenmehrerer Thiere, besonders Antilopenarten, findenund denen man früher, namentlich im Orient, außer-ordentliche Heilkräfte zuschrieb, wcßhalb man sie zuhohen Preisen bezahlte, die wie bei den EdelsteinenMit der Größe stiegen. Am höchsten geschätzt war derAffenbezoar, dann folgte der vom Stachelschweineund vom Büffel. Diese Sorten und noch andere vonMehreren Antilopenarten in Ostindien und Perfien,nannte man orientalischen Bezoar; occiden-ralischer war vom Lama, der Bicogne und ähnlichenffidamerikanischen Tbieren. Sie bestehen hauptsäch-lich aus phosphorsaurem Kalk und thierischer Galle,mit Haaren, Wurzelstückchen rc. vermischt, sind grau,braun, schwarz, grün oder verschieden gefärbt und zu-weilen auch wohlriechend. Wegen ihres hohen Preiseswurden sie auch oft nachgeahmt, wozu namentlich derd°n Goa gehörte. Man hielt sie besonders für einMittel gegen die heftigsten Gifte, und sie sind im Ori-ent noch jetzt ein bedeutender Handelsartikel, obgleichsie wohl nicht mehr in dem früheren Ansehen stehen.— Ueber europäischen Bezoar s. Gemsen-kugeln.

Bezoarwurzel, Giftwurzel oder Contra-jerva, von der in Mexiko, Südamerika und West-indien wachsenden Oorstenia Contrajerva, zu denamerikanischen Kräutern gehörig, mit blaßgrünenBlüthen, gelben Staubgefäßen und herzförmigen, fie-derspaltigen Blättern. Die Wurzel ist länglich-spindel-förmig, fingersdick, xunzlig und knotig, mit vielenästigen Fasern, außen bräunlichroth, innen weißgelb-lich, von schwachem, gewürzhaftem Geruch, brennendscharfem und bittrem Geschmack. Man bezieht sie vonLondon, Amsterdam und Trieft und wendet stein derMedizin als wurm-und schweißtreibendes, kräftigstimulirendes, der Fäulniß widerstehendes Mittel an.Früher bielt man sie für ein Mittel gegen alle Gifte,besonders gegen den Biß der Schlangen. Getrocknetderliert sie viel von ihrer Kraft. Die Wurzel vonUoiZtenia Houston! und andrer Dorstenien werdenauch als Bezoarwurzeln verkauft und zu Arzneienverwendet. Sie enthält ätherisches Oel, bitteren Ex-tractivstoff, Stärke, Harz und Säuren.

• Bezogener, s. Wechsel.

Bezugsanweisung, Bezugsschein, s. An-weisung.

Bezugsquelle, nennt der Kaufmann den Platz"der Ort, an welchem Waaren eingekauft oder vonwelchem Waarenbezüge gemacht werden.

Bherms , eine Art ostindischer baumwollener<6euge, die früher nach Europa kamen.

Bin, eine kleine Geldsorte in Siam.

Biambonnes , ostindische Zeuge aus einer Art-oaumbast, gewöhnlich braun oder dunkelgelb'gefärbt,we zwar nicht so weich und glänzend wie Seide, aberviel dauerhafter sind.

Lisnoo, s. Blanko.

Bias oder Bös, ein geringerbaumwollener Zeug,der von den Bucharen, Kalmücken und anderen Böl-wrn Sibiriens verfertigt wird.

Biasse oder Pahasse, ein Art roher levantiichcr«e,de.

Biaza oder Armiak, eine Art Kamlot, den dieTartaren im Gouvernement Astrachan aus Kameel-haar verfertigen.

Biber nennt man einen starken, ungeschornen, demKalmuck ähnlichen, aber weniger langhaarigen Wol-lenstoff, aus starkem, aber wenig gedrehtem Garne,theils glatt, theils geköpert gewebt. Er ist meistvon dunkler Farbe und wird zu Winterkleidern ver-wendet.

Biberfelle oder C ast o r f e l l e, von dem in Nord-amerika, Rußland, Sibirien und Kamtschatka leben-den Biber, Castor Fiber , der sich früher auch inEuropa fand, wo er jetzt aber nur noch selten vorkommt.Sie haben ein glänzend rostbraunes, in kalten Län-dern schwarzes und in sehr kalten Gegenden auch zu-weilen weißes langes und starkes Deckhaar und dar-unter ein dunkelgraubrannes feines und sehr weichesWollhaar, und sind sowohl als Pelzwerk!, als auchwegen der zu Hüten verwendeten Haare (s. Biber-tz a ar) sehr geschätzt. Die Kürschner ziehen diejenigenvor, welche recht weich und geschmeidig sind und rechtlange, seidenartige Haare haben. Die meisten kommenaus Nordamerika, von denen man frische oderWin terbiber, auch Pergamentbiber genannt,Sommerbiberund fette oder Pelzbiberfelleunterscheidet. Die ersteren, die auch moskowitischegenannt werden, weil sie besonders nach Moskau ge-hen, sind von Thieren, die im Winter gefangen wor-den sind, wo das Fell am schönsten und vollhaarigstenist, weshalb sie als eines der kostbarsten Pelzwerke ge-schätzt sind; besonders zeichnen sich die von jungen,2—3 Jahre alten Bibern aus, weil sie in diesem Älterdie schönsten und glänzendsten Haare haben. DieSommerbiberfelle, die man auch trockne odermagere nennt, kommen von im Sommer gefange-nen Thieren; sie sind als Pelzwerk nicht brauchbar undwerden nur von den Hutmachern benutzt. Die f e t-ten oder Pelzbiber kommen auch von im Wintergetödteten Thieren, aber sie sind von den Indianernschon einige Zeit zur Bekleidung oder zum Lager be-nutzt und dadurch verunreinigt worden; auch habensie gewöhnlich einen Theil der gelben Haare verloren,werden aber demohngeachtet noch zuPelzwerk und zuHüten benutzt. In Rußland leben die meisten Biberin den Flüssen der Umgegend von Beresow, hin undwieder noch in Gesellschaft, meist aber einzeln. Mantheilt sie dort in Siransch e, Obische und Tschn-lirnsche, sämmtlich ohne Bäuche, und in jungeBiber, und unterscheidet überhaupt große und kleineSorte. Die feinsten und kostbarsten Felle kommenaus Kamtschatka. Die Bäuche werden besonders inzusammengenähten Säcken verkauft. Im allgemeinenHandel werden die Biberfelle in schwarze, die schönstenund theuersten, weißbaarige und in jährige oder kleinegetheilt. Äuf dem Rücken und Bauche ist das Haaram glänzendsten und 8 bis 24 Linien lang; am Halseund in der Nähe des Schwanzes ist es kürzer undmatter. — In Chili lebt eine Art Biber, Castor ehi-lensis oder huidobrius , der auf dem Rücken dunkel-grau und am Bauche weiß ist, dessen Felle aber nurselten in den Handel kommen.—Ueber Seiden-biber s. Seehundsfelle.

Bibergeil, Castoreum, eine eigenthümlicheSubstanz, die sich in zwei Beuteln erzeugt, welche inder Nähe derHarnblase der'männlichen und weiblichenBiber eingewachsen sind. Diese werden, nachdem dasThier getödtet ist, ausgeschnitten, gewaschen und ge-trocknet. Sie sind etwas plattgedrückt und von sehr! verschiedener Größe, von 3 — k> Zoll lang, 1 2/2