Bielbrief
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Bier
SSttrioI taucht, und bringt dann Blumen und andere-Ornamente von Silber und zuweilen auch von Golddarauf an.
Bielbrief, s. Beilbrief.
Bielefeld am Lutterbache und anderKöln-Mm-dener Eisenbabn, in der preußischen Provinz West-phaleu, mit 13,300 Einw. und einer Handelskam-mer, ist der Hauptsitz der westphälischen Leinen-Industrie und hat berühmte Leinwandbleichen. Dievier in den Handel kommende „Bielefelder"einen" aus hiesiger Gegend, ist von vorzüglicherDualität und hat einen großen Ruf. Während aberdie Weberei für eigene Rechnung der Weber von3ahr zu Jahr abnimmt, erhält der fabrikmäßige Be-trieb der nicht dem Leggezwang unterworfenen Leinenrmmer größere Ausdehnung, und es sind im Jahre1861 allein 35,618 Stück Leinengewebe (Leinen,Drell, Damast rc.) gelegget worden. Es befinden sichMr eine westphälische Flachsbau-Gesellschaft, dieinaschinenspinnerei „Vorwärts", welche 1861 600Arbeiter beschäftigte und 8400 Spindeln im Betriebhatte, eine Actien-Gesellschaft unter dem Namen"Ravensberger Spinnerei" 1861 mit 1100 Arbei-tern und 16,600 Spindeln; Etablissements, welcheme Produktion des Flachses sowohl als auch derGarne fördern. Neben der Leinenindustrie machtauch die Seidenindustrie, wozu die hiesige Gegend6 an; geeignet ist, erfreuliche Fortschritte , und es be-finden sich bereits 7 Etablissements in Bielefeld, diesich einer gesicherten Existenz zu erfreuen haben;1861 waren bereits über 200 Stühle im Gange.Die Stadt besitzt ferner eine Eisengießerei, Wollen-,Tabaks-, Cement-, Feilen- und Asvhaltfabriken,2 Dampfmühlen und eine Dampsziegelei, auch ist inder Nähe ein Kupferhammer und seit 1854 eine Glas-hütte für Tafelglas unter der Firma „Westphalia".
Rechnung, Münzen, Maße und Gewichtes. Preußen.
Biclefelder Leinwand, s. Leinwand.
Bienenpulver, ein Arzneimittel für krankeBienen. Man hat 2 Arten, großes und kleines.Das erstere besteht aus 3 Theilen Bärwurzel,1 Theil Fenchel, einigen süßen Mandeln und etwasKampher, Alles fein gepulvert; man gibt davon6 Messerspitzen in 3 Eßlöffel Honig und 1 TheilBranntwein und setzt noch so viel als eine ErbseBibergeil hinzu. Das kleine besteht aus 3 TheilenBärwurzel und 1 Theil Fenchel und wird in einemGemisch von Honig und Branntwein gegeben.
Bier, das bekannte Getränk, welches durch dieweinige Gährung mehrerer Getreidearten, haupt-lachlich des Weizens und der Gerste, erzeugt wird.Gs unterscheidet stch vom Weine dadurch, daß esWeniger Alkohol, aber mehr Pflanzenschleim undbitteren Extractivstoff, der ihm meist durch den zu-Zssetzten Hopfen gegeben wird, sowie gewöhnlich nochb'el kohlensaures Gas, die Ursache des Schäumens,Enthält. Damit der in den Getreidekörnern enthal-te und an den Kleber gebundene weinige Zucker-Pff zur Gährung fähig gemacht wird, müssen sie^rch das Malzen dazu vorbereitet werden (siehe jsUralz); dies ist nichts anderes als eine durch Was-!j et . und mäßige Wärme erzeugte künstliche Vege-wtion, welche durch Trocknen zur rechten Zeit wiederUnterbrochen wird. Das Malz wird grob gemahlenlgeschroten), dann in warmem Wasser einge-^eicht (gemeischt), wodurch noch ein Theil des^tarkmehls in Zucker verwandelt wird, und hieraufUNt dem als Gewürz dienenden Hopfen gekocht, der
dem Biere zugleich seine Dauerhaftigkeit gibt. Zu-letzt wird die Flüssigkeit durch Zusatz von Hefe, diesich bei der Gährung selbst erzeugt, zum Gähren ge-bracht, und hierauf in Fässer gefüllt, wo es nochnachgährt. Anstatt des Hopfens bedient man sichauch zuweilen gewisser anderer bitterer Pflanzen-stoffe als Hopsensnrrogate, namentlich desBitterklees, Kienporsts, ' der Roßkastanie, derQuassia, der Cardobenedikten, selbst giftiger Sub-stanzen , wie Belladonna, ^ Kokkelsköriier, Opium,Bilsenkraut, sogar das tödtliche Strychnin; inFrankreich Pikrinsalpetersäure, oder man setzt demHopfen weißen Aädorn, Gamander, Alant, Wer-muth, Rainfarren und dergl. zu. Die mehr oderweniger dunkle Farbe des Bieres entsteht dadurch,daß das Malz mehr oder weniger stark durch Feuergedarrt wird; auch wird die braune Farbe durchlängeres Sieden oder durch Zusatz von gebranntemZucker erzeugt. Zum Weißbier wird an der Lustgetrocknetes Malz (Lustmalz) von Weizen oderGerste, zuweilen auch.von Hafer genommen. DerUnterschied zwischen einfachem und Doppelbier liegtin der größeren Menge Malz, welche zu letzteremgenommen wird. Man unterscheidet noch ober-gähriges und untergähriges Bier, welchedurch eine verschiedene Behandlungsweise bei derGährung erzeugt werden; bei dem ersteren wird dieHefe meist auf den Fässern nach oben ausgestoßen, beidem letzteren aber setzt sich ein großer Theil derselbenauf dem Boden ab. Das Verfahren der Obergahrewird besonders bei leichten und mittlen Bieren, diein der warmen Jahreszeit grbraut und bald getrun-ken werden, angewendet; die Untergabre aber wen-det man zur Herstellung des stärkern Lagerbieresan, das am besten im Herbst und Frühjahr gebrautund daher auch zuweilen Märzenbier genanntwird. Dasselbe wird dann mehreremale in ausge-pichte und geschwefelte Fässer abgezogen, derenSpund durch Verpichen oder Ueberziehen mit Talgluftdicht gemacht wird; um sie immer spundvoll zuerhalten, geht durch den Spund eine gläserne Röhre,durch welche nachgefüllt werden kann. Zuletzt wirddas Bier in möglichst kalten Kellern aufbewahrt, woes sich den Sommer über hält. Alle Biere enthaltenWasser, Kohlensäure, Alkohol und Bierextract, deraus Dextrin, Zucker, Gummi, Hopfenbestandtheilen,Pflanzeneiweiß, Harz rc. besteht. Die Stärke derBiere richtet sich nach dem Alkoholgehalt derselben,welcher zwischen 1—9 % schwankt. Die stärkstenenglischen Biere, Ale enthält 8 , 2 s %, Porter 5, 36 ,das Berliner Braunbier l, a „, leichte deutsche Biere2—3%; der Münchner Bock und das Salvatorbier4—5%. Die Menge des Bierextracts schwanktzwischen 4—15 %. Man unterscheidet die Bierenach der Farbe (weißes, gelbes, braunes), nach demGeschmack (bittere und süße), nach der Lagerungszeitund dem Gehalte an Malz und Alkohol. Die imBiere etwa enthaltenen schädlichen und giftigenSubstanzen werden dadurch ermittelt, daß man dasBier abdampfen läßt und dann mit chemischenReagentien untersucht, oder den Rückstand Thiereneingibt, wo bei Zusatz von Strychnin Starrkrampf,von Belladonna Erweiterung der Pupille^rttr, 1 °Sauer gewordene Biere werden gewöhnlich durchalkalische Erden wieder süß gemacht, ^as theilsschon der Geschmack, theils der größere Rückstandvon iAschenbestandtheilen beim Abdampfen anzeigt.- In der neueren Zeit ist die Bierbrauerei fastüberall bedeutend vervollkommnet worden, und wah-