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Erster Band.
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144
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Bieressig

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Manzbuch

rend man vor 30 bis 40 Jahren fast nur in Baierngutes Bier zu brauen verstand, hat sich das dortigeVerfahren jetzt fast über ganz Deutschland ausge-breitet und mau braut an mehreren Orten Lager-bier, welches . dem baierischen nur wenig nachsteht.Die Consumtion des Bieres hat sich in Folge dessenauch bedeutend vermehrt, und selbst in Weinläudern,wo man sonst fast kein Getränk als Wein kannte,wird jetzt viel Bier getrunken. Es sind deshalb anvielen Orten des mittleren und nördlichen Deutsch-lands große Bierbrauereien entstanden, welche zumTheil durch Actiengesellschaften unternommen sindund die in der Regel gute Geschäfte machen. In-dessen behauptet das baierische Bier noch immer denVorzug vor diesen Nachahmungen, da es auch eineweite Versendung verträgt, und es werden daherjetzt besonders von München, Nürnberg, Kulmbach,Bamberg rc. bedeutende Geschäfte damit nach demAuslande gemacht. Auch in Böhmen werden schonlängst gute Biere gebraut, die sich aber weniger zurVersendung eignen. Die in Sachsen, namentlichbei Dresden gebrauten Lagerbiere kommen den baie-rischen in der Güte und Haltbarkeit am nächsten.Die riesenhaftesten Bierbrauereien giebt es aber inEngland und das dortige Ale und Porter(s. diese Art.) sind bedeutende Handelsartikel. Auchin Hamburg, Altona, Bremen und in Belgien wirdviel Bier zur Verschiffung gebraut. Ueber die frühersehr berühmte Braunschweiger Mumme sehe manebenfalls den besonderen Artikel.

Bieressig, s. Essig.

Biergranat, s. Pyrop.

Bierarusch, s. Grusch.

Bierlast, ein Biermaß in Gotha,

Bierstein, Getreidestein, s. Zeilitolith.

Biertvnne, ein Biermaß in Hamburg undAltona.

Bierwage, s. Aräometer.

Biester, s. Bister.

Bietschalen nennt man eichene Hölzer von ver-schiedener Größe, die zu den Böden der Weinkelternbenutzt werden.

Bigarraden, die Früchte einer im südöstlichenFrankreich, Spanien nnd Portugal wachsenden Ab-art des Pomeranzenbaumes von bitterlich säuer-lichem, aber angenehmem Geschmack. Aus denSchalen wird in Frankreich ein ätherisches Oel ge-preßt; besonders aber werden die Blüthen zur Be-reitung des Pomeranzenblüthenwaffers benutzt. —Uebrigens nennt man auch die bitteren Pomeranzenim Allgemeinen zuweilen Bigarraden.

Bigattino, frühere venetianische Kupfermünzevon 1, y 2 und 1 / i Soldo.

Biggah, ein Feldmaß in Bengalen.

Bigorreweine, rothe und weiße Weine aus demjetzigen französischen Departement der Oberpyrenäen,welche den Bearner Weinen gleichkommen. Diebesten werden bei Aubarede, Mun und Peyrigudreerbaut.

Biharbaum oder Biherbanm, s. Lackmehl-baum.

Bijouterien oder Bnouteriewaaren nenntman allerhand Schmucksachen von Gold, Silber,vergoldeter Bronze rc., und meist mit Perlen, ächtenoder unächten Edelsteinen besetzt. Die meisten Bi-jouterien werden in Frankreich und namentlich inParis und Lyon verfertigt; in Deutschland für dengroßen Handel besonders in Pforzheim,_ Hanau,Stuttgart und Augsburg, sowie auch in Wien,

Berlin, München rc., unächte besonders in Schwä-bisch - Gmünd. Kleine Schmuckgegenstände vonpolirtem Stahl, welche am besten in Frankreich,besonders in Paris (wo man Stahlschmuck verfertigt,der theurer ist als goldner von gleichem Gewicht), inDeutschland in Karlsbad, Nürnberg rc. verfertigtwerden, nennt man stählerne Bijouterien,und unter Eisenbijouterien versteht mandergleichen kleine Gegenstände von Gußeisen,wie Ringe, Busennadeln (s. Eisenguß). —Die deutschen Goldbijouterie» sind meist von 14-oder 18karätigem Golde; in Frankreich hat manjedoch 3 gesetzlich vorgeschriebene Legirungen dafür,nämlich zu 920, 840 und 750 Tausendtbeile (22 2 / 25 ,20 4 /25 und 18 Kar.), welche durch die auf die Stückegeprägten Ziffern l, 2 oder 3 angegeben werden.Für die silbernen Bijouterien gibt es dagegen nur2 Legirungen, zu 950 und zu 800 Tausendtheile(I5y r , nnd 12 4 / 5 Loth). Die Legirung ist theilsSilber, theils Kupfer, zuweilen auch Eisen, je nachder Farbe, die das Gold haben soll; s / 4 Gold und1 ,U Silber gibt (das sogenannte Grün gold, 0rvert; eben so viel Kupferzusatz gibt Rothgold,Or rouge, und eben so viel Eisen Blau- oderGraugold, Oi bleu oder grisatre. Die matte aberlebhaft gelbe Farbe wird durch Sieden der Waare ineiner Auflösung von Seesalz, Alaun und Salpeterhervorgebracht) Alle ächte Bijouterie erhält inFrankreich 3 Stempel, mit Ausnahme der ganz fei-nen und zarten Arbeiten, auf denen kein Stempelangebracht werden kann, nämlich den des Fabri-kanten, den der erwähnten Nummer mit einemHahne und den des Probiramtes (Lurean degarantie). Die erste Silberlegirnng wird in derRegel für Tafelgeschirr, die zweite zu kleinen Bijou-teriewaaren angewendet. Vergoldetes Silber, ausdem in Frankreich besonders häufig Tafelgeschirrennd dergl. verfertigt werden, wird Verweil ge-nannt. — Die Bijouterien sind entweder massiv oderhohl; mit Blei oder Siegellack ausgegoffen, was inDeutschland gewöhnlich bei den hohlen Gegenständengeschieht, dürfen sie jedoch in Frankreich nicht ver-fertigt werden.

Bikuhybabalsam , eine dicke, sette Substanz,ähnlich dem Muskatenbalsam, welcher aus derMyristica officinalis, einem in Brasilien vorkommen-den Baume, gewonnen wird und dort, in Rohreneingeschlossen, als ein bewährtes Mittel gegen dieGicht in den Handel kommt.

Bilander, ein zweimastiges Kaufffahrteischiff inEngland und Schweden, das sich von einer Brig nurdurch seine Segel unterscheidet.

Bilanz, Balance heißt man die numerischeGleichheit zweier oder mehrerer einander entgegen-stehenden Hauptsummen, insbesondere die beim Ab-schlüsse des Hauptbuches ermittelten Resultate derverschiedenen Conten und des Geschäftsvermögens.Es werden rohe oder Probebilanzen (s. Buch-haltung) und Generalbilanzen, auch Haupt-bilanzen, Schlußbilanzen genannt, gezogen,die aber erst nach Abschluß sämmtlicher Hauptbuchsconten ausgestellt werden können. Letztere weisen zu-gleich nach, ob und wie viel der Kaufmann währendeiner gewissen Zeit in seinem Geschäfte gewonnen oderverloren hat. — Handelsbilanz, s. d.

Bilanzbuch heißt man dasjenige Buch, in welchesdie monatliche»Auszüge der Activa und Passiva a»sdem Hauptbuchs sowie auch die jährlichen Schluß-rechnungen gebracht werden. ; Die aus der Sollseite